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RISIKO MANAGER 02.2015

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RISIKO MANAGER ist die führende Fachzeitschrift für alle Experten des Financial Risk Managements in Banken, Sparkassen und Versicherungen.

18 Ausgabe 02/2015 (der

18 Ausgabe 02/2015 (der Säule I). Insbesondere die nicht kausale Ableitung der Abhängigkeit der Eigen kapitalunterlegung für operationelle Ri siken von den standardisierten Geschäftsfeldern eines Instituts sowie die Annahme eines linearen Zusammenhangs zwischen Bruttoertrag (Gross Income) und Risikogehalt werden hierbei infrage gestellt. Mit der Überarbeitung der (einfachen) OpRisk-Ansätze – Basisindikator – bzw. Standardansatz – werden die im Folgenden genannten Ziele des Baseler Komitees verfolgt: • Beseitigung der primären Schwächen der einfachen Ansätze: Abkehr von der Verwendung des Indikators „Bruttoertrag“ und Austausch durch einen geeigneteren Indikator sowie Auflösung der bisher unterstellten linearen Zusammenhänge (OpRisk-Risikogehalt steigt linear in Relation zum Bruttoertrag). • Verbesserung der Kalibrierungen des aktuellen OpRisk-Standardansatzes Frameworks insbesondere für große und komplexe Institute, bei denen die aus diesen Ansätzen ermittelten unterschätzten Eigenkapitalanforderungen für das Benchmarking des Advanced Measurement Approaches (AMA) herangezogen werden. Das Konsultationspapier zielt darauf ab, die bisherigen einfachen OpRisk-Ansätze zu einem neuen Standardansatz zusammenzuführen. Im neuen Standardansatz wird als Berechnungsgrundlage auf einen Geschäftsindikator (Business Indicator, in Kurzform BI) abgestellt, der den bislang verwendeten Indikator Bruttoertrag (Gross Income) ersetzen soll. Die bisher festgelegten Alpha- bzw. Beta-Faktoren des aktuell gültigen Basisindikator- und Standardansatzes werden durch eine Anzahl von Alpha-Faktoren (Coefficients) abgelöst, welche mit steigendem Geschäftsindikator (unterteilt in BI-Bänder in Mio. ¤) von 10 bis 30 Prozent reichen. Ausgehend von einer kurzen zusammenfassenden Darstellung des aktuellen Status quo hinsichtlich des Basisindikatorbzw. Standardansatzes werden im Folgenden die wesentlichen Neuerungen des Konsultationspapiers weiter detailliert. Hieran anknüpfend werden kurz die Auswirkungen auf Prozesse und IT sowie mögliche Handlungsfelder skizziert. Der Beitrag schließt mit einer Zusammenfassung und einer kritischen Würdigung der angedachten Neuerungen. Geschäftsfeldspezifische Gewichtungsfaktoren j Geschäftsfeld j Gewichtungssatz j 1 Unternehmensfinanzierung/-beratung 18% (Corporate Finance) 2 Handel (Trading and Sales) 18% 3 Wertpapierprovisionsgeschäft (Retail Brokerage) 12% 4 Firmenkundengeschäft (Commercial Banking) 15% 5 Privatkundengeschäft (Retail Banking) 12% 6 Zahlungsverkehr und Verrechnung 18% (Payment and Settlement) 7 Depot- und Treuhandgeschäfte (Agency Services) 15% 8 Vermögensverwaltung (Asset Management) 12% Status quo – OpRisk-Ansätze und Methoden Für die Erfassung von operationellen Risiken stehen den Instituten gemäß aktueller gesetzlicher Regelungen [vgl. EU Kommission, 2013a, Teil 3, Titel III, Artikel 312 bis 324] mehrere Ansätze zur Auswahl. Neben den zwei einfachen Verfahren (Basisindikatoransatz (BIA) und Standardansatz (STA) sowie dem Alternativen Standardansatz (ASA)), die pauschal von der Bankenaufsicht vorgegeben werden, können Institute unter Einhaltung qualitativer und quantitativer Mindestanforderungen auch eigene OpRisk-Messverfahren, sogenannte ambitionierte Messansätze (AMA), entwickeln und zur aufsichtsrechtlichen Zertifizierung anmelden sowie nach erfolgreicher Zulassungsprüfung durch die Aufsichtsbehörden anwenden. t Abb. 01 gibt einen Überblick über das aktuell gültige OpRisk-Framework, wobei nachfolgend nur auf die bisherigen einfachen Ansätze Bezug genommen wird und der ambitionierte Messansatz aufgrund unveränderter Rahmenbedingungen nicht näher betrachtet wird. Der Basisindikatorenansatz Mit dem Basisindikatorenansatz (BIA) steht den Kreditinstituten ein sehr vereinfachtes Verfahren zur Bemessung der Eigenkapitalunterlegung von operationellen Risiken zur Verfügung. Dieses Verfahren ist von allen Instituten anzuwenden, welche nicht den STA oder AMA verwenden, und ist lediglich an die Einhaltung von qualitativen Prinzipien geknüpft [vgl. EU Kommission, 2013a, Artikel 320]. Der BIA beruht hierbei auf dem Grundgedanken, dass ein gewisser Prozentsatz () eines maßgeblichen Indikators (aktuell ist dies der Bruttoertrag [GI], bemessen als Dreijahresdurchschnitt) mit Eigenkapital zu unterlegen ist. Demzufolge ergibt sich das vorzuhaltende Eigenkapital (K) unter Anwendung des durch die Aufsichtsbehörden pauschal vorgegebenen Gewichtungsfaktors (liegt aktuell bei 15%) gemäß t Formel 01. Der Standardansatz t Tab. 01 Für die Anwendung des Standardansatzes muss die Anforderung einer überschneidungsfreien Zuordnung sämtlicher banküblichen und nicht-banküblichen Tätigkeiten [vgl. EU Kommission, 2013a, Art Formel 01 Der Standardansatz basiert auf einer differenzierteren Methodik, indem der maßgebliche Indikator (GIj) auf acht standardisierte Geschäftsfelder (j) aufgeteilt wird und mit dem jeweiligen vorgegebenen geschäftsfeldspezifischen Faktor ( j ) (t Tabelle 01) gewichtet wird. Nach dem Standardansatz wird das vorzuhaltende Eigenkapital für operationelle Risiken gemäß t Formel 02 berechnet. t Formel 02

19 tikel 317, Abs. 1, Tabelle 2] zu einem der acht Geschäftsfelder erfüllt sein. Ferner sind zur Anwendung des STA die qualitativen Anforderungen sowie die allgemeinen Risikomanagement-Standards einzuhalten. Neben dem Standardansatz können die nationalen Aufsichtsbehörden auch die Anwendung eines Alternativen Standardansatzes genehmigen, sofern der Nachweis erbracht wird, dass dieser eine angemessenere Grundlage für die Berechnung der Eigenkapitalunterlegung für das operationelle Risiko darstellt und ein maßgeblicher Anteil der Erträge in den Geschäftsfeldern Firmenkundengeschäft und Privatkundengeschäft erzielt wird [vgl. EU Kommission, 2013a, Artikel 319, Abs. 2 a-c]. Methodisch betrachtet stimmen die zwei Ansätze überein, der ASA grenzt sich ausschließlich durch die Möglichkeit der Verwendung eines alternativen Indikators für die Geschäftsfelder Firmenkundengeschäft (j=4) und Privatkundengeschäft (j=5) ab. Als maßgeblicher Indikator ist im ASA der normierte Ertragsindikator für die Geschäftsfelder 4 und 5, der sich aus dem nominalen Kredit- und Darlehensvolumen (LAj; loan account) eines Instituts ableitet, zu verwenden. Der loan account umfasst den Durchschnittswert der letzten drei Jahre der Risiko ungewichteten Buchwerte vor Abzug von Rückstellungen, Risikovorsorge und Betriebsausgaben [vgl. EU Kommission, 2013a, Artikel 316, Abs. 1 a]. Da die berechneten Indikatoren des ASAs Bestandsgrößen darstellen, wird der normierte Ertragsindikator noch mit dem Faktor 0,035 multipliziert, um so die im Standardansatz verwendeten Bewegungsgrößen vergleichbar zu machen. Die Eigenkapitalunterlegung nach dem alternativen Standardansatz ergibt sich demnach gemäß t Formel 03. Der neue Standardansatz Die im bisherigen OpRisk-Framework bestehende Differenzierung in zwei Ansätze – Basisindikator- und Standardansatz (STA bzw. ASA) – soll mit dem neuen Standardansatz (SA) abgeschafft werden, indem eine Zusammenführung auf einen Vergleichende Darstellung der maßgeblichen Indikatoren GuV Komponenten Bestandteile des Indikators Bruttoertrag t Formel 03 Bestandteile des Geschäftsindikators Zinskomponente Zinsertrag – Zinsaufwand Absolutbetrag (Zinsertrag – Zinsaufwand) tige betriebliche Erträge + sonstiger betrieblicher Aufwand • Finanzkomponente = Absolutbetrag (Netto GuV im Handelsbuch) + Absolutbetrag (Netto GuV im Anlagebuch) Im Vergleich zur bisher verwendeten Definition des relevanten Indikators Bruttoertrag werden nun bei der Dienstleistungskomponente die Aufwands- und Ertragspositionen ohne Vorzeichen addiert, anstelle wie bisher einen Saldo zu bilden (aktuell gültiger Ansatz: Addition von Erträgen und Subtraktion von Aufwendungen). Diese Vorgehensweise führt in der Regel zu einer Erhöhung der Beiträge zum Geschäftsindikator. Darüber hinaus werden im Konsultationspapier bei der Finanzkomponente nun die Verluste im Anlage- und Handelsbuch analog den Gewinnen in diesem Umfeld behandelt. Dies stellt ebenfalls eine potenziell erhöhende Auswirkung im Vergleich zu bisherigen Regelungen dar (eine vergleichende Gegenüberstellung der Alt- und Neu-Regelung in Bezug auf die maßgeblichen Indikatoren ist in t Tabelle 02 dargestellt). Der Baseler Ausschuss begründet diese Anpassungen mit der höheren Risikosensitivität der einbezogenen Komponenten; für die einzelnen Bestandteile und die de- Dienstleistungskomponente Finanzkomponente Provisionsertrag – Provisionsaufwand + sonstige betriebliche Erträge Netto GuV im Handelsbuch Provisionsertrag + Provisionsaufwand + sonstige betriebliche Erträge + sonstiger betrieblicher Aufwand Absolutbetrag (Netto GuV im Handelsbuch) + (Netto GuV im Anlagebuch) Sonstiges Dividendenertrag Nicht enthalten t Tab. 02 maßgeblichen OpRisk-Ansatz stattfindet. Gleichzeitig findet sich im neuen Ansatz auch nicht mehr eine Aufteilung der Op- Risk-Eigenkapitalunterlegung auf die bisherigen acht standardisierten Geschäftsfelder (t Tabelle 01), was hinsichtlich der bisherigen „Loss Data Collection Exercises“ und den hierin gesammelten Erkenntnissen, die auf nennenswerte Unterschiede in den OpRisk-Schadensfällen bzw. Verlusten pro Geschäftsfeld schließen [vgl. u.a. BCBS 2009, Table ILD 4A und 5A], verwundert. Der neue Standardansatz folgt wiederum dem Grundgedanken, dass bei der Eigenkapitalunterlegung für operationelle Risiken auf einen Indikator als Bezugsgröße abgestellt wird; nun jedoch auf einen Geschäftsindikator (Business Indicator, BI), welcher sich additiv aus drei Einzelkomponenten (t Formel 04) – einer Zinskomponente, einer Dienstleistungskomponente und einer Finanzkomponente – zusammensetzt [vgl. BCBS 2014a Tz. 13]. Die einzelnen Komponenten sind wie folgt voneinander abgegrenzt: • Zinskomponente = Absolutbetrag (Zinsertrag – Zinsaufwand) • Dienstleistungskomponente = Provisionsertrag + Provisionsaufwand + sons- t Formel 04 Geschäftsindikator = Zinskomponente + Dienstleistungskomponente + Finanzkomponente

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