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26 RISIKO MANAGER

26 RISIKO MANAGER 04|2019 Steuerungsphilosophien verfügt. Die Befragungsergebnisse belegen die zunehmende Bedeutung der Wertorientierung und die Abnahme der bislang klaren Dominanz der GuV-Steuerung. Vor dem Erscheinen des neuen Risikotragfähigkeitsleitfadens existierte faktisch kein paralleler periodenorientierter und wertorientierter Steuerungsansatz. Künftig wollen aber immerhin zehn Prozent der befragten Institute die aufsichtsrechtlichen Vorgaben zusätzlich auch bankintern verwenden. Es ist sehr wahrscheinlich, dass diese Überlegungen noch mehr Institute aufgreifen, um damit Synergieeffekte zwischen Regulatorik und Banksteuerung zu realisieren ( Abb. 01). Die im vergangenen Jahr durchgeführte Umfrage offenbarte einen nicht unerheblichen Anpassungsbedarf bei zentralen KPIs, die neu in die Gesamtbanksteuerung zu integrieren sind. Diesen Trend bestätigt die aktuelle Erhebung, im Rahmen derer die Teilnehmer danach gefragt wurden, ob die stetig steigenden regulatorischen Anforderungen wie ICAAP, ILAAP und Geschäftsmodellanalyse zum Anlass genommen werden, in nächster Zeit neue KPIs in die Gesamtbanksteuerung zu integrieren. Bei den aufsichtsrechtlichen KPIs will infolge der Vorgaben rund ein Fünftel der befragten Institute die Net Stable Funding Ratio (NSFR) und die Total Capital Ratio (TCR) neu aufnehmen. Außerdem wird die NSFR von rund der Hälfte der Institute zukünftig in die Gesamtbanksteuerung integriert. Dieser geringe Anteil verwundert angesichts der im ILAAP geforderten normativen Liquiditätsplanung, so die Studienautoren. Die Total Capital Ratio werden immerhin gut zwei Drittel nutzen – das verbleibende Drittel wird mitziehen müssen, ist doch die TCR fest im Säule-1- Plus-Ansatz integriert. Der Nachholbedarf bei den Risikokennzahlen überrascht erneut, so die Autoren. Denn hier will rund ein Viertel der Institute bei der Limitauslastung und ein Fünftel beim Credit-VaR nachbessern. In Bezug auf beide KPIs hätte man diesen Nachholbedarf nicht vermutet. Mehr noch: Die Limitauslastung wird bei einem Drittel nicht als KPI genutzt, beim Credit-VaR ist dies knapp die Hälfte. Bei den risikoorientierten Abb. 02 Welche Kennzahlen oder Key Performance Indicators (KPI) verwenden Sie für die bank interne Steuerung mit Blick auf die Beurteilung der aktuellen und längerfristigen Stabilität Ihres Geschäftsmodells? Aufsichtsrechtliche Kennzahlen Risikokennzahlen Ertrags-/ periodenorientierte Performancemaße Risikoorientierte Performancemaße Kennzahlen und KPI für die bankinterne Steuerung Liquidity Coverage Ratio (LCR) Total Capital Ratio Tier 1 Capital Ratio Net Stable Funding Ratio (NSFR) Verschuldungsquote (Leverage Ratio) Limitauslastung LiquiditätsVaR Risikovorsorge / Notleidende Kredite / Risikoquote CreditVaR VaR Cost-Income-Ratio Ergebnis vor/ nach Risikovorsorge Betriebsergebnis vor/ nach Steuern Return on Equity (ROE) RAROC (Risk Adjusted Return on Capital) RORAC (Return on Risk Adjusted Capital) EVA (Economic Value Added) Bereits integriert Einsatz in Planung Weder noch Performancemaßen werden künftig die gängigen KPIs Risk Adjusted Return on Capital (RAROC) und Return on Risk Adjusted Capital (RORAC) jeweils von rund zwei Dritteln der Institute genutzt. Die Studie belegt, dass hier mit 22 beziehungsweise 11 Prozent der Nachholbedarf nicht allzu hoch ist. Der auf die Wertschöpfung der Institute zielende Economic Value Added (EVA) wird von einem Fünftel neu aufgegriffen werden. Mit dieser Kennzahl, 61 % 52 % 39 % 11 % 50 % 27 % 22 % 51 % 29 % 15 % 56 % 52 % 10 % 44 % 12 % 41 % 15 % 58 % 9 % 33 % 50 % 15 % 20 % 24 % 28 % 45 % 25 % 30 % 38 % 41 % 15 % 44 % 34 % 20 % 46 % 31 % 14 % 55 % 17 % 33 % 44 % 44 % 42 % 22 % 36 % 52 % 11 % 37 % 29 % 19 % 52 % Basis: alle Befragten, N = 100 (Einfachnennung) die vereinfachend danach fragt, ob die Kapitalkosten verdient wurden, steuern sich damit künftig die Hälfte der Institute. Der Trend zu einer stärkeren Ausrichtung an Ertrags-/Risikokennziffern betont die Notwendigkeit, den Engpassfaktor Eigenkapital präziser steuern zu können. So setzen RAROC und RORAC den Ertrag in Relation zum eingegangenen Risiko, das aus ökonomischer und aufsichtsrechtlicher Sicht mit Eigenkapital zu unterlegen ist ( Abb. 02).

Marktrisiko 27 Angesichts der von der Aufsicht stark forcierten Geschäftsmodellanalyse interessieren die Relevanz für die bankinterne Steuerung, die Nutzung von Synergieeffekten und der Bedarf an fachlichen Weiterentwicklungen. Die Geschäftsmodelle der Institute stehen aufgrund vielfältiger Umfeldveränderungen, wie der Niedrigzinsen, des starken Wettbewerbs, der regulatorischen Vorgaben und der mit der Digitalisierung verbundenen Strukturbrüche, vor einem deutlichen Anpassungsbedarf, den der BaFin-Präsident Felix Hufeld in einem Interview mit dem Handelsblatt am 1. Oktober 2018 angemahnt hat: „Doch die schwache Profitabilität fordert die Banken in Europa massiv heraus. Das gilt besonders für Deutschland. Die Institute müssen auf Dauer ihre Eigenkapitalkosten verdienen, aber viele von ihnen tun das im Moment nicht. Das gibt Anlass zur Sorge und schmälert auch die Fähigkeit, notwendiges zusätzliches Eigenkapital aufzubauen. […] Fakt ist, dass die Kosten im deutschen Bankensystem in den letzten Jahren unter dem Strich nicht gesunken sind. Darüber hinaus müssen sich viele Institute Gedanken über ihr Geschäftsmodell machen.“ Aufsicht pusht Banksteuerung Spannend zu beobachten wird in diesem Zusammenhang sein, ob beispielsweise die von den ICAAP und ILAAP induzierten Änderungen auch relevante bankinterne Steuerungsimpulse liefern. Für jeweils etwas weniger als die Hälfte der Institute mündet die methodische Weiterentwicklung darin, den Handlungsbedarf in Bezug auf die Geschäftsmodellentwicklung einfacher ableiten zu können beziehungsweise die Risikotragfähigkeit und Liquiditätssteuerung in den Managementprozessen künftig deutlich aufzuwerten. Ein großer Teil der Banken ist aber auch der Ansicht, dass die Aufsicht im Zuge der zuletzt forcierten Konvergenz von Säule 1 und Säule 2 ein zu sehr vergangenheitsorientiertes Modell zugrunde legt, das Geschäftsmodellinnovationen eher behindert Dennoch lehnt nur ein geringer Rest von sieben Prozent der Banken und Sparkassen die aufsichtsrechtlich getriebene Steuerungsphilosophie ab, da sie die tatsächliche Risikosituation unzutreffend abbilde. Insofern erhofft sich also die breite Mehrheit nicht unerhebliche Synergieeffekte. Die Regulatorik pusht also auch die Gesamtbanksteuerung ( Abb. 03). Sie können die komplette Studie unter folgendem Link bestellen: https://www.msg-gillardon.de/ anfrage-studie Abb. 03 Liefert die Aufsicht Steuerungsimpulse? Liefern Ihrer Ansicht nach die im Zuge von z. B. ICAAP und ILAAP erforderlichen Änderungen Ihrem Haus relevante Steuerungsimpulse? Ja, die methodische Weiterentwicklung hilft uns, Han d lungsbedarf in unserem Geschäftsmodell besser zu erkennen. 45 % Ja, aber es handelt sich weniger um die neue Steuerungsmethodik, sondern vielmehr um die künftige Rolle von Risikotragfähigkeit und Liquidität in unseren Managementprozessen. 48 % 7 % Nein, hier wird den Kreditinstituten eine Steuerungsphilosophie aufgezwungen, die die tatsächliche Risikosituation nicht adäquat abbildet und somit nicht als Grundlage für Entscheidungen geeignet ist. Basis: alle Befragten, N = 100 (Einfachnennung)

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