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RISIKO MANAGER 01.2018

RISIKO MANAGER ist das führende Medium für alle Experten des Financial Risk Managements in Banken, Sparkassen und Versicherungen. Mit Themen aus den Bereichen Kreditrisiko, Marktrisiko, OpRisk, ERM und Regulierung vermittelt RISIKO MANAGER seinen Lesern hochkarätige Einschätzungen und umfassendes Wissen für fortschrittliches Risikomanagement.

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30 RISIKO MANAGER 01|2018 Quantitative Mindestanforderungen für Marktrisiken Disput über die Finalisierung des Baseler Regelwerks 1. Einführung Im Januar 2016 veröffentlichte das Basel Komitee die neuen Standards zu Mindestkapitalanforderungen für das Marktrisiko [Minimum capital requirements for market risk, BCBS 2016b]. Hierin wurde die Abgrenzung zwischen Handels- und Anlagebuch mit dem Ziel der Objektivierung und der Begrenzung der Möglichkeiten der regulatorischen Arbitrage aufgearbeitet [vgl. auch BCBS 2016a]. Wesentliche Änderungen sind die Einführung eines revidierten Standardansatzes für das Marktrisiko, das auf Preissensitivitäten und den Austausch der Risikokennzahl VaR durch den Expected Shortfall mit einem 7,5 Prozent Perzentil [vgl. KPMG Canada 2016] abzielt. Des weiteren erwähnt ist eine differenzierte Berück- sichtigung von Aspekten der Marktliquidität in der Risikoberechnung durch die Zuordnung der Instrumente zu Liquiditätshorizonten und die Berechnung von Kapitalaufschlägen für Finanzinstrumente, die in Stresszeiten einem erhöhten Illiquiditätsrisiko ausgesetzt sind. Kapitalzuschläge mit Berücksichtigung von Risikokennzahlen, die entweder durch das standardisierte oder das interne Modell berechnet wurden, sind transparent darzustellen. Ein striktes Backtesting pro Handelstisch wird für alle Institute gefordert, die mit dem internen Modell [IMA] arbeiten. Werden diese Validierungsvorgaben nicht eingehalten, muss der revidierte Standardansatz mit einem höheren Kapitalzuschlag angewendet werden. Alle Finanzinstitutionen, unabhängig von Größe und Komplexität, müssen den Standardansatz anwenden. Neue Szenariovorgaben werden die Handelslimite, die Riskotragfähigkeit und den Arbeitsaufwand der Finanzinstitutionen signifikant prägen. In diesem Artikel werden die wesentlichen Neuerungen kritisch beleuchtet. Nach einer kurzen Unterscheidung von Handels- und Bankbuch, werden die beiden vom Regulator vorgeschlagenen Marktrisikomodelle revidierter Standardansatz und IMA [Internal models approach]-Modell detailliert vorgestellt, diskutiert und Meinungen aus der Finanzbranche dargestellt. 2. Handelsbuch vs. Bankbuch Die Minimalanforderungen führen neue Kriterien zur Zuordnung von Positionen in das Handelsbuch ein. Einen Überblick über

Regulierung 31 die aufsichtsrechtlich relevanten Dokumente gibt die folgende Tabelle. Tab. 01 Die Abgrenzung zwischen Bank- und Handelsbuch soll so angepasst werden, dass eine objektivere Positionszuordnung möglich ist. Positionen dürfen zum Zwecke des kurzfristigen Wiederverkaufs gehalten werden, um kurzfristige Preisunterschiede ausnutzen zu können, um Arbitragegewinne zu erzielen oder um die Risiken aus einer der vorstehenden Positionen abzusichern. Positionen, die die vorgeschriebenen Kriterien nicht erfüllen, sind dem Bankbuch zuzuordnen. Es könnte schwierig werden zwischen den Instrumenten zu unterscheiden, die dem Handelsbuch zugewiesen werden und denjenigen, die dem Bankbuch zuzuordnen sind – jedenfalls wird es in den Banken zu einer höheren Bürokratie führen. Die Aufsicht muss dann prüfen, ob die Aufteilung der Handelstische ausreichend granular ist und alle Überwachungsanforderungen erfüllt sind. Die vorgeschlagenen Veränderungen könnten größeres zusätzliches Geschäft im Handelsbuch bedeuten, sodass auch kleinere Institute ein Handelsbuch einführen müssen. Das Basel Komitee sollte exakte Vorgaben machen, wie Derivative in Bankbuchpositionen Berücksichtigung finden. Die Einführung von internen Modellen auf Tischbasis könnte zu ungleichen Kapitalanforderungen für identische Produkte führen und den Arbeitsaufwand für Aufsicht und Finanzinstitute erheblich vergrößern. 3. Modellbestimmung – Revidiertes Standardmodell SA oder internes Modell IMA Die neuen Anforderungen für das revidierte Standardmodell SA führen neue Preissensitivitäten für das Marktrisiko ein. Diese können von allen Instituten verwendet werden. Institute müssen ein striktes Risikomanagementsystem installieren, um übergroße Intraday Beanspruchungen zu verhindern. Sollte eine Bank diese Anforderungen verletzen, wird die nationale Aufsicht sofort Maßnahmen einleiten, um die Kapitalvorgaben zu erfüllen. Die Berechnungsmethode dazu ist komplexer als die alte. 4. Revidierter Standardansatz Der revidierte Standardansatz basiert auf bankeigenen Schätzungen der Preissensitivitäten eines jeden Risikofaktors [vgl. Christensen/Hansen 2014]. Im revidierten Standardansatz werden lineare und nichtlineare Risiken beschrieben. Abb. 01 Dabei werden die Gewichte für das allgemeine Zins-, Währungsrisiko, Optionsvega und alle Renditespannen [credit spreads] erhöht. Außerdem wird eine Deckelung für den Fair value der Kapitalprämie von Verbriefungen eingeführt. Das Deltarisiko beschreibt eine Preisänderung [1bp oder 1Prozent] eines zugrunde liegenden Finanzinstruments, das in Tab. 01 Instrument Überblick über die wichtigsten Basel Regelwerke fünf Risikoklassen eingeteilt werden kann: Zinsen, Aktien- und Wechselkurse, Renditespannen und Rohstoffpreise. Das Vega einer Option gibt an, wie stark sich der Wert der Option ändert, wenn sich die Volatilität des Basiswerts um einen Prozentpunkt ändert und alle übrigen Größen konstant bleiben. Das Delta und Vegarisiko aller Risikoklassen basiert auf interne nSchätzungen von Sensitivitäten. Das Delta GIRR [Allgemeines Zinsrisiko] wird durch eine 1bp Verschiebung bestimmt. Das Gamma-Risiko wird in BCBS 352 als „Curvature Risk“ bezeichnet. Das „Curvature Risk“ misst die Sensitivität bezüglich einer Veränderung des Delta-Risikos des zugrunde liegenden Risikofaktors. Die Date Basel paper Available from: BCBS 2005 International convergence of capital measurement and capital standards: A revised framework. http://www.bis.org/publ/bcbs107.pdf BCBS 2009 Revisions to the Basel II market risk framework. http://www.bis.org/publ/bcbs158.pdf BCBS 2012 Fundamental review of the trading book (consultative paper 1). http://www.bis.org/publ/bcbs219.pdf BCBS 2013 BCBS 2013 BCBS 2013 BCBS 2013 Fundamental review of the trading book: A revised market risk framework (consultative paper). Regulatory consistency assessment program (RCAP) - Analysis of risk-weighted assets for credit risk in the banking book. BCBS. 2013. Regulatory consistency assessment program (RCAP) - Analysis of risk-weighted assets for market risk. Regulatory consistency assessment program (RCAP) - Second report on risk-weighted assets for market risk in the trading book. http://www.bis.org/publ/bcbs265.pdf http://www.bis.org/publ/bcbs256.htm http://www.bis.org/publ/bcbs256.htm http://www.bis.org/publ/bcbs240.pdf BCBS 2014 Analysis of the trading book hypothetical portfolio exercise. http://www.bis.org/publ/bcbs288.pdf BCBS 2014 BCBS 2015 BCBS 2015 BCBS 2015 BCBS 2015 Reducing excessive variability in banks’ regulatory capital ratios - A report to the G20. Frequently asked questions: Impact study on the proposed frameworks for market risk and CVA risk. Fundamental review of the trading book: Outstanding issues (consultative paper 3). Instructions for Basel III monitoring - Version for banks providing data for the trading book part of the exercise. Instructions: Impact study on the proposed frameworks for market risk and cva risk. http://www.bis.org/publ/bcbs298.pdf https://www.bis.org/bcbs/qis/FAQs_ impact_study.pdf http://www.bis.org/publ/bcbs305.pdf https://www.bis.org/bcbs/qis/biiiimplmoninstr_feb15.pdf http://www.bis.org/bcbs/qis/instr_impact_study_jul15.pdf. BCBS 2016 Standards - Minimum capital requirements for market risk. http://www.bis.org/bcbs/publ/d352.pdf

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