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RISIKO MANAGER 17.2015

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6 Ausgabe 17/2015

6 Ausgabe 17/2015 Ergebnisdruck durch Digitalisierung Der Trend zur Digitalisierung setzt die Erträge der deutschen Privatkundenbanken zunehmend unter Druck. Schon in vier Jahren werden über traditionelle Bankfilialen weniger als die Hälfte (rund 45 Prozent) der Erträge erzielt, während es heute noch zwei Drittel sind. Auf digitale Kanäle entfallen 2019 bereits über 35 Prozent der Erträge. Neue, digitale Wettbewerber wie FinTechs werden sich damit Marktanteile von acht bis zwölf Prozent gesichert haben. Dadurch entgeht den klassischen Bankfilialen ein Ertragspotenzial von sechs Mrd. ¤. Zu diesem Ergebnis kommt The Boston Consulting Group (BCG) in der aktuellen Marktanalyse Retail Banking Revenue Pools 2015. Auf jährlicher Basis modelliert BCG die Produktentwicklung des deutschen Privatkundenmarkts in Volumen, Margen und Erträgen und ermöglicht so einen klaren Blick auf die Ertragspoten ziale in verschiedenen Ländern. Der Vergleich der europäischen Märkte zeigt, dass die deutschen Banken vor einer dramatischen Marktund Wettbewerbssituation stehen. Im deutschen Privatkundengeschäft gingen seit 2009 Erträge in Höhe von 5,1 Mrd. ¤ (8,6 Prozent) verloren; sie beliefen sich 2014 auf 54,0 Mrd. ¤. Bis 2019 werden die Erträge um weitere 2,7 Mrd. ¤ (4,9 Prozent) schrumpfen. Gründe dafür sind unter anderem das Niedrigzinsumfeld, die Digitalisierung und erhöhter Wettbewerb aus dem Ausland. Den Privatkundenbanken geht damit innerhalb von nur zehn Jahren mehr als ein Achtel ihrer Ertragsbasis verloren, bei gleichzeitigem Anstieg der Kosten für regulatorische Anforderungen. Die Retail Banking Revenue Pools zeigen zudem, dass Banken mit Dienstleistungen bei deutschen Kunden am wenigsten verdienen werden: Mit ihnen erzielen sie im Jahresdurchschnitt nur rund 730 ¤, bei Franzosen sind es 890 ¤ und bei Niederländern 1.130 ¤. Spitzenreiter sind die Briten mit 1.330 ¤. In Deutschland wird sich der durchschnittlich erzielte Betrag bis 2019 weiter verringern, während er in Frankreich um 3,1 Prozent und in den Niederlanden um 1,3 Prozent wachsen wird. Grund für diese Steigerung ist unter anderem die hohe Kreditnachfrage zur Eigenheimfinanzierung. Der Anteil der Krediterträge liegt in Frankreich bei 56 Prozent, in den Niederlanden bei 65 Prozent, in Deutschland dagegen nur bei 37 Prozent. BCG erwartet in Deutschland aufgrund einer nachlassenden Kreditnachfrage und sinkender Margen einen Rückgang der Krediterträge um jährlich rund ein Prozent. Damit verlieren die deutschen Banken einen ihrer wenigen Wachstumsfaktoren der vergangenen Jahre. Positive Entwicklungen erwarten die BCG-Experten dagegen im Wertpapiergeschäft – mit einem jährlichen Wachstum von zwei Prozent – sowie beim Einlagengeschäft: Hier ist mit einer Verlangsamung des Ertragsrückgangs zu rechnen. Seit 2009 sind die Einlagenerträge um 33 Prozent eingebrochen; in den nächsten Jahren werden sie mit einem Minus von jährlich drei Prozent deutlich langsamer zurückgehen. Weitere Informationen sind auf der BCG Website (www.bcg.de) in der Rubrik /Media Center /Pressemitteilungen verfügbar. SAG senkt Risiko deutscher Pfandbriefe Nach der Umsetzung der EU-Richtlinie zur Sanierung und Abwicklung von Kreditinstituten (BRRD) werden deutsche Pfandbriefe in weniger starkem Maße bankenseitigen Zahlungsausfällen ausgesetzt sein. Zu dieser Einschätzung gelangt die Ratingagentur Moody’s Investors Service in einem aktuell vorgelegten Bericht. Demnach senkt die deutsche Umsetzung der EU-Abwicklungsrichtlinie (Gesetz zur Sanierung und Abwicklung von Instituten und Finanzgruppen, SAG), welche am 1. Januar 2015 in Kraft getreten ist, die Wahrscheinlichkeit, dass ein Emittent den Zahlungsverpflichtungen aus seinen Pfandbriefen – im Vergleich mit vorrangigen unbesicherten Bankverbindlichkeiten – nicht mehr nachkommt, da die Pfandbriefe effektiv von höherer Ranghaftigkeit innerhalb der Passivastruktur des Emittenten profitieren, so Martin Rast, Senior Credit Officer bei Moody’s. Die Covered-Bond-Ratingmethodik von Moody’s trägt dem verminderten Kreditrisiko für Pfandbriefe durch das SAG insofern Rechnung, als (anstatt der Ratings für die vorrangigen unbesicherten Bankverbindlichkeiten) eine Einschätzung des emittentenseitigen Kontrahentenrisikos (Counterparty Risk Assessment) als Kreditrisikomessgröße dient, um den Bezugspunkt festzulegen, ab dem ein Emittent keine Zahlungen mehr auf seine Pfandbriefe leistet (CB-Anker). Moody’s positioniert den CB-Anker eine Ratingstufe über dem CR Assessment für solche Covered Bonds, die unter die EU-Abwicklungsrichtlinie fallen. „In der EU kommen in der zusätzlichen Ratingstufe die soliden Sicherungsmechanismen für die von der Richtlinie abgedeckten Covered Bonds sowie die voraussichtliche Bereitschaft der Bankenaufsicht zum Tragen, sich dieser Sicherungsmechanismen zu bedienen, um einen Zahlungsausfall des Emittenten zu vermeiden“, so Rast. Im Gegensatz zu anderen Schuldtiteln schließt die EU-Abwicklungsrichtlinie Covered Bonds von jeglicher Verlustabsorption durch Gläubigerbeteiligung aus, falls die Emittentin der Covered Bonds oder die als Sicherungsgeberin fungierende Bank abgewickelt wird. Die EU-Abwicklungsrichtlinie wird die Ratingvolatilität bei finanzkräftigeren Emittenten nach Meinung von Moody’s im Laufe der Zeit mindern, da durch das CR Assessment die Verbindung zwischen Covered Bond Ratings und den Ratings für die vorrangigen unbesicherten Verbindlichkeiten aufgelöst wird. Wie dem Bericht mit dem Titel „EU Bank Recovery and Resolution Regime Strengthens German Covered Bonds and Improves Their Ratings“ zu entnehmen ist, hat die Aktualisierung der Ratingmethodik bei 13 deutschen Pfandbriefprogrammen zu einer Heraufstufung um durchschnittlich 1,2 Ratingstufen geführt. Zusätzlich bedeuten höhere CB-Anker für diejenigen Pfandbriefe, die nicht von Moody's heraufgestuft wurden, dass weniger Übersicherung erforderlich ist, um das aktuelle Ratingniveau zu erreichen. Weitere Informationen sind auf der Homepage der Ratingagentur Moody’s (www.moodys.de) in der Rubrik /Aktuelles verfügbar.

7 Aktuelle Ratings von Fitch, S&P, Moody’s Land Fitch S&P Moody’s Rating Datum Rating Datum Rating Datum Eurozone Belgien AA 27.01.12 AA 28.11.11 Aa3 18.12.11 Deutschland AAA 10.08.94 AAA 09.12.09 Aaa 05.07.00 Estland A+ 05.07.11 AA- 09.08.11 A1 12.11.02 Finnland AAA 05.08.98 AA+ 10.10.14 Aaa 04.05.98 Frankreich AA 12.12.14 AA 08.11.13 Aa1 19.11.12 Griechenland CC 30.06.15 CCC+ 21.07.15 Caa3 01.07.15 Irland A- 15.08.14 A+ 05.06.15 Baa1 16.05.14 Italien BBB+ 08.03.13 BBB- 05.12.14 Baa2 13.07.12 Lettland A- 20.06.13 BBB+ 10.06.13 A3 13.02.15 Litauen A- 25.06.14 A- 11.04.14 A3 08.05.15 Luxemburg AAA 10.08.94 AAA 07.12.07 Aaa 28.07.99 Malta A+ 12.07.07 BBB+ 16.01.13 A3 14.02.12 Niederlande AAA 10.08.94 AA+ 29.11.13 Aaa 20.07.99 Österreich AA+ 13.02.15 AA+ 13.01.12 Aaa 30.11.01 Portugal BB+ 24.11.11 BB 13.01.12 Ba1 25.07.14 Slowakei A+ 08.07.08 A 13.01.12 A2 14.02.12 Slowenien BBB+ 17.05.13 A- 13.02.13 Baa3 23.01.15 Spanien BBB+ 25.04.14 BBB 23.05.14 Baa2 21.02.14 Zypern B- 03.06.13 B+ 24.10.14 Caa3 10.01.13 ESM AAA 08.10.12 kein Rating Aa1 30.11.12 EFSF AA+ 15.07.13 AA 08.11.13 Aa1 30.11.12 EZB N.A. AAA 28.01.99 Aaa 19.07.99 Europäische Union Bulgarien BBB- 09.11.08 BB+ 12.12.14 Baa2 22.07.11 Dänemark AAA 12.07.10 AAA 13.01.09 Aaa 23.08.99 Großbritannien AA+ 19.04.13 AAA 13.04.12 Aa1 22.02.13 Kroatien BB 08.08.14 BB 24.01.14 Ba1 01.02.13 Polen A- 18.01.07 A- 04.08.09 A2 12.11.02 Rumänien BBB- 26.06.12 BBB- 16.05.14 Baa3 06.10.06 Schweden AAA 08.03.04 AAA 16.12.09 Aaa 04.04.02 Tschechien A+ 04.03.08 AA- 24.08.11 A1 12.11.02 Ungarn BB+ 06.01.12 BB+ 20.03.15 Ba1 25.11.11 Europa Island BBB 14.02.12 BBB 17.07.15 Baa2 29.06.15 Norwegen AAA 13.03.95 AAA 09.07.95 Aaa 30.09.97 Russland BBB 04.02.09 BB+ 26.01.15 Ba1 20.02.15 Schweiz AAA 10.08.94 AAA 07.12.07 Aaa 20.07.99 Türkei BBB- 03.12.09 BB+ 19.02.10 Baa3 16.05.13 Ukraine CC 13.02.15 CC 10.04.15 Ca 24.03.15 G-7 Japan A 27.04.15 AA- 27.01.11 A1 01.12.14 Kanada AAA 12.04.04 AAA 29.07.02 Aaa 03.05.02 USA AAA 10.08.94 AA+ 06.08.11 Aaa 16.07.99 Angaben zum langfristigen Fremdwährungsrating – Datum nennt letzten Ratingänderungstermin – N.A. nicht verfügbar

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