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RISIKO MANAGER 02.2015

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10 Ausgabe 02/2015

10 Ausgabe 02/2015 Effekten führen. Das bedeutet, dass einerseits die Verluste in diesen Regionen konzentriert sind, andererseits werden diese aufgrund des Boomcharakters noch zusätzlich verstärkt. Verlegt man den Fokus auf den Kunden, so spielt die Definition der „gefährdeten Kunden“ eine wesentliche Rolle. Diese Kunden erfüllen die Kriterien an die Kapitaldienstfähigkeit ausschließlich in der aktuellen ökonomischen Situation (niedrige Zinsen, wirtschaftliches Wachstum et cetera). Beispiel: Ein Kunde schließt heute einen Kreditvertrag mit einer Laufzeit von fünf Jahren mit einer Rate, die 50 Prozent seines Einkommens beträgt, ab. Bei der Prolongation in fünf Jahren ist zu erwarten, dass sich das Zinsniveau nicht mehr auf dem aktuellen Stand befindet. Die resultierende monatliche Rate wäre höher und die Kapitaldienstfähigkeit in Frage gestellt. Neben der Definition von „gefährdeten Kunden“ spielt der Prolongationszeitpunkt eine weitere wichtige Rolle. Die gemeinsame Geldpolitik im Euroraum lässt derzeit einen kurzfristigen deutlichen Zinsanstieg als unwahrscheinlich erscheinen. Dennoch ist ein Zinsanstieg zukünftig nicht auszuschließen. Welcher Anteil des Portfolios potenziell gefährdet ist und vor allen Dingen zu welchem Zeitpunkt, bleibt daher eine wichtige zusätzliche Analyse. Falls solche Konzentrationen in einigen Fristen im Portfolio identifiziert werden, sollten die Banken zur Vermeidung beziehungsweise zur Deckung der Risiken Maßnahmen ergreifen. In t Abb. 04 werden die Prolongationsvolumina (hier wurden nur die ersten zehn Jahre berücksichtigt) präsentiert. Der relative Anteil der gefährdeten Kredite des aktuellen Portfolios erscheint in diesem Beispiel aktuell noch beherrschbar, auch wenn bereits ein ansteigender Trend zu erkennen ist. Hierbei bleibt allerdings festzuhalten, dass nur eine frühzeitige Analyse und Identifikation von Risikokrediten eine Steuerung durch eine strengere Kreditvergabepolitik möglich macht. Zum Abschluss wird die Fremdkapitalquote bei Finanzierungen im Zeitablauf analysiert (siehe t Abb. 05). Ein zunehmender Trend – wie im Beispiel zu sehen – könnte (zum Beispiel) auf eine lockere Kreditvergabe hindeuten, die künftige Konsequenzen bei negativen wirtschaftlichen Entwicklungen nach sich ziehen kann. q Prolongationsvolumina 25% 20% 15% 10% 5% 0% Fazit Steigende Zinsen und hohe Immobilienpreise können für Banken ein erhöhtes Ausfallrisiko zur Folge haben. Ein solches Szenario sollte daher adäquat in eine Risikobewertung einfließen. Eine Verschärfung der aktuellen Situation aufgrund von zukünftigen Marktbewegungen kann nicht ausgeschlossen werden. Risiken, die volkswirtschaftlich eine eher untergeordnete Rolle spielen, können für das einzelne Institut von sehr großer Bedrohung sein. Durch eine aktive Risikoanalyse und Risikopräventionsstrategie sollte zukünftigen Ausfallrisiken vorgebeugt werden. Eine solche langfristig orientierte Steuerung wappnet die Bank für Risiken und Krisen, die heute noch nicht im zentralen Fokus stehen, jedoch langfristig einen hohen potenziellen Schaden verursachen können. t Abb. 04 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 Verlauf der Fremdkapitalquote 100% 90% 80% 70% 60% 50% 40% 30% 20% 10% Prolongationsvolumina Volumen % Gefährdet % Fremdkapitalquote im Zeitablauf t Abb. 05 0% 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 Quellenverzeichnis sowie weiterführende Literaturhinweise: Deutsche Bundesbank (2013): Monatsbericht der Deutschen Bundesbank, Oktober 2013, Frankfurt am Main 2013. Deutsche Bundesbank (2013a): Stabilitätsbericht 2013, Frankfurt am Main 2013. EBA (2014): Consultation Paper (EBA/CP/2014/14 ) – Draft Guidelines für common procedures and methodologies for the supervisory review and evaluation process under Article 107 (3) of Directive 2013/36/EU vom 7. Juli 2014. Hagner, Susanne/ Maaß, Christian/Rudek, Daniel (2014): IFRS 9 Impairment, Auswirkungen und kritische Punkte bei der Risikovorsorgeberechnung, in: msgGillardon- Kundenmagazin NEWS 02/2014, S. 18-23. Autoren: Emiliano Rodriguez Villegas, Business Consultant, msgGillardon AG . Andreas Vogel, IT-Consultant, msgGillardon AG.

Immer im Bilde mit 11 11 Ausgabe 12/2014 Nachlese: Podiumsdiskussion Die Zukunft der internen Modelle Dr. Hans-Joachim Massenberg (rechts, Mitglied der Hauptgeschäfts führung, Bundesverband deutscher Banken e.V. sowie Mitglied des Vorstands FIRM) im Gespräch mit Dr. Uwe Gaumert (Direktor Bankenaufsicht und Risikomanagement, Bundesverband deutscher Banken e.V.). Prof. Dr. Rainer Haselmann (links, SAFE Professor of Finance, Accounting and Taxation, Goethe-Universität), Dr. Wilfried Paus (Global Head of Risk Analytics & Living Wills, Deutsche Bank). Ottmar Bongers (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht). Dr. Bettina Mohr (Bereichsleiterin Konzernrisikocontrolling, LBBW Landesbank Baden-Württemberg). Am 4. Dezember 2014 fand im Hause der Frankfurt School of Finance & Management eine vom Bundesverband deutscher Banken (BdB) gemeinsam mit dem Frankfurter Institut für Risikomanagement und Regulierung (FIRM) veranstaltete Podiumsdiskussion statt. Die Veranstaltung war der Frage „Benötigen wir auch künftig die Möglichkeit, Kapitalanforderungen auf Basis interner Modelle zu berechnen?“ gewidmet. Hintergrund war die zuletzt von hochrangigen nationalen Aufsehern, aber auch von Investoren, Ratingagenturen sowie von wissenschaftlicher Seite geäußerte fundamentale Kritik an der Verwendung von bankinternen Risikomodellen zur Bemessung der aufsichtsrechtlichen Kapitalanforderungen. Dabei stand die Solvabilität nach Säule I und nicht die Kapitaladäquanz nach Säule II (ICAAP) im Vordergrund der Diskussion. Das Podium war mit Experten aus verschiedenen Bereichen hochkarätig besetzt: Unter der Moderation von Dr. Uwe Gaumert, Direktor im Geschäftsbereich Bankenaufsicht/Bilanzierung beim BdB, der durch den Meinungsaustausch führte, nahm für die europäische Bankenaufsicht Dr. Korbinian Ibel, Director General - Microprudential Supervision IV bei der EZB, teil. Die Bankpraxis war durch Dr. Wilfried Paus, Global Head of Risk Analytics & Living Wills bei der Deutschen Bank, vertreten. Komplettiert wurde die Runde durch die beiden Wissenschaftler Prof. Dr. Rainer Haselmann, Inhaber der SAFE Professur für Finance, Accounting and Taxation, und Prof. Dr. Mark Wahrenburg, Inhaber des Lehrstuhls für Bankbetriebslehre, beide von der Goethe-Universität Frankfurt. Nachfolgend werden die wesentlichen Aussagen und Erkenntnisse aus der Diskussionsrunde wiedergegeben. Unter dem ersten Agendapunkt wurden vier zentrale Kritikpunkte an internen Modellen [vgl. vertiefend hierzu auch Bundesverband Deutscher Banken 2014] diskutiert: • systematische Risikounterschätzung durch falsche Anreize, • Komplexität und Intransparenz, • Variabilität der Modellergebnisse bei ähnlichen Portfolien sowie • prozyklische Wirkung.

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