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RISIKO MANAGER 02.2015

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RISIKO MANAGER ist die führende Fachzeitschrift für alle Experten des Financial Risk Managements in Banken, Sparkassen und Versicherungen.

6 Ausgabe 02/2015

6 Ausgabe 02/2015 Regulierung bleibt größte Herausforderung Wie der Branchenkompass Banken 2014 des Beratungshauses Steria Mummert Consulting zeigt, stehen die Erfüllung und Umsetzung der stetig wachsenden Anforderungen und erweiterten Richtlinien, unter anderem in Bezug auf Risikomanagement, Compliance und Geldwäscheprävention, an erster Stelle der Prioritätenliste von Finanzinstituten. Auf der Prioritätenliste oben steht MiFID II, die Erweiterung der EU-Richtlinie „Markets in Financial Instruments Directive“ (MiFID). 68 Prozent der befragten Entscheider planen hierfür umfangreiche Anpassungen und Investitionen. Knapp zwei Drittel der Befragten sehen hohen Anpassungsbedarf, um die geänderten Anforderungen des Kreditwesengesetzes (KWG) umzusetzen. Dazu gehören organisatorische Pflichten inklusive Risikomanagement und Meldewesen gemäß der Mindestanforderungen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) sowie Maßnahmen zur Geldwäscheprävention. Im aufsichtsrechtlichen Meldewesen gilt es zudem, neue Anforderungen im Groß- und Millionenkreditmeldewesen sowie im Bereich Analytical Credit Dataset (europäisches Kreditregister der EZB) umzusetzen. Perspektivisch bereiten sich Sparkassen und Genossenschaftsbanken mit Handelsbuch bereits auf die Anforderungen aus Basel IV vor. Erwartet werden hier Änderungen für das Risikomanagement in Bezug auf neue Methoden für die Messung von Marktpreisrisiken und die Behandlung von Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch. Systemrelevante Banken arbeiten derzeit an der Umsetzung einer konsistenten Risikoberichterstattung gemäß BCBS 239 des Basler Ausschusses für Bankenaufsicht, welche aller Voraussicht nach in die kommende MaRisk-Novelle überführt wird. Die neuen Mindestanforderungen der BaFin an die Compliance-Organisation (MaComp) machen bei 61 Prozent der Kreditinstitute große Investitionen erforderlich. Eine entsprechende Neufassung hat die BaFin im August 2014 veröffentlicht. Diese enthält Mindestanforderungen an die Compliance-Funktion und weitere Verhaltens-, Organisations- und Transparenzpflichten für Wertpapierdienstleistungsunternehmen. Etwas mehr als die Hälfte der Befragten sieht bei der Umsetzung der vierten EU-Geldwäscherichtlinie großen Anpassungsbedarf. Die Richtlinie setzt aktuelle Neuerungen der Empfehlungen der „Financial Action Task Force on Money Laundering“ (FATF) um. Die FATF ist mit ihren Standards das wichtigste Gremium zur Bekämpfung der Geldwäsche und der Terrorismusfinanzierung unter der Ägide der OECD. Sie fördert die weltweite Verbreitung der Standards und überwacht die Umsetzung in den Mitgliedstaaten. Weitere Informationen sind auf der Website von Steria Mummert Consulting (www.steria.com) in der Rubrik /Newsroom /Presse /Pressemitteilungen verfügbar. Institutionelle Investoren bewerten EZB-Politik kritisch Die Ausweitung der Politik des billigen Geldes der Europäischen Zentralbank (EZB) stellt für viele institutionelle Investoren eine Gefahr für den Finanzmarkt dar. Unabhängig davon hat bereits jetzt das Niedrigzinsumfeld erhebliche Auswirkungen auf die strategische Asset Allocation von Pensionskassen, Versorgungswerken, Versicherungen, Stiftungen und Kreditinstituten. Das ergab eine Umfrage der Investmentgesellschaft Universal-Investment im Rahmen einer Konferenz zur Zukunft der institutionellen Kapitalanlage. Besonders das Vorhaben der Europäischen Zentralbank, ABS-Papiere anzukaufen, wird kritisch bewertet. In der Umfrage waren zwei Drittel der befragten Investoren der Meinung, dass durch den Ankauf von ABS-Papieren und andere EZB-Maßnahmen der Grundstein für die nächste Finanzkrise gelegt werde. Doch längst nicht alle der befragten institutionellen Anleger beurteilen die Politik von EZB-Präsident Mario Draghi derart skeptisch. Auf die Frage, was die immer stärkere Ausweitung der Politik des billigen Geldes durch die EZB bedeutet, antwortete das restliche Drittel, dass die Ausweitung der Geldmenge und die Aufkaufprogramme die einzige Möglichkeit zur Stabilisierung der Finanzmärkte waren und sind. Teils uneins sind die Investoren, was die weitere EZB-Zinspolitik angeht. Während 80 Prozent der Befragten nicht glauben, dass die EZB im kommenden Jahr die Zinsen erhöhen wird, erwarten 20 Prozent für 2015 Zinssteigerungen. Wie auch immer die Zinserwartung aussieht – Auswirkungen hat das aktuelle Zinsniveau bereits jetzt auf die strategische Asset Allocation: Beinahe jeder zweite Investor stellt fest, dass die Niedrigzinsen die Gesamtrendite negativ beeinflussen. 36 Prozent der Befragten wollen als Reaktion alternative Anlagen stärker als bislang gewichten. Auch die regulatorischen Rahmenbedingungen haben laut Umfrageergebnis unmittelbaren Einfluss auf die Kapitalanlage der Investoren. Immerhin 50 Prozent fühlen sich durch die aktuellen Regulierungsvorschriften erheblich eingeschränkt. 40 Prozent antworteten, dass dies nur in geringem Maße der Fall sei. Entsprechend negativ fällt die Bewertung für den Gesetzgeber aus: 87 Prozent sind der Meinung, dass die Politik mit der Ausweitung der Regulierung die Ziele Finanzmarktstabilität und Investorenschutz nicht erreicht. Weitere Informationen sind auf der Website von Universal- Investment (www.universal-investment.de) in der Rubrik /News Presse verfügbar. Bildnachweis: © iStockphoto.com/Bernd Wittelsbach

7 Fortsetzung von Seite 1 finanzieren. Dies begünstigt einerseits die Finanzierung von Objekten mit geringerem Eigenkapitalanteil, andererseits können bei gleicher monatlicher Rate teurere Objekte finanziert werden. Trotz regionaler Unterschiede zeigt t Abb. 02 die Evolution des Preisindexes (Baupreisindex Neubau, konventionelle Bauart, von Wohn- und Nichtwohngebäuden, einschließlich Umsatzsteuer, hier dargestellt für Wohngebäude) für Deutschland der Periode 2000 bis 2014. Seit dem Jahr 2000 ist eine Preissteigerung am Immobilienmarkt bei Neubauten (Wohngebäuden) und gewerblich genutzten Immobilien von rund 30 Prozent zu beobachten. Die Entwicklung der Preise in den letzten Jahren war somit für Immobilienkäufer zum Vorteil und gesamtheitlich profitabel. Die Vergangenheit zeigt jedoch auch, dass es zu Immobilienpreisblasen kommen kann und sich dahinter gefährliche gesamtwirtschaftliche Risiken verbergen. So beispielsweise in der Vergangenheit geschehen in Schweden, der Schweiz und jüngst in den USA. In den 80er Jahren erlebte die Wirtschaft Schwedens einen Boom. Realzinsen waren extrem niedrig, was eine sehr günstige Finanzierung ermöglichte. Zusätzlich war es möglich, bis zu 50 Prozent der Kreditzinsen vom zu versteuernden Einkommen abzusetzen. Anfang der 90er Jahre platzte die Blase, die schwedische Krone stand unter Abwertungsdruck und die Reichsbank war gezwungen, den Leitzins auf 500 Prozent zu erhöhen. Da die meisten Immobilienkredite in Schweden mit variablen Zinsen abgeschlossen wurden, führte diese Maßnahme zu massiven Ausfällen. In der Schweiz im Jahr 1987 senkte die Nationalbank die Zinsen, um die Folgen des Börsencrashs zu mildern. Parallel dazu lockerten Banken in der Situation ihre Kreditvergabepolitik. Immobilien galten damals als sichere Anlagen. Grund und Boden war knapp, und die Wirtschaft wuchs. 1990 stieg die Teuerung in der Schweiz auf über 53 Prozent. Die Nationalbank musste den Diskontsatz von 3,5 Prozent im Jahr 1988 auf sieben Prozent im Jahr 1990 erhöhen, was zu einer schweren Rezession führte. Die letzte große Krise, die Sub-Prime- Krise (Sub-Prime Kunden sind die mit Insolvenzanmeldung, niedrigem FICO Score, hoher Ratenbelastung und hohem Loan to Value), stammt aus den USA. Mit Leitzins 6 % 5 % 4 % 3 % 2 % 1 % 0 % 1999-01 2000-01 Preisindex 115 110 105 100 95 90 85 80 2000-01 2001-01 2001-01 2002-01 2003-01 2004-01 dem Bewusstsein, dass Risiken nicht tragbar waren, haben Banken eine große Anzahl an solchen Krediten zusammengestellt und als Verbriefung weiterverkauft. Die Rating-Agenturen, zuständig für die Bewertung solcher Kredite, verwendeten fehlerhafte Modelle, beispielsweise wurden Abhängigkeitseffekte deutlich unterschätzt. Die Folgen sind heute noch zu beobachten. Aktuelle Entwicklungen am deutschen Immobilienmarkt 2005-01 Leitzins 2006-01 2007-01 2008-01 2009-01 2010-01 2011-01 Preisindex Neubau Wohngebäude 2002-01 2003-01 2004-01 2005-01 2006-01 2007-01 2008-01 2009-01 2010-01 2011-01 2012-01 2012-01 t Abb. 01 2013-01 2014-01 t Abb. 02 2013-01 2014-01 Obwohl sich Deutschland in einer Niedrigzinsphase mit steigenden Immobilienpreisen befindet, sind die Rahmenbedingungen durchaus anders. Insbesondere eine lange Zinsbindung (größer 10 bis 15 Jahre), sowie strenge Kreditvergaberichtlinien und eine fundierte Bewertung der Kapitaldienstfähigkeit führen zu einer konservativen Kundenselektion. Der nominelle Anstieg der Kreditvolumina für den Immobiliensektor wurde durch die mäßige Inflation wieder kompensiert. So zeichnet sich im Euroraum derzeit noch keine erhöhte Inflationsrate ab, welches das Risiko einer Destabilisierung durch die gegenwärtige Zinspolitik zum aktuellen Betrachtungszeitpunkt eher gering erscheinen lässt. Trotz unterschiedlicher Ausgangssituationen hat die Bundesbank in ihrem Monatsbericht von Oktober 2013 das Thema „Immobilienblase“ bereits betont. Hier wird vor einer Überbewertung der Immobilien und einem Zusammenhang mit niedrigen Zinsen gewarnt [vgl. Deutsche Bundesbank 2013]. Im Stabilitätsbericht vom Jahr 2013 analysiert die Bundesbank das Preisverhältnis in einigen Städten auf Basis einer Daten-

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