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RISIKO MANAGER 10.2017

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RISIKO MANAGER ist das führende Medium für alle Experten des Financial Risk Managements in Banken, Sparkassen und Versicherungen. Mit Themen aus den Bereichen Kreditrisiko, Marktrisiko, OpRisk, ERM und Regulierung vermittelt RISIKO MANAGER seinen Lesern hochkarätige Einschätzungen und umfassendes Wissen für fortschrittliches Risikomanagement.

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14 RISIKO MANAGER 10|2017 tifikation und Steuerung von Risiken verzichtet. Ihre Kapitel zu Abhängigkeitsmodellierung, Modellwahl und -überprüfung sowie Simulationsmethoden können unter dem Begriff „Risikoaggregation“ zusammengefasst werden. Da keine Unterscheidung in Brutto- und Nettorisiken vorgenommen wird, ist die Positionierung nach den Risikoentlastungsstrategien kritisch zu sehen. Daneben wählen einige Autoren eine Gliederung, die den einzelnen Anwendungsfeldern des Risikomanagements folgt. Eine eindeutige Struktur ist hierbei jedoch nicht gegeben. Eller/Heinrich/Perrot liefern gewissermaßen eine Mischform, die sowohl Risikofelder als auch verschiedene institutionelle Anwendungsbereiche umfasst, während Romeike/Hager gezielt auf die risikorelevanten Unternehmensbereiche sowie der dort vorkommenden Subsysteme des Risikomanagementprozesses abzielen. Das Buch von Wolke hingegen folgt ebenfalls einer Mischform aus zwei Teilprozessen des Risikomanagements und jeweils einem Kapitel bezüglich der beiden wesentlichen Risikoarten. Alle übrigen Autoren folgen einem eigenen Aufbau, der sich kaum zusammen mit den anderen kategorisieren lässt. So unterteilen Albrecht/Maurer ihr Buch in vier große, thematisch in sich abgeschlossene Teile, die sich wiederum in einzelne verwandte Kapitel untergliedern. Im Kontext des Risikomanagements kann folgende qualitative Aussage getroffen werden: Der erste Teil beschäftigt sich, wie auch am Titel zu erkennen ist, mit institutionellen und methodischen Grundlagen der Investitionstheorie und ist somit nicht originär mit dem Risikomanagement verbunden. Die Abschnitte zwei und drei stehen dahingehend mit dem Risikomanagement zusammen, da sie zum einen Gegenstand des Risikomanagements sind, so etwa Aktien und Zinstitel, und zum anderen Derivate unabdingbare Risikosteuerungsmethoden darstellen. Der letzte Abschnitt widmet sich dann weiterführenden und vertiefenden Fragestellungen. Die Gliederung von Brauweiler zeigt nur einmal mehr, dass in einer derart kurzen Abhandlung der Anspruch, „State-of-the- Art-Methoden“ zu vermitteln, nicht erfüllt werden kann. Wesentliche Bestandteile des Risikomanagements fehlen vollkommen. Mit einem Kapitel über Liability Management liefern Möbius/Pallenberg einen branchenspezifischen Abschnitt, alles Übrige sollte selbsterklärend sein. Bei Broll/ Wahl wird wiederum die Charakterisierung als „Studientext“ ersichtlich. Jedes Kapitel stellt einen in sich abgeschlossenen Aspekt des Risikomanagements dar, Zusammenhänge sind nur bedingt erkennbar Das Praxishandbuch folgt wiederum dem Risikomanagementprozess und weist insbesondere bei den ersten sieben Kapiteln eine große Überschneidung mit den Gliederungen von Gleißner und Ehrmann auf. Hinzu kommen bei Gleißner/Romeike noch die letzten vier Kapitel „Strategische Aspekte des Risikomanagements und wertorientiertes Management“, „IT-gestütztes Risikomanagement“, „Praxisbeispiele zum Risikomanagement“ und „Ausblick: die Zukunft des Risikomanagements im wertorientierten Management“. Risikomanagementprozess Wie bereits in der quantitativen Untersuchung erwähnt, übernehmen die meisten Autoren die von der BaFin postulierten Schritte des Risikomanagementprozesses, wobei festzuhalten ist, dass diese BaFin- Vorgaben ihrerseits bereits vor ihrem Erscheinen bestehenden Konventionen (auch in damaligen Auflagen von Lehrbüchern) folgen, sodass sich keine nennenswerten Änderungen zum Status quo ante ergeben haben. Daher wird nachfolgend ein Überblick derjenigen Inhalte gegeben, die in einer Mehrzahl der untersuchten Bücher behandelt werden oder ein Standardinstrument des Risikomanagements darstellen. Identifikation Bei der Identifikationsphase bietet sich eine Einordnung in Kollektions- und Suchmethoden an, die explizit allerdings nur bei Romeike/Hager (S. 24) durchgeführt wird. Sartor/Bouranel lehnen ihre Übersicht über verschiedene Methoden der Risikoidentifikation an eine Veröffentlichung von Romeike aus dem Jahr 2005 an, sodass sich die dargestellten Instrumente mit denen bei Romeike/Hager decken (vgl. auch Sartor/Bouranel, S. 42).

ERM 15 Ähnlich ausführlich sind die Darstellungen bei Gleißner in diesem Bereich, während Ehrmanns Ausführungen deutlich kürzer bleiben. Albrecht/Maurer, Broll/ Wahl, Cottin/Döhler, Eller/Perrot/Heinrich sowie Möbius/Pallenberg liefern, wohl bedingt durch ihre disziplinäre Ausrichtung, keine konkreten Maßnahmen zur Risikoidentifikation. Angesichts des Vorstehenden wenig überraschend finden sich bei Gleißner/Romeike mehrere Beiträge, in denen Kollektionsund Suchmethoden angesprochen werden. Bewertung Die Risikobewertung bekommt sowohl in den Lehrbüchern als auch im Praxishandbuch die meiste Aufmerksamkeit geschenkt. In letzterem wird noch einmal explizit darauf hingewiesen, dass bei der Veränderung einer Variablen zwischen einer erwarteten und einer unerwarteten Komponente, die addiert den Risikoumfang ergeben, unterschieden werden muss (S. 250). Der erwartete Faktor lässt sich mittels zeitreihenanalytischer Verfahren prognostizieren und nur der unerwartete Anteil bildet das Risiko (S. 209). Ebenso wird großer Wert darauf gelegt, dass die Risiken planungskonsistent sind (ebd., S. 847), also die Risiken mit der Unternehmensplanung verknüpft werden, da jedes realisierte Risiko in Form einer Planabweichung auftreten müsste (ebd., S. 216, 597). Zunehmende Risiken bedeuten demzufolge einen höheren Grad an Diskrepanzen hinsichtlich der Planung. Bei der Risikobewertung können sowohl qualitative als auch quantitative Methoden zum Einsatz kommen. Qualitative Methoden werden in der Praxis häufig eingesetzt, um einen ersten Überblick über die Risikosituation zu erlangen, die daraufhin, wenn möglich mit quantitativen Methoden ergänzt und präzisiert werden sollten. Zusätzlich ist eine qualitative Vorgehensweise bei einer unzureichenden Datenlage zweckmäßig (Ehrmann, S. 128 f.). Gleißner/Romeike teilen zur Ersteinschätzung die Risiken in Risikoklassen von „1 – unbedeutend“ bis „5 – existenzgefährdend“ ein. Zur Beurteilung werden als relevante Parameter die Eintrittswahrscheinlichkeit und die potenziellen Auswirkungen angesehen. Anschließend wird eine nähere Begutachtung der Klassen drei bis fünf angeraten (Gleißner/Romeike, S. 25). Gleißner bewertet diese Vorgehensweise insbesondere für die interne Kommunikation aufgrund der Anschaulichkeit als vorteilhaft gegenüber Verteilungsfunktionen (Gleißner, S. 171 f.). Das gleiche Konzept findet sich auch bei Sartor und Bouranel, die die Anzahl der Relevanzklassen allerdings von der Unternehmensgröße abhängig machen. Ehrmann verwendet statt Relevanzklassen das Schulnotensystem. Durch seine Unterteilung in „geringere Gefahrenstufe“ und „höchste Alarmstufe“, der für Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung vergebenen Noten, bildet dies den Ansatzpunkt einer Checkliste (S. 128 f.). Die Einteilung in Relevanzklassen ist offensichtlich eine weit verbreitete Variante, die jedoch bedingt durch ihre Eingängigkeit oft nur knapp beschrieben wird. Ähnlich zu den Relevanzklassen bzw. eine Erweiterung dazu ist das Scoring-Modell, das von Wolke und Romeike/Hager vorgestellt wird. Hierbei handelt es sich um ein Punktbewertungsmodell, das verschiedene Kriterien wie beispielsweise die Schadenswirkung, die Schadensreichweite und die Eintrittswahrscheinlichkeit gewichtet und den entsprechenden Ausprägungen Punkte, bei Wolke (S. 76 ff.) von eins bis zehn, zuordnet. Multipliziert man die Punktwerte mit den Gewichtungen und addiert diese für jedes Risiko auf, ist es möglich, diese zu vergleichen (vgl. Fiege (2006), S. 183). Während Wolke diese Methode an einem Beispiel demonstriert, wird sie dagegen im Praxishandbuch nur als Möglichkeit genannt. Beide Methoden werden zu den Top-down-Ansätzen gezählt, welche die Risikofolgen in den Mittelpunkt stellen (Romeike/Hager, S. 516). Das Pendant dazu sind die Bottom-up-Ansätze, bei denen die Ursachen in den Vordergrund gerückt werden (ebd., S. 499). Hierzu werden die Expertenbefragung und die Szenarioanalyse gerechnet. Während erstere mitunter im Praxishandbuch adressiert wird (vgl. S. 255 und 887), wird letztere vor allem von Ehrmann, Gleißner und Romeike/Hager detailliert beschrieben, aber von den anderen untersuchten Büchern kaum zur Kenntnis genommen.

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