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RISIKO MANAGER 10.2019

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RISIKO MANAGER ist das führende Medium für alle Experten des Financial Risk Managements in Banken, Sparkassen und Versicherungen. Mit Themen aus den Bereichen Kreditrisiko, Marktrisiko, OpRisk, ERM und Regulierung vermittelt RISIKO MANAGER seinen Lesern hochkarätige Einschätzungen und umfassendes Wissen für fortschrittliches Risikomanagement.

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66 RISIKO MANAGER 10|2019 Abb. 01 Belastungsanalysen in der aufsichtlichen Sichtweise Risikostrategie SREP-Kapitalanforderungen CET1 LCR Belastungsanalysen Aktuelle Quote [Stichtag] Frühwarn-Schwelle [Interne Steuerung] Frühwarn-Schwelle (Sanierung) [Interne Steuerung] Gesamtkapital-Anforderungen [Overall Capital Requirements (OCR)] 20,00 % 14,60 % 12,60 % 10,60 % 150 % 125 % 110 % RTF – adverses Szenario MaRisk AT 4.3.3 Nr. 3 – (adverse) Stresstests MaRisk AT 4.3.3 Nr. 4 – Inverse Stresstests Säule-2-Empfehlungen [Pillar 2 Guidance (P2G)] 1,60 % Begrenzung Ausschüttung [Maximum Distributable Amount (MDA)] 9,00 % 105 % Kombinierte Pufferanforderungen [Kapitalerhaltung, Systemrisiko, u. a.] 2,50 % SREP-Gesamtkapitalquote [Total SREP Capital Requirements (TSCR)] 6,50 % 100 % Säule-2-Zuschlag [Pillar 2 Requirement (P2R)] 20,00 % Säule-1-Anforderung [Art. 92 der EU-Verordnung 575/2013] 4,50 % Die Rolle des Case Managers wird in diesem Beitrag gegenüber den bisherigen Ausführungen weiter geschärft werden. Dabei ist keinesfalls das ausschließliche Argument für einen Case Manager, dass „alles“ immer komplexer und bedrohlicher würde. Es gibt genauso Komponenten, die weit weniger dynamisch und im Gegenteil sehr verlässlich sind, sowie Chancen, die aus oben genannten Entwicklungen hervorgehen. Auch diese beiden Aspekte sollte ein Case Manager im Blick haben. Ein Case kann bedrohlich oder gar existenziell sein, er kann sich aber auch positiv auf das Unternehmen auswirken. In jedem Fall sollten realistische wie bedeutende Cases aktiv gemanagt und auf diese Weise sowohl Bedrohungen vermieden als auch Chancen aktiv genutzt werden. Die Case Manager nehmen zukünftig diese Aufgabe des aktiven vorausschauenden Managements in Form einer Beratungsfunktion zentral wahr. Den Ausgangspunkt aller strategischen Überlegungen in Bezug auf die vorgeschlagene Rolle des Case Managers stellen stets die ökonomischen Handlungsoptionen des Unternehmens zur Verbesserung der Unternehmenssituation und Unternehmenskennzahlen dar. Dies geschieht aus einem guten Grund: Die unternehmensspezifischen Handlungsoptionen sind einfacher zu durchschauen als die komplexen Außenwirkungen und zudem deutlich weniger dynamisch: Es erfordert „nur“ ein ausgezeichne-

Regulierung 67 tes Know-how über das eigene Unternehmen und das direkte Marktumfeld. Zunächst wird eine bankaufsichtliche Sicht auf Belastungsanalysen, d. h. also auf spezielle Cases, vorgestellt. Auch wenn eine vergleichbare aufsichtliche Sichtweise nicht für alle Branchen außerhalb der Finanzbranche existiert, kann die gewählte Veranschaulichung dennoch auf andere Branchen übertragen werden, indem der vorgestellte aufsichtliche Blickwinkel durch eine anderweitige regulatorische Sicht auf Szenarien oder Stresstests oder gleich durch eine ökonomische ersetzt wird. Anschließend wird kurz auf die Sanierungsplanung eingegangen, denn diese stellt in Banken eine – aufsichtlich geforderte – gesamtheitliche Sichtweise auf alle verfügbaren Handlungsoptionen her. Wesentliche Schlussfolgerungen finden sich in dem darauffolgenden Abschnitt über die Rolle des Case Managers. In diesem wird aufgezeigt, dass der ökonomischen gesamtheitlichen Sicht stets der Kern der Aufmerksamkeit im Sinne einer optimalen Unternehmenssteuerung gewidmet werden sollte. Zusammenfassend wird die Rolle des Case Managers als wichtige Managementfunktion für Unternehmen visualisiert und hervorgehoben. Bankaufsichtliche Anforderungen an Belastungsanalysen Unter dem Begriff „Belastungsanalyse“ wird im bankaufsichtlichen Kontext eine Reihe von Analysetechniken verstanden, anhand derer potenzielle Verwundbarkeiten und Gefährdungspotenziale eines Instituts identifiziert und bewertet werden [vgl. Baumgarten 2019]. Belastungsanalysen können grundsätzlich in univariate Sensitivitätsanalysen und multivariate Szenarioanalysen unterschieden werden. Im Rahmen von Sensitivitätsanalysen werden einzelne Faktoren bzw. Risikoarten oder ein begrenztes Set an ausgewählten Parametern verändert. Bei Szenarioanalysen können dagegen hypothetische oder historische Szenarien angewendet werden, die sich über alle wesentlichen Risikoarten auf Gesamtinstitutsebene erstrecken [vgl. Engelke 2018]. Darüber hinaus können normale (adverse) Belastungsanalysen, bei denen die Szenarien vorgegeben und deren Auswirkungen auf eine Risikodeckungsmasse (z. B. Kapital- oder Liquiditätsdeckungspotenzial) untersucht werden, von inversen Belastungsanalysen unterschieden werden. Bei Letzteren werden Szenarien gesucht, die zu einem Aufzehren der vorhandenen Risikodeckungsmasse führen. Diese Zielwertsuche unterscheidet sich damit deutlich vom Vorgehen bei normalen Belastungsanalysen [vgl. Kretschmar/Schnitzler/Kühn 2018]. Neben den inversen kapitalorientierten Belastungsanalysen gewinnen im Rahmen der bankaufsichtlichen Prüfungen zunehmend die inversen liquiditätsorientierten Belastungsanalysen an Bedeutung. Als Instrument zur Messung des Liquiditätsrisikos stellen sie eine der neueren Pflichten großer Kreditinstitute dar. So sind inverse Liquiditätsstresstests (ILS) seit 2017 im SSM-Mehrjahresplan (Einheitlicher europäischer Aufsichtsmechanismus – Single Supervisory Mechanism – SSM) zum ILAAP (Sicherstellung einer angemessenen Liquiditätsausstattung – Internal Liquidity Adequacy Assessment Process – ILAAP) fest verankert [vgl. Kretschmar/Schnitzler/Kühn 2018]. Im Zusammenhang mit dem Umgang mit Nachhaltigkeitsrisiken sieht die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) vor, dass die beaufsichtigten Unternehmen prüfen sollten, ob die bestehenden unternehmensindividuellen Stresstests die wesentlichen Nachhaltigkeitsrisiken in geeigneter Weise abbilden oder ob hierfür neue bzw. modifizierte unternehmensindividuelle Stresstests zu erstellen sind [vgl. BaFin 2019].

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