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RISIKO MANAGER 01.2015

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6 Ausgabe 01/2015 Banken

6 Ausgabe 01/2015 Banken wieder profitabel Die globale Bankenbranche ist aus dem Tal der Finanzkrise zu profitablem Wachstum zurückgekehrt. Gleichzeitig ist der Bankensektor weltweit in eine Phase eingetreten, die durch umfassende Reformen und regulatorische Kontrolle gekennzeichnet ist. Die neuen Rahmenbedingungen erfordern ein grundlegend neues Denken, das Regulierung nicht als notwendiges Übel abtut, sondern die Regulierungsziele proaktiv als „Good Citizen“ zu verwirklichen sucht. Zu diesen wesentlichen Ergebnissen kommt die internationale Managementberatung Boston Consulting Group (BCG) in ihrem unter dem Titel „Building the Transparent Bank“ veröffentlichten Global Risk Report 2014-2015. Darin analysieren die Autoren den Status quo der globalen Bankenbranche, der regulatorischen Reformen im Bankensektor sowie deren Implikationen für das Management. Grundlage der Studie ist ein umfassendes Benchmarking von weltweit 300 Banken aus den Segmenten Retail-, Geschäfts- und Investment Banking. Die Studie zeigt auch, dass der überwiegende Teil der Banken erstmals seit Beginn der Finanzkrise im Jahr 2007 wieder profitabel arbeitet. Dabei gibt es allerdings große regionale Unterschiede. Erfolgreich sind vor allem nordamerikanische Institute, die wieder wachsen und beträchtliche Profite erzielen. Aber auch Banken im Mittleren Osten und Afrika zeigen eine positive Entwicklung. Banken in der Region Asien-Pazifik hingegen generieren die höchste Wertschöpfung, wenngleich ihre Performance stagniert. „Nur in Europa haben sich die Banken immer noch nicht von dem Einbruch erholt“, konstatiert Gerold Grasshoff, Co-Autor der Studie und Senior Partner bei BCG. Gleichzeitig bestimmen heute umfassendere und striktere Regulierungsvorgaben die Rahmenbedingungen des Bankwesens. Je nach Region und abhängig von ihrer wirtschaftlichen Performance sind die Banken darauf unterschiedlich gut vorbereitet. Um die aktuelle Situation und die zukünftigen Auswirkungen der regulatorischen Entwicklungen besser einschätzen zu können, klassifizierten die Analysten diese in drei Kategorien: (1) finanzielle Stabilität – (2) umsichtige Geschäftsführung – (3) Abwicklungsmechanismus. Die neue Ära der Transparenz, in der laut BCG jede Bank ihren eigenen Weg finden muss, erfordert seitens der Finanzinstitute zudem erhebliche Anpassungen ihres Wettbewerbsverhaltens, ihrer Strukturen und ihres täglichen operativen Handelns, wenn sie zukünftig erfolgreich sein wollen. Weitere Informationen sind auf der BCG Website (www.bcg.de) in der Rubrik /Media Center /Pressemitteilungen verfügbar. Deckungsvolumen der Kreditversicherer erreicht Rekordhoch Foto: © iStockphoto.com/pixelprof Die Kreditversicherer tragen für ihre Kunden Ausfallrisiken in bisher unerreichter Höhe: Das Deckungsvolumen der Warenkreditversicherer erzielte zum Ende des dritten Quartals 2014 die Rekordmarke von 387 Mrd. ¤. Das waren 5,4 Prozent mehr als zum selben Zeitpunkt des Vorjahrs. Zudem übernahmen die Kautionsversicherer Bürgschaften und Garantien in Höhe von rund 40 Mrd. ¤ (+ 3,8 Prozent). Der Schadenaufwand der Kreditversicherer betrug in den ersten neun Monaten rund 423 Mio. ¤ (- 33,7 Prozent), für Altfälle aus den Vorjahren zahlten die Versicherer weitere 269 Mio. ¤ (+ 45,7 Prozent). Von der Zahlungsunfähigkeit waren vor allem kleine und mittlere Unternehmen betroffen. Insolvenzen von Großunternehmen gab es in diesem Jahr nur wenige. Für das Gesamtjahr 2014 gehen die Kreditversicherer von 24.500 Unternehmensinsolvenzen aus (minus sechs Prozent). Im kommenden Jahr rechnen sie allerdings das erste Mal seit fünf Jahren mit einem Anstieg der Insolvenzen um zwei Prozent auf dann 25.000. Grund dafür sind vor allem Schwierigkeiten im Export: Der Euroraum entwickelt sich wesentlich schwächer als erwartet, hinzu kommt eine sich verlangsamende Konjunktur in China und eine Rezession in Russland. Neue und bislang unterschätzte Risiken sieht der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. zudem bei dem Thema Insolvenzanfechtung. Nach der deutschen Insolvenzordnung und jüngeren BGH-Urteilen müssen Lieferanten unter Umständen bis zu zehn Jahre lang bereits erhaltene Gelder zurückzahlen, wenn der Abnehmer zahlungsunfähig wird: Insolvenzverwalter fordern dazu mit wachsendem Erfolg Zahlungen vom Lieferanten zurück, die bereits Jahre vor der Insolvenz geleistet wurden. Weitere Informationen sind auf der Website des GDV (www.gdv.de) in der Rubrik /Medienzentrum /Pressemitteilungen verfügbar.

7 Fortsetzung von Seite 1 als Verhältnis von Zahlungsmitteln und Zahlungsmittelabflüssen unter Stress zur Anwendung kommen, werden bei der Betrachtung von Vermögensrisiken klassische Kennzahlen wie der Liquidity-Valueat-Risk eingesetzt [vgl. beispielswiese Beck/Lesko, 2008]. Nicht zuletzt durch die Anforderungen zum Liquiditäts-Transferpreissystem in den MaRisk ist die Berücksichtigung von Liquiditäts-Beiträgen im Rahmen der (Margen-)Kalkulation von Kundengeschäften oder bei der Performanceberechnung bei Eigengeschäften zu einem aktuellen Thema in der Bankenpraxis geworden. Die unterschiedlichen Fragestellungen der Banksteuerung im Zusammenhang mit dem Thema Liquidität können entsprechend der Darstellung in t Tab. 01 kategorisiert werden. Die regulatorischen Kennzahlen der LiqV und die LCR / NSFR können zudem als eigene Sichtweisen klassifiziert werden. Überblick MaRisk-Anforderungen Wesentliche Anforderungen des BTR 3.1 der MaRisk (Stand 12/2012) zum Liquiditäts-Verrechnungspreissystem sind im Folgenden zusammengefasst: BTR 3.1 Textziffer 5 und Erläuterungen Das Institut hat ein geeignetes Verrechnungssystem zur verursachungsgerechten internen Verrechnung der jeweiligen Liquiditäts-Kosten, -Nutzen und -Risiken einzurichten. Die Ausgestaltung des Verrechnungssystems ist abhängig von Art, Umfang, Komplexität und Risikogehalt der Geschäftsaktivitäten sowie der Refinanzierungsstruktur des Instituts. [...] Dabei können Institute mit überwiegend kleinteiligem Kundengeschäft und einer stabilen Refinanzierung die Anforderungen durch ein „einfaches Kostenverrechnungssystem“ erfüllen. BTR 3.1 Textziffer 6 und Erläuterungen Große Institute mit komplexen Geschäftsaktivitäten haben ein Liquiditäts-Transferpreissystem zur verursachungsgerechten internen Verrechnung der jeweiligen Liquiditäts-Kosten, -Nutzen und -Risiken zu etablieren. Fragestellungen, Sichtweisen und Kennzahlen im Thema Liquidität Fragestellungen Sichtweisen Kennzahlen Welchen (Vermögens-)Wert hat die Liquiditäts -Position der Bank? Wie wirken sich Änderungen der Preise für Liquidität auf das Vermögen des Instituts aus? Ist die strategische Liquiditäts -Position effizient? Welche Liquiditäts-Kosten bzw. welcher Liquiditäts-Nutzen ist den Kundengeschäften verursachungsgerecht zuzurechnen? Welche Liquiditäts-Risikokosten sind verursachungsgerecht zurechenbar? Welche Auswirkungen ergeben sich bei Geschäftsänderung? Wie ist ein Verrechnungspreissystem zur verursachungsgerechten internen Verrechnung von Liquiditäts-Kosten, -Nutzen und -Risiken auszugestalten? Welche Verrechnungspreisbeziehungen bestehen? Was ist die Rolle eines Liquiditäts -Treasury? Wie kann der Liquiditäts-Vermögenswert in die Kapital- und Risikoallokation integriert werden? Welche Zusammenhänge bestehen zu anderen Risikoklassen? Welche Auswirkungen ergeben sich dadurch auf Effizienz und Optima? Wie lange ist die Bank unter schwierigen oder sehr schwierigen Bedingungen zahlungsfähig? Zahlungsfähigkeitssicht im Risiko- und Stressfall Wie entwickelt sich der kumulierte Saldo der Zahlungszuflüsse und Zahlungsabflüsse unter Planungsannahmen (inkl. Refinanzierungsplanung)? Wie entwickelt sich der kumulierte Saldo der Zahlungszuflüsse und Zahlungsabflüsse unter Planungsannahmen (ohne geplante neue oder Anschlussrefinanzierungen)? Wie hoch waren in der Vergangenheit die kurz fristigen, unerwarteten Zahlungsmittelabflüsse? In welcher Höhe ergeben sich ex-ante unerwartete, kurzfristige Zahlungsmittelabflüsse? In welcher Höhe ist in der täglichen Liquiditäts-Disposition ein Liquiditäts-Puffer vorzuhalten? Liquiditäts- Planung Refinanzierungsplanung Dispositive Liquidität Liquidierbarkeit Wie verändert sich der Vermögenswert von Vermögensgegenständen bei Veränderungen der Marktliquidität oder der Liquidierbarkeit dieser Vermögensgegenstände? Welche Auswirkung auf die GuV des aktuellen Jahres und ggf. der Folgejahre ergeben sich unter bestimmten Szenarien (z. B. Planung, Risikofall, Stressfall) bezüglich der dem Liquiditäts-Risiko zurechenbaren Einflussgrößen? GuV-Ergebnisvorschau, periodische Risikotragfähigkeit Kalkulation, Liquiditäts- Transferpreise Liquiditäts- Transferpreise Kapital- und Risikoallokation t Tab. 01 Survival Period Liquiditäts-Cashflow und Liquiditäts-Bedarf in verschiedenen Fristen Liquiditäts-Cashflow und Liquiditäts-Bedarf in verschiedenen Fristen Liquidity-at-Risk Liquiditäts -Puffer (ex-post) Liquiditäts-Vorschau (ex-ante) Risikofaktorsicht, Steuerungssicht Liquiditäts-Vermögen, Liquidity-VaR potenzieller Marktwert verlust bzw. Bewertungsrisiko i. d. R. Positionen der periodischen Erfolgsspannenrechnung Liquiditäts-Kosten Liquiditäts -Nutzen Liquiditäts-Risikokosten Schaden/Nutzen Ausgleichs zahlungen Liquiditäts-Kosten Liquiditäts-Nutzen Liquiditäts-Risikokosten Schaden/Nutzen Ausgleichszahlungen Netto-Performance Performance, Risiko, Korrelationen, RORAC u. ä.

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