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RISIKO MANAGER 10.2019

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64 RISIKO MANAGER 10|2019 Stressige Zeiten Die neuen Perspektiven eines Case Managers in der Unternehmenssteuerung Bedeutsame Marktentwicklungen treten als Folge der Globalisierung und des rasanten digitalen Fortschritts immer rascher und mit kürzeren Vorlaufzeiten auf. Unternehmen werden zunehmend vor die Herausforderung gestellt, sich strategisch auf diese Entwicklungen einzustellen und sich durch fortlaufend aktive, kluge Entscheidungen am Markt zu behaupten. In diesem Beitrag wird die Rolle eines Case Managers als vorausschauendem Steuerer entwickelt, der einen wesentlichen Beitrag zur Abdeckung dieser neuen ökonomischen Anforderungen leisten kann. Die Ausgestaltung der Rolle erfolgt praxisbezogen anhand einer exemplarischen Marktentwicklung für Kreditinstitute sowie in Anlehnung an eine vielversprechende methodische Weiterentwicklung: der pareto-orientierten Unternehmenssteuerung. Dieses bedeutet, die Entwicklungen ganzheitlich im Blick zu behalten und sich dabei (dennoch) auf die wesentlichen Effekte zu konzentrieren. Die aufsichtliche Sicht, die für Kreditinstitute mittlerweile eine erhebliche Relevanz besitzt und eine besondere methodische Kompetenz in der Bankpraxis erfordert, verdeutlicht auf anschauliche Weise, wie wichtig es ist, den Fokus auf die wesentlichen ökonomischen Fragestellungen und Zusammenhänge zu legen. Hierfür sind u. a. ein hohes volkswirtschaftliches Knowhow und sehr gute institutsindividuelle Kenntnisse unerlässlich. Einleitung Wer im Juli 2019 noch dachte, dass die schrittweisen Zinserhöhungen der Fed in 2018 die Rückkehr zur Normalität bedeuten könnten, mochte seinen Augen nicht trauen. US-Notenbankchef Jerome Powell nähr-

Regulierung 65 digt werden sollte [vgl. Zydra 2019]. Doch es existieren auch andere Ansichten: Weniger die Zinspolitik der EZB, vielmehr die ökonomischen Umstände seien für die Zinsentwicklung verantwortlich. Ein zu hohes Angebot an Ersparnissen stehe zu wenig Nachfrage nach Krediten gegenüber. Gründe dafür lägen in der Demografie, einem gewachsenen Sparwillen und der Digitalisierung [vgl. Freiberger 2019]. Weitere Experten sprechen davon, dass 2020 das Jahr der nächsten großen Wirtschaftskrise werden könnte und – sollte es tatsächlich zum Einbruch kommen – es die Krise mit der wohl längsten Vorwarnzeit wäre, die es je gab: eine Rezession mit Ansage [vgl. Hulverscheidt 2019]. Dass die derzeitigen Entwicklungen und die damit verbundenen Unsicherheiten eine große Belastung für Sparer, Versicherungen und Kreditinstitute darstellen, ist bekannt. Aber können die Auswirkungen solcher Entwicklungen wirklich substantiell und ganzheitlich von Unternehmen erfasst werden? Um den immer schnelleren, komplexeren und politisch beeinflussten Entwicklungen an den Märkten gerecht zu werden, ist es an der Zeit, die Funktion eines Case Managers zu installieren. Die Rolle des Case Managers steht dabei synonym für eine unternehmensweite und ggfs. sogar -übergrei- te die Markterwartung einer baldigen Zinssenkung [vgl. Reuters 2019]. Und auch die europäischen Notenbanker werden wohl noch länger mit billigem Geld auffallen. Kaum war die Nominierung von Christine Lagarde als neuer Chefin der Europäischen Zentralbank (EZB) bekannt, reagierten die Finanzmärkte bereits. Die Anleiherenditen für europäische Staatsanleihen rutschten über Nacht noch einmal ab [vgl. Stocker 2019]. Der EZB wird mittlerweile vorgeworfen, mit veralteten Inflationszielen zu arbeiten und Preisblasen an den Immobilienmärkten zu fördern sowie die Wirtschaft zu zombifizieren, weil unproduktive Unternehmen weiterlebten. Die Strafzinsgeldpolitik würde dem marktwirtschaftlichen Grundsatz widersprechen, dass Kreditaufnahme durch einen angemessenen Risikozins entschäfende Zusammenarbeit im Case Management, die ab- und aufbauorganisatorisch jedoch gebündelt werden kann. Dieser Case Manager agiert als Steuerungsexperte mit volkswirtschaftlichem Know-how und tritt primär als Berater des Managements auf. Die im Folgenden vorgestellte differenzierende Sichtweise auf Handlungsoptionen und Belastungsszenarien, die wie oben skizziert häufig nicht planbar auftreten, veranschaulicht die Motivation, einen Case Manager als zentrale ergänzende Managementfunktion zu positionieren. Die eingangs skizzierten zunehmenden und immer komplexeren Außeneinflüsse dienen dabei als anschauliches Fallbeispiel für den multidimensionalen Rahmen, in dem Unternehmen agieren und sich positionieren müssen. Bestimmte Ausprägungen derartiger makroökonomischer und politischer Veränderungen werden Unternehmen immer wieder treffen. Handelskonflikte auf den Weltmärkten, Klima- und Flüchtlingsfragen, Nationalisierungstendenzen sind weitere Aspekte, die das Wirtschaftsumfeld für Unternehmen sowohl ad hoc als auch nachhaltig beeinflussen. Jedes nennenswert veränderte Umfeld stellt in diesem Beitrag einen sogenannten Case dar. Der oder die Case Manager sollten ihr Unternehmen auf diese Cases bestmöglich vorbereiten.

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