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RISIKO MANAGER 01.2017

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12 RISIKO MANAGER 01|2017 Als optimale Lösung unter Einhaltung der vorgegebenen Bedingungen ergibt sich dann das in Abb. 04 zusammengefasste Cashflow-Profil. Die Barwerte unter den Schockszenarien betragen jeweils 147,17 Geldeinheiten; bei der vorgenommenen Wahl der Parameter ist also der Cashflow hinsichtlich des Standardzinsschocks immun. Die Ersparnis gegenüber der Ausgangssituation beträgt also wiederum 1,1 Geldeinheiten. Die bereits beschriebene möglich gewordene vollständige Immunisierung wurde auch erkauft durch Akzeptanz einer geringeren Konvexität im Vergleich zu der des Ausgangs-Cashflows. Die hier dargestellte Optimierung nimmt eine statische Perspektive ein, das heißt sie betrachtet nur die aktuelle Situation hinsichtlich des im Zinsbuch gebundenen Vermögens und dessen Reagibilität auf Veränderungen der Zinsstrukturkurve. Dynamische Effekte durch die Veränderung des Cashflows im Zeitablauf wurden bisher ausgeblendet. Der dargestellte statische Ansatz lässt sich aber leicht zu einer Variante verallgemeinern, in der Immunisierungsprobleme dynamisch betrachtet werden. Hierzu wird zu jedem zukünftigen Stichtag, an dem die Berechnung des Zinsschocks vorzunehmen ist, das Cashflow-Profil und dessen Zinsreagibilität – etwa auf Basis der heute berechneten Forwardzinsen – ermittelt. In die Zielfunktion gehen dann nicht nur die aktuelle Barwertveränderung, sondern alle Barwertveränderungen an den künftigen Berechnungsstichtagen ein. Die Nebenbedingungen werden dann entsprechend nicht nur für den aktuellen, sondern für alle künftigen Berechnungszeitpunkte formuliert. Dadurch erhöhen sich die Anzahl der Summanden in der Zielfunktion sowie die Anzahl der Nebenbedingungen entsprechend. Diskussion und Fazit Abb. 04 Cashflow-Profil Bucket t 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Zahlung zt 20 17,89 -20 -20 -130 -20 -20 18,24 20 110 Bei der Disponierung des Zinsbuchs ist eine einseitige Orientierung an dem vom Regulator vorgegebenen Standardzinsschock sicherlich nicht zu empfehlen, da dieser bekanntermaßen ein unvollständiges Bild des Zinsänderungsrisikos liefert. Stattdessen sollte eine umfassende, über Parallelverschiebungen hinausgehende, Betrachtung der Risikoposition vorgenommen werden. Der vorliegende Beitrag stellt eine Möglichkeit dar, das Zinsbuch sowohl unter Berücksichtigung von Schocks als auch interner Vorgaben an die Disposition zu optimieren. Im Sinne der EBA-Leitlinien zum IRRBB können im Rahmen der hier dargestellten Optimierung des Zinsbuch-Cashflows weitere Schockszenarien, insbesondere Drehungen (Verflachung, Versteilung) der Zinsstrukturkurve aufgenommen werden. Die Berücksichtigung zusätzlicher Szenarien kann dann analog zu dem oben beschriebenen Vorgehen auf die Zielfunktion und die Nebenbedingungen verteilt werden. Beispielsweise kann durch eine multikriterielle Zielfunktion der Barwertverlust bei steigenden Zinsen und bei sich verflachender Zinsstrukturkurve minimiert werden bei gleichzeitiger Beschränkung des Verlusts in den Szenarien, bei denen die Zinsen sinken und die Zinsstrukturkurve steiler wird. Die Vorgabe der Einhaltung eines bestimmten, mit der historischen Simulation ermittelten Value at Risk als Nebenbedingung ist denkbar, aber aufwändiger umzusetzen. Die Forderung der Einhaltung eines vorgegebenen Werts speziell für den 100%-VaR ist mittels Einführung entsprechender Nebenbedingungen problemlos möglich: Hierzu müssen die Barwerte unter sämtlichen vorliegenden historischen Zinsszenarien entsprechend beschränkt werden. Bei niedrigeren Konfidenzen ist gegebenenfalls eine differenzierte Betrachtung notwendig, da einzelne Nebenbedingungen im Optimum redundant sein dürften, sodass alleine dadurch formal auch ein VaR mit einem Niveau auch kleiner als 100 % eingehalten wird. Aus Treasury- beziehungsweise Banksteuerungsperspektive stellt sich noch die Frage der kurz- und langfristigen Erreichbarkeit des optimierten Cashflow-Profils, also durch welche Maßnahmen dieses, ausgehend vom aktuellen Ist-Cashflow, (möglichst kostengünstig) erzielt werden kann. Kurzfristig steht hierzu eine Reihe von klassischen Instrumenten zur Zinsbuchsteuerung wie etwa FRA’s, Swaps etc. zur Verfügung, mit denen sich die einzelnen Zahlungen in den Zeitbändern verändern lassen. Je nach Kategorie der verwendeten Instrumente bemisst sich dann auch der Kostenterm in der Zielfunktion. Langfristig lässt sich die Erreichung eines gewünschten Cashflow-Profils auch durch eine andere Geschäftspolitik realisieren. Zeigt sich etwa im Rahmen der Optimierung, dass sich in den längeren Laufzeitbändern geringere Aktivüberhänge günstig auswirken, könnte die Laufzeit von Krediten entsprechend verringert werden, mithin also das Ausmaß der Fristentransformation reduziert werden. Damit verbundene Ertragseinbußen können dann bei dem Kostenterm veranschlagt werden. Quellenverzeichnis sowie weiterführende Literaturhinweise: Alexander, G. J./Resnick, B. G. (1985): Using linear and goal programming to immunize bond portfolios. Journal of Banking & Finance, 9(1), 35-54. Bierwag, G. O./Khang, C. (1979): An immunization strategy is a minimax strategy. The Journal of Finance, 34(2), 389- 399. Bundesbank (2012): Die Rolle des „Baseler Zinsschocks“ bei der bankaufsichtlichen Beurteilung von Zinsänderungsrisiken im Anlagebuch, Monatsbericht Juni 2012, 55-65. European Banking Authority (2015): Leitlinien zur Steuerung des Zinsänderungsrisikos bei Geschäften des Anlagebuchs. Fong, H. G./Vasicek, O. A. (1984): A risk minimizing strategy for portfolio immunization. The Journal of Finance, 39(5), 1541-1546. Wegner, O./Sievi, C. R./Goebel, R. (2011). Kritische Analyse des BaFin-Zinsrisikokoeffizienten, Betriebswirtschaftliche Blätter, 486-491. Autor: Bernhard Kübler, Senior Manager Risk Con trolling, Baader Bank AG.

Marktrisiko 13 Fundamental Review of the Trading Book Die größten Fehler bei der Vorbereitung auf FRTB Die neuen Mindestkapitalanforderungen für Marktpreisrisiken (BCBS 352), auch bekannt unter der Bezeichnung FRTB, stellen einen der signifikantesten regulatorischen Eingriffe dar, auf die sich Finanzinstitutionen aktuell vorbereiten müssen. Um den Anforderungen rechtzeitig gerecht zu werden, müssen Banken diese genau verstehen und frühzeitig Weichen für die korrekte Umsetzung stellen. FRTB betrifft nur das Meldewesen BCBS 352 behandelt ein breites Spektrum von Themen und Prozessen mit Auswirkungen auf verschiedenste Abteilungen in der ganzen Bank. Die meist diskutierten Veränderungen betreffen die regulatorischen Meldepflichten und damit auch die entsprechenden Anforderungen an die IT, neue Daten und Schnittstellen für die Kalkulation der Kapitalanforderungen gemäß FRTB zu implementieren. Darüber hinaus beinhaltet das Rahmenwerk allerdings explizite organisatorische Anforderungen, die sich für Trading- und Risikocontrolling-Einheiten ergeben. Darunter fallen unter anderem die Restrukturierung des Handels (inklusive neuer Vorgaben zur Trading-Desk-Struktur und der Zuordnung von Mitarbeitern innerhalb dieser Struktur), sowie neue Säule-II-Anforderungen für das Risikomanagement von Handelspositionen. Hinzu kommt, dass die neue Abgrenzung zwischen Handelsbuch und Anlagebuch und deren begrenzte Durchlässigkeit im Sinne interner Risikotransfers tendenziell zu steigenden Kapitalanforderungen führen, die wiederum die Rentabilität kompletter Handelsstrategien und Businessbereiche gefährden können. Wenn Sie kein Handelsbuch haben, betrifft FRTB Ihre Organisation nicht Mit FRTB wird eine neue Definition der Abgrenzung zwischen Anlage- und Handelsbüchern etabliert. Diese basiert auf strengeren Regeln und Annahmen hinsichtlich der Funktion verschiedener Produkttypen innerhalb des Portfolios einer Bank. Dies bedeutet, dass die Frage, ob Ihre Institution eine Handelsbuchinstitution ist, auf Basis der BCBS 352 neu gestellt und beantwortet werden muss. Der im Rahmen von Auswirkungsstudien vorherrschende Effekt dieser neuen Abgrenzung ist eine Umwidmung von Instrumenten aus dem bisherigen Anlagebuch in das Handelsbuch. Zusätzlich fallen Kapitalanforderungen zur Unterlegung von Warentermin- und Fremdwährungsrisiken an, die FRTB-konform zu ermitteln sind – unabhängig davon, in welchem Buch die verursachenden Instrumente geführt werden. Wenn Sie nur an der Umsetzung des neuen Standardansatzes interessiert sind, haben Sie noch viel Zeit Mit dem für Anfang 2019 erwarteten Beginn der Beobachtungsphase zur FRTB-Konformität und dem zu erwartenden zeitlichen Aufwand für die Zulassung der neuen Handelsbuch-Grenze bleiben noch ca. zwei Jahre Zeit, um den Hauptaufwand in der Umsetzung zu bewältigen. Innerhalb dieses eng gefassten Zeitrahmens, sind zahlreiche dringende und interdependente Aufgaben zu erfüllen: Das relevante Portfolio – das heißt das neue Handelsbuch gemäß BCBS 352 – muss neu definiert und die Anmeldung von Sonderbehandlungen spezifischer Positionen mit Bezug auf die Handelsbuch- bzw. Anlagebuchzuordnung evaluiert werden. Die technische Implementierung, inklusive neuer Schnittstellen zwischen Front-Officeund/oder Risikomanagement-Systemen und der Meldewesen-Software, muss erreicht werden. Dies unter Berücksichtigung von insgesamt 45 Datenfeldern, die aus dem neuen Standardansatz gemäß FRTB resultieren und bisher nicht vollständig im aufsichtlichen Meldewesen verwendet werden. Die Restrukturierung des Handels im Einklang mit den neuen organisatorischen Anforderungen muss bis Ende 2018 abgeschlossen werden. Die Aufsicht veranschlagt Bearbeitungszeiträume von bis zu einem Jahr für die Validierung und Freigabe der neuen Desk-Struktur und der umgesetzten Abgrenzung zwischen Handelsbuch und Anlagebuch. Dieser zusätzliche Zeitrahmen muss in die Projektplanung mit einfließen. Wenn in Ihrem Institut eine Genehmigung für den Interne-Modelle-Ansatz vorliegt, spielt der Standardansatz eine untergeordnete Rolle Der Regulator beabsichtigt die Erhebung einer Mindest-Kapitalanforderung auf Basis des FRTB-Standardansatzes, die als Floor für die Eigenkapitalanforderung resultierend aus internen Modellen anzuwenden ist. Dies bedeutet, dass Institutionen den Standardansatz unabhängig davon berechnen müssen, ob sie über ein internes Modell verfügen oder nicht. Der Gebrauch eines internen Modells zur Berechnung von Kapitalanforderungen muss für jeden einzelnen Desk separat durch die Aufsicht freigegeben werden. Der Standardansatz dient dabei als Fall Back, wenn die Aufsicht das interne Modell für die Abbildung des Risikoprofils eines spezifischen Desks als untauglich betrachtet. Autoren: Hendrik Sumpf, Senior Consultant, Finbridge GmbH & Co. KG. Sadiq Javeri, Capital Markets and Risk Strategist, Misys.

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