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RISIKOMANAGER_04.2019

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RISIKO MANAGER ist das führende Medium für alle Experten des Financial Risk Managements in Banken, Sparkassen und Versicherungen. Mit Themen aus den Bereichen Kreditrisiko, Marktrisiko, OpRisk, ERM und Regulierung vermittelt RISIKO MANAGER seinen Lesern hochkarätige Einschätzungen und umfassendes Wissen für fortschrittliches Risikomanagement.

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30 RISIKO MANAGER 04|2019 Cyber-Mobbing findet im Vergleich zum klassischen Mobbing online in sozialen Netzwerken und Foren Anwendung. Diese Entwicklung sorgt dafür, dass Tatbestände wie Beleidigungen, Belästigungen und Bloßstellungen rund um die Uhr erfolgen können. Zudem erreichen die Angriffe ein großes Publikum und die Täter sind nicht immer eindeutig zu identifizieren, was die Strafverfolgung deutlich erschwert. Obwohl Cyber-Mobbing nach § 107c Strafgesetzbuch strafbar ist, ist es für die Opfer aufgrund der Schwierigkeit der Beweissicherung nicht immer möglich, sich rechtlich zu wehren [vgl. Saferinternet oJ]. Cyber-Mobbing-Attacken führen bei den Opfern oftmals zu Hilflosigkeit und psychischer Labilität. Cyber-Mobbing kann langfristige Auswirkungen auf das Leben des Betroffenen haben [vgl. eReport 2018]. Nur ein Prozent der deutschen Haushalte ist abgesichert Trotz der Präsenz des Themas Cyberrisiko, scheinen noch nicht alle Deutschen ausreichend für Cybersicherheit sensibilisiert zu sein. Aktuell weist erst ein Prozent der deutschen Haushalte einen entsprechenden Schutz gegen Angriffe aus dem Internet auf. Einer Umfrage zufolge seien mindestens 20 Prozent bereit, sich bei einem passenden Angebot umfassend abzusichern [vgl. Wenig 2017]. Die deutschen Versicherer wollen dieses Potenzial nutzen und bringen vermehrt Cyber-Versicherungen für Privatpersonen auf den Markt. Obwohl in der Vergangenheit bestimmte Gefahren aus dem Netz über Bausteine in der Privathaftpflicht-, Hausrats- oder Rechtsschutzversicherung abgedeckt werden konnten, steht der Rundumschutz des Verbrauchers bei der Produktentwicklung von Cyber-Versicherungen für Privatpersonen im Fokus [vgl. Wenig 2017]. Insgesamt können Cyberangriffe gravierende Schäden, finanzieller und psychischer Art, für den Betroffenen bedeuten. Die neuartige Cyber-Versicherung für Privatpersonen soll hierbei Abhilfe schaffen und die Internetnutzer umfassend gegen die Gefahren aus dem Netz absichern. Die Produktpalette an Cyber-Versicherungen für Privatpersonen ist vielfältig. Für jeden Kunden werden – je nach Zahlungsbereitschaft und gewünschtem Versicherungsschutz – die passenden Produkte angeboten. Hierbei ist insbesondere hervorzuheben, dass die Absicherung häufig nicht nur finanzielle Schäden betrifft, sondern auch juristische und psychologische Erstberatungen zum Absicherungsumfang gehören. Zusätzlich beinhalten manche Produkte – durch eine integrierte Sicherheitssoftware – einen Präventivschutz, was dazu führen soll, dass Cyberangriffe verhindert werden. Potenzialanalyse der Cyber-Versicherung für Privatpersonen Um das Potenzial von Cyber-Versicherungen für Privatpersonen auf dem deutschen Versicherungsmarkt beurteilen zu können, bedarf es einer Umfeldanalyse (hier einer PESTEL-Analyse, vgl. Abb. 02). PESTEL ist ein englisches Akronym und steht für die politischen (political), wirtschaftlichen (economic), sozio-kulturellen (social), technologischen (technological), ökologisch-geografischen (environmental) sowie rechtlichen (legal) Einflussfaktoren, die beispielsweise auf ein Unternehmen ein wirken, wenn es um die Erschließung von (neuen) Märkten geht. Politisches Umfeld (PESTEL) Das politische System der Bundesrepublik Deutschland ist als parlamentarische Demokratie organisiert. Aktuell wird Deutschland durch die Große Koalition aus CDU und SPD regiert. Etablierte demokratische Staaten, wie die Bundesrepublik Deutschland, werden als stabil angesehen. Von politischen Entscheidungen, die das Geschäftsmodell von Cyber-Versicherungen von Privatpersonen nachhaltig negativ beeinflussen könnten, ist aktuell nicht auszugehen. Vielmehr rückt die Bedeutung des Cyberrisikos – wie zuvor bereits beschrieben – auch in der Politik in den Vordergrund. Ökonomisches Umfeld (PESTEL) Auf dem deutschen Versicherungsmarkt existiert eine Vielzahl an Anbietern und Versicherungsprodukten. Durch diese große Anzahl an Versicherern steigt der Wettbewerbsdruck auf dem deutschen Versicherungsmarkt zunehmend an. In Zusammenhang mit dem Trend der Digitalisierung nimmt die Markt- und Preistransparenz zu. Die Kunden sind preissensibler und die Kundenloyalität nimmt somit ab. Es wird für die Versicherer – auch vor dem Hintergrund homogener Produkte – immer schwieriger, eine nachhaltige Kundenbindung aufzubauen [vgl. Müller-Perters oJ] Ein weiterer Faktor, der den Wettbewerb auf dem deutschen

OpRisk 31 Abb. 02 PESTEL-Analyse Rechtliches Umfeld » Strikte Regulatorik » Aufwendige Produktentwicklung (IDD) Politisches Umfeld » Stabiles politisches Umfeld » Cyberrisiko rückt in den Vordergrund Ökologisches Umfeld » Anstieg an Naturkatastrophen » Cyber-Versicherung eher nicht betroffen Versicherungsbranche Cyber-Versicherung für Privatpersonen Ökonomisches Umfeld » Erhöhter Wettbewerbsdruck » Schwierigkeit der Kundenbindung Technologisches Umfeld » Trend der Digitalisierung » Neue Risiken und neue Chancen Sozio-kulturelles Umfeld » Demografischer Wandel » Schrumpfende Zielgruppe Versicherungsmarkt verstärkt, ist der Zugang von digitalen Versicherern, den sogenannten InsurTechs. Insgesamt lässt sich festhalten, dass auf dem deutschen Versicherungsmarkt ein erhöhter Wettbewerbsdruck herrscht. Gerade aufgrund einer hohen Homogenität von Versicherungsprodukten, ist fraglich, inwiefern ein Versicherer sich mit einer Cyber-Versicherung für Privatpersonen von der Konkurrenz derart abheben kann, dass das Produkt ein nachhaltiges Wachstum herbeiführt. Die Abhebung von der Konkurrenz ist nur mit einem umfassenden Leistungsspektrum und einem damit verbundenen exzellenten Service möglich. Sozio-kulturelles Umfeld (PESTEL) Ein großer, bekannter Trend im sozio-kulturellen Umfeld ist der demografische Wandel. Das Altern der Bevölkerung stellt Versicherer immer wieder vor eine Herausforderung. Obwohl die Herausforderungen aufgrund des demografischen Wandels oftmals insbesondere mit der Lebensversicherung in Verbindung gebracht werden, ist festzuhalten, dass in jeder Versicherungssparte die Anzahl an potenziellen Neukunden in der jungen und mittleren Altersklasse abnimmt. Ein weiterer Trend, der das sozio-kulturelle Umfeld prägt, ist die Digitalisierung. Der Trend der Digitalisierung sorgt nicht nur für einen wirtschaftlich-technologischen Wandel, sondern verändert auch das Verhalten der Menschen nachhaltig. Bezogen auf Cyber-Versicherungen für Privatpersonen könnte das Produkt aufgrund der Digitalisierung und der damit verbundenen Veränderung des sozio-kulturellen Umfelds durchaus ein großes Potenzial haben. Gleichzeitig muss aber auch beachtet werden, dass der demografische Wandel zu einer alternden Bevölkerung beiträgt und die Zielgruppe des Produkts (junges und mittleres Alterssegment) schrumpft. Technologisches Umfeld (PESTEL) Der Trend der Digitalisierung hat große Auswirkungen auf die Versicherungsbranche. Die immateriellen Versicherungsprodukte gelten generell als digitalisierungsaffin. Versicherer haben somit ein großes Potenzial, ihre Produkte dem Zeitalter der Digitalisierung anzupassen oder sogar neue Produkte für die Absicherung von Cyberrisiken entwickeln zu können. Zusätzlich können auch Prozesse durch technologischen Fortschritt vereinfacht und beschleunigt werden, was die Kosten senken und die Kundenbindung nachhaltig stärken kann [vgl. Müller-Perters oJ]. Gleichzeitig müssen sich aber auch Versicherungsunternehmen adäquat gegen Cyberrisiken schützen. Gerade aufgrund der Arbeit mit sensiblen Daten gilt die Versicherungsbranche als beliebtes Ziel für Hackerangriffe [vgl. Wenig oJ]. Zusammenfassend hat der Trend der Digitalisierung für die Versicherungsbranche zwei Seiten. Einerseits können die Versicherer durch die Digitalisierung neue Potenziale ausschöpfen, andererseits müssen sie sich aber auch selbst umfassend gegen Cyberrisken absichern. Es bedarf daher sowohl einer effizienten Risiko- als auch Chancenanalyse, um den

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