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RISIKO MANAGER 01.2017

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RISIKO MANAGER ist das führende Medium für alle Experten des Financial Risk Managements in Banken, Sparkassen und Versicherungen. Mit Themen aus den Bereichen Kreditrisiko, Marktrisiko, OpRisk, ERM und Regulierung vermittelt RISIKO MANAGER seinen Lesern hochkarätige Einschätzungen und umfassendes Wissen für fortschrittliches Risikomanagement.

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20 RISIKO MANAGER 01|2017 Abb. 08 Risikokapitalverhältnis 400,00 % 350,00 % 300,00 % 250,00 % 8,00 % 7,00 % 6,00 % 5,00 % 4,00 % 200,00 % 3,00 % 150,00 % 100,00 % 50,00 % 0,00 % 2,00 % 1,00 % 0,00 % -1,00 % 06.10.2008 06.10.2009 06.10.2010 06.10.2011 06.10.2012 06.10.2013 06.10.2014 06.10.2015 Reg. Risiko/Kapital Verhältnis (LHS) Erste Absicherungsschwelle Öko. Risiko/Kapital Verhältnis (LHS) Quelle: Eigene Darstellung. Risiko-Zins 5-7 J. (RHS) Abb. 09 Zinsinvestitionsgrad nach Absicherungsimpulsen 175,00 % 150,00 % 125,00 % 100,00 % 75,00 % 50,00 % 25,00 % 0,00 % 06.10.2008 06.10.2009 06.10.2010 06.10.2011 06.10.2012 06.10.2013 06.10.2014 06.10.2015 Reg. Risiko/Kapital Verhältnis (LHS) Öko. Risiko/Kapital Verhältnis (LHS) Risiko-Zins 5-7 J. (RHS) Quelle: Eigene Darstellung. Durch die konsequente Beachtung der regulatorisch akzeptierten und ökonomisch beobachteten Diversifikation schont die ALM-Strategie die niedrigen Risikokapitalressourcen durch gezielte Steuerung der Wertsicherungsschwellen und bietet darüber hinaus eine gezielte Steuerung des bilanziellen und des ökonomischen Risikos, um eine auskömmliche strategische Asset Allokation aufrechtzuerhalten. Letztendlich ist das Gesamtziel dieses rekursiven Investmentprozesses die Handhabung der Risikodynamik in der Art, zeitnahe prozessuale Reaktionen durchzuführen, Beschränkungen der Strategiekosten beizubehalten und dabei die langfristige Unternehmensweiterführung zu sichern. Für Versicherungsunternehmen ist eine Umsetzung der Kernelemente zur Validierung und Steuerung der marktwertbasierten Risikofaktoren weniger eine starre Investmentstrategie, sondern vielmehr eine langfristige Vision. Der von den aufsichtsrechtlichen Behörden eingeleitete Paradigmenwechsel zielt auf den Ausbau der Fähigkeit ab, die unternehmerischen Investmentziele an sich ändernde individuelle Verpflichtungsbelastungen rasch anzupassen, Chancen zu ergreifen und sich langfristig Risiken zu stellen. Fazit tionen der Kapitalanforderung muss groß genug sein, da es sonst zu einem übermäßigen Wechsel der führenden Steuerung kommt. Der Führungskonflikt der Steuerungskreise lässt sich an einem einfachen Beispiel eines Indexes von europäischen Unternehmensanleihen mit einer Durchschnittsduration von etwa sechs Jahren zuzüglich einer simulierten, Zwölfjährigen, passivseitigen Duration veranschaulichen Abb. 08. Im Hinblick auf die Kapitalstruktur entsteht der Anreiz, die kürzere Aktivseite zu der längeren Passivseite zur Parität zu schließen, wodurch das Futureoverlay jedoch erhöht und das Portfolio gehebelt wird, um dadurch regulatorisches Risikokapital einzusparen. Durch diesen Hebel werden zeitweise weitere Erträge möglich, die zur Deckung der passiven Verpflichtungsstruktur beitragen. Schwankungen im Kapitalmarkt ergeben jedoch ökonomische Absicherungsimpulse gegenüber dem restlichen Risikokapital, das sich absichernd auf das Futureoverlay auswirkt. Eine ggfs. notwendige Reduzierung der Laufzeit auf der Aktivseite erfordert allerdings zusätzliches regulatorisches Risikokapital zum Öffnen des Durationsgaps. Die Gegenbewegungen der Absicherungsschwellen ergeben sich in regelmäßigen Marktbewegungen. Beim Unterschreiten der Wertuntergrenze wechselt der Steuerungskreis nachhaltig Abb. 09. Insbesondere die angedachte taktische Wertsicherung innerhalb der ALM-Strategie sowie der aufgezeigte Ansatz zur Steuerung der Zinsduration, ermöglichen ein gutes Risiko-Rendite-Profil in der Kapitalbindung der Versicherungsunternehmen. Der Ausgangspunkt von niedrigen Zinsen und strengeren aufsichtsrechtlichen Vorgaben resultiert in ALM-Strategien mit strategischer Asset Allokation und einem taktischen Risikomanagement zur Wertsicherung der Unternehmen. Für langfristige Investitionshorizonte wird ein Kapitalpuffer zur Risikovorsorge eingesetzt, welcher sich über ein strategisches Weiterführungsprinzip definiert und einen taktischen Verlustrahmen zu Steuerungszwecke implementiert. Regelbasierende Komponenten von bilanziellen und wertorientierten Steuerungsmöglichkeiten entscheiden über quantitative Indikatoren zur Modellierung der dynamischen Kapitalpufferhöhe, wobei ein diskretionärer Spielraum entsteht. Gleichwohl wird der regulatorischen Steuerungskomponente im Investmentprozess, aufgrund der Marktsituation, eine besondere Beachtung zugeschrieben. Dieser Artikel fokussiert auf den strukturellen Ablauf der Risiko- und In-

Marktrisiko 21 vestitionshandhabung in Bezug auf ökonomische, bilanzielle und aufsichtsrechtliche Rahmenbedingungen. Dafür wird eine bestimmte Assetklasse und Risikokategorie benutzt. Weiterführende Auseinandersetzungen mit der aufgeführten Thematik würden eine Erweiterung zu anderen Assetklassen und deren Berücksichtigung in der Bewertungsmethodik für das Gesamtrisiko und die sachgerechte Ausgestaltung der Steuerungskreise bestimmen. Ebenso gilt es, im Zusammenhang der weiter fortschreitenden regulatorischen Entwicklungen und der herausfordernden Rahmenbedingungen am Kapitalmarkt, den im vorliegenden Artikel angesprochenen analytischen Rahmen weiterhin zu überprüfen und bei Bedarf zu aktualisieren. Gesamtheitlich wurde die überlappende Interaktion zwischen verschiedenen Steuerungskreisen aufgezeigt, deren Risikostruktur die aktiv-passivseitige Investition dynamisch beeinflussen und sich auf einen langfristigen Weiterführungsansatz ausrichten. Quellenverzeichnis: BaFin (2010): „Ergebnisse der fünften quantitativen Auswirkungsstudie zu Solvency-II“ (QIS 5). BaFin (2011): BaFin-Rundschreiben 4/2011 (VA). BaFin (2015): BaFin-Rundschreiben 12/2015 (VA). EIOPA TS.SCR.5: EIOPA Technical Specification TS.SCR.5. EIOPA TS.SCR.11: EIOPA Technical Specification TS. SCR.11. EIOPA BoS-14/168: „Leitlinien zur Einstufung der Eigenmittel“ (EIOPA-BoS-14/168). EIOPA IGSRR-09/08: „Own Risk and Solvency Assessment (ORSA)“ (IGSRR-09/08). EU-Richtlinie 2009/138/EG: Solvency-II Framework – 3 Pillars Approach (EU-Richtlinie 2009/138/EG). GDV (2006): GDV Broschüre: „10 Kernpunkte der deutschen Versicherungswirtschaft zu Solvency-II“ 2006. GDV (2009): GDV Broschüre: „Kernpositionen zu Eigenmitteln unter Solvency-II“ 2009. Gondring (2015): Hans-Peter Gondring: Versicherungswirtschaft: Handbuch für Studium und Praxis. HGB § 253: Zugangs- und Folgebewertung (HGB § 253). Melsheimer (2007): Fritz Horst Melsheimer: Kapitalanlagerisiken im langfristigen Personenversicherungsgeschäft, in: Aktuelle Fragen in der Versicherungswirtschaft, Verl. Versicherungswirtschaft, ISBN 978-3-89952-321-8 - 2007, S. 127-141. Perlod, Sharp (1988): Andre F. Perold und William F. Sharpe: Dynamic Strategies for Asset Allocation, Finan cial Analysts Journal, January/February 1988. Stelter (2016): Daniel Stelter: Das wertlose Versprechen 100-jähriger Anleihen, siehe http://www.wiwo.de/finanzen/geldanlage/stelter-strategisch-das-wertlose-versprechen-100-jaehriger-anleihen/13576430.html. Abruf August 2016. VAG § 27: Risiko- und Solvabilitätsbeurteilung (VAG § 27). Autor: Christian Eilert, FRM, Dipl. Math. (FH) Marktpreisrisikomessung & Fixed Income Attribution Webbasiertes Schulungsprogramm Datenschutz, Datensicherheit und Informationssicherheit » » » Wir bieten Ihnen: » » » » Bestellen Sie noch heute Ihren Testzugang!

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