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RISIKO MANAGER 01.2018

RISIKO MANAGER ist das führende Medium für alle Experten des Financial Risk Managements in Banken, Sparkassen und Versicherungen. Mit Themen aus den Bereichen Kreditrisiko, Marktrisiko, OpRisk, ERM und Regulierung vermittelt RISIKO MANAGER seinen Lesern hochkarätige Einschätzungen und umfassendes Wissen für fortschrittliches Risikomanagement.

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32 RISIKO MANAGER 01|2018 Abb. 01 Delta-Risiko Renditespanne Instrument Revidierter Standardsatz – ein Überblick [vgl. Lobanov 2012] Eigenkapital Ausfallrisikoprämie wird für Schulden und Eigenkapitalinstrumente mit dem Fair Value, abzüglich dem erwarteten Verlust [Loss given default = LGD], angesetzt. Die Prämie für das Residualrisiko ist das Restrisiko des Nennwerts des zugrunde liegenden Finanzinstruments multipliziert mit 1,0 Prozent Risikogewicht bei exotischen Optionen und 0,1 Prozent für alle übrigen. Die Kosten für Aufbau und Wartung eines internen Standardmodells sind sehr hoch und erfordern einen umfassenden Genehmigungsprozess. Die Finanzbranche fordert vom Standardansatz eine größere Realitätsnähe und Risikosensitivität, um wirklich als Benchmark und Reservesystem einsetzbar zu sein. Außerdem muss es möglich sein, interne Modelle infrage zu stellen, sollten sie signifikant geringe Kapitalanforderungen zeigen. Gemäß den Kommentaren aus der Bankenbranche soll die asymmetrische Korrelationsbetrachtung aufgegeben werden, um sowohl den revidierten Standardansatz zu vereinfachen als auch die Risikosensitivität zu erhöhen. Die Kapitalanforderungen für Verbriefungen erscheinen unangemessen hoch, so Vertreter der Branche. Der revidierte Standardansatz könnte die Emmisionskosten und Finanzierung von Verbriefungstransaktionen erhöhen sowie die Liquidität im Sekundärmarkt wegen erhöhter Kapitalkosten senken. Doppelzählungen erscheinen, wegen der Überschneidung von historischen Renditespannen und größer werdenden Ausfallerwartungen, möglich. Ein vorgeschlagenes Cashflow-Modell führt zu erhöhtem Implementierungsrisiko [vgl. Sornette 2012]. Vega-Risiko Curvature-Risiko Ausfallrisiko Restrisiko Wechselkurs Waren Allgemeine Zinsrate 5. Internes Modell (internal models approach) Tab. 02 Instrument Die Risiken im Standardansatz [BCBS 2016b S. 3] Sensitivitätsbasierte Methode Kapitalanforderungen für die Risikofaktorensensitivitäten Delta, Vega und Curvature (Krümmung) der folgenden Risikoklassen: » Allgemeines Zinsrisiko » Credit-Spread-Risiko (CSR) » Nichtverbriefung » CSR-Verbriefung » CSR-Verbriefung Korrelations-Handelsportfolio » Fremdwährungs-(FX) Risiko » Aktien-Risiko » Commodity-Risiko Standardised approach Default Risk Charge (DRC) für vorgegebene Risikoklassen » Ausfallrisiko: Nichtverbriefung » Ausfallrisiko: Verbriefung » Ausfallrisiko: Verbriefung Korrelations-Handelsportfolio Bankbuch basierte Behandlung des Ausfallrisikos, adjustiert zur Berücksichtigung von Hedgingeffekten Als zweites Modell schlägt der Basler Ausschuss das interne Modell vor. BCBS gibt einen Entscheidungsbaum vor, wann welche Methode anzuwenden ist [BCBS 2016b, S.2]. Hierbei muss das Risikomodell an eine Stressperiode kalibriert werden; als Beobachtungsperiode ist ein Zeitraum ab 2007 erlaubt. Das als Risikokennzahl verwendete Risikopotenzial [„Value-at-Risk“, VaR] wird durch den Expected Shortfall [ES] ersetzt [vgl. Chang et al. 2015]. Dadurch sollen seltene Extremereignisse, die bisher nicht in der Bestimmung der regulatorischen Kapitalanforderungen berücksichtigt wurden, in Zukunft besser berücksichtigt werden und so den Anreiz, genau solche Risiken einzugehen, reduzieren. Das Marktliquiditätsrisiko wird anstelle eines 10-Tages-Horizonts durch verschiedene Liquiditätshorizonte abgebildet. Mit der Kalibrierung des internen Risikomodells anhand einer Stressperiode soll einer prozyklischen Kapitalausstattung der Institute entgegengewirkt werden, um systemische Risiken zu vermindern. Interne Modelle werden durch Stress-Tests auf Handelstischebene beurteilt [wenn diese durchfallen, muss der revidierte Standardansatz angewendet werden]. Andere neue Anforderungen sind: » die Berechnung eines täglichen VaR [!] Backtesting [vgl. Fricke 2006] » ein Profit & Loss-Zurechnungstest [Risikofaktoren und Näherungen müssen den täglichen P&L Gewinn und Verlust korrekt erklären] » ein Kapitalzuschlag für nicht modellierbare Risikofaktoren [z. B. für Märkte mit wenig aussagender Preishistorie], Ersatz der Eigenkapitalanforderung für Zusatzrisiken [IRC] mit einer zusätzlichen Ausfallrisikobelastung » Verbriefungsinstrumente kommen für das revidierte interne Modell nicht mehr infrage. Residual Risk Add-on (RRAO) Anwendung von Risikogewichten auf Nominale von Instrumenten mit nichtlinearen Zahlungsprofilen

Regulierung 33 » Die Prämie für das Ausfallrisiko [‚IRC‘] wird durch eine Ausfallrisikobelastung ersetzt, es gibt keine Anforderung zur Modellierung des Migrationsrisikos, aber Eigenkapitalpositionen müssen angerechnet werden. » Die Ausfallrisikobelastung muss für Schuldtitel und Eigenkapitalinstrumente berechnet werden. Das Ausfallrisiko wird gemessen als Zeitwert abzüglich der Wiederherstellung bestimmt durch den LGD wie unter dem IRB-Basisansatz. » Die Ausfallrisikobelastung umfasst das Jump-to-default-Risiko mit drei unabhängigen Berechnungen für das Ausfallrisiko verbriefter, nicht verbriefter Forderungen und Verbriefungskorrelationen für das Handelsportfolio. » Die genehmigte Eigenkapitalanforderung pro Handelstisch besteht aus zwei Komponenten: einem modellierbaren Risikozuschlag, basierend auf einem modifizierbaren erwarteten Verlust [ES], und einem nicht modellierbaren Risikozuschlag. Der Kapitalzuschlag wird geglättet mit einem Multiplier des durchschnittlichen Kapitalzuschlags der letzten 60 Tage, mit einem konservativen Multiplier für den modellierbaren Risikoteil zwischen 1.5 und 2, in Abhängigkeit der Backtesting Performanz. Für eine Bank mit einem bankweiten internen Modell-Ansatz für Kapitalanforderungen für nicht verbriefbare Forderungen im Handelsbuch werden die IMA-Kapitalanforderungen durch eine Zusammenrechnung des ES, der Ausfallrisikobelastung und einem gestressten Kapitalzuschlag [SES] für das nicht modellierbare Risiko berechnet. Expected-Shortfall-Zeiträume werden nach neuem Regelwerk mit Abzügen für das Kredit- und Eigenkapitalrisiko auf 120 Tage gedeckelt. Der Liquiditätshorizont für die IMA-Ausfallrisikobelastung wird von einem Jahr auf 60 Tage vermindert. Der genehmigte Anrechnungsbetrag für den individuellen Handelstisch hat zwei Komponenten: den modellierbaren Anrechnungsbetrag, basierend auf einem modifizierten Expected Shortfall, und einen nicht modellierbaren Risikozuschlag, der mit einem Stress-Scenario kapitalisiert wird [vgl. Bugar/Ratting 2016]. Die Einführung des Expected Loss kann als leichte Verbesserung bei den Risikokennzahlen angesehen werden, aber sein Einfluss und Vorteile werden von einigen übertrieben. John Hull [2007] weist ausdrücklich daraufhin, dass die Berechnung des ES auf Annahmen beruht, die nicht immer gegeben sind „how bad things can get…“. Das Abdecken von Extremereignissen durch eine Risikokennzahl ist vorteilhaft, aber es macht mehr Sinn, solche Ereignisse durch die Extremwerttheorie oder dem „peaks-over-threshold-approach“ darzustellen. Der Vorschlag ist außerdem nicht genügend sensitiv zu Geld-/Briefspannen. Der VaR von 99 Prozent wird durch einen Expected Shortfall [ES] mit 97,5 Prozent Konfidenzniveau ersetzt. Gem. Komitee stellt es starke Verluste besser dar, weil es alle extremen Verluste berücksichtigt und außerdem die Subadditivität erfüllt. Die Begrenzungen des Liquiditätsfaktors erscheinen schwierig zu rechtfertigen. Die Behandlung von Eigenkapitalrisiko mit geringerem Risiko als das Abb. 02 der Wechselkurse und das zugrude liegende Zinsrisiko wichtiger Währungen scheint unangemessen [vgl. zum Zinsrisiko Sayah 2016]. Die angeführte Methodik zur Kalkulation von Liquiditätsfaktoren verlangt überschneidende Intervalle, sonst gibt es bei einigen Instituten nicht genügend Daten. Die Datenreihen können Autokorrelationen zeigen. Die Durchschnittsbildung idiosynkratrischer Faktoren könnte die Korrelationen zwischen den Faktoren erhöhen. 6. Stress-Tests Stress-Tests sind Verfahren mit denen die Institute ihr Gefährdungspotenzial auch bezüglich außergewöhnlicher, aber plausibel möglicher Ereignisse auf den jeweils relevanten Ebenen des Instituts überprüfen. Es sind regelmäßig anlassbezogene, angemessene Stresstests für die wesentlichen Risiken durchzuführen, die Art, Umfang, Komplexität und den Risikogehalt der Geschäftsaktivitäten widerspiegeln. Hierfür Instrument Entscheidungsbaum zur Auswahl des zu verwendenden Risikomodells [BCBS 2016b S. 2] Marktrisiko modellierbar Globaler Expected Shortfall (ES) » Gleichgewichteter Durchschnitt des diversifizierten und nichtdiversifizierten partiellen ES » Kapitalanforderungen für vorgegebene Risikoklassen Internal models approach ja Anforderungen an Risikokapitalmodell erfüllt ja Trading desk im Scope von IMA ja P&L Attribution und Backtesting-Kriterien erfolgt ja Individuelle Risikofaktoranalyse Ausfallrisiko Default Risk Charge (DRC) nein nein » Berücksichtigt Ausfallrisiko von Kredit- und Aktienhandel » Buch-Exposure ohne zugelassenen Diversifikationseffekt mit Marktrisiken (inkl. Renditespanne-Risiko) Standardized approach für das gesamte Handelsbuch Standardized approach für den jeweiligen Handelstisch Marktrisiko nicht modellierbar Stressed Capital Add-on (SES) » Aggregiertes regulatorisches Kapitalmass für nichtmodellierbare Risikofaktoren an Handelstischen mit Modellzulassung

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