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RISIKO MANAGER 10.2017

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RISIKO MANAGER ist das führende Medium für alle Experten des Financial Risk Managements in Banken, Sparkassen und Versicherungen. Mit Themen aus den Bereichen Kreditrisiko, Marktrisiko, OpRisk, ERM und Regulierung vermittelt RISIKO MANAGER seinen Lesern hochkarätige Einschätzungen und umfassendes Wissen für fortschrittliches Risikomanagement.

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12 RISIKO MANAGER 10|2017 Lehrbuch im engeren Sinn. Vielmehr stellt ihr Buch ein erweitertes Glossar dar, das einen anwendungsorientierten Überblick über Grundbegriffe und Branchenspezifika des Risikomanagements liefert. Dabei werden neben psychologischen Effekten auch volkswirtschaftliche Aspekte betrachtet, die jedoch kaum über Grundlagenwissen hinausgehen (S. 181). Romeike/Hager verknüpfen im Rahmen eines kohärenten Risikomanagementsystems unter anderem Erkenntnisse der Spieltheorie zur Erkennung strategischer Risiken (S. 174), des Supply Chain Managements (S. 234) oder des Markenmanagements (S. 355). Ferner werden am Rande kultur- und sozialwissenschaftliche sowie psychologische Effekte (S. 78 ff.) auf die Risikowahrnehmung vorgestellt. Die übrigen Autoren übernehmen eine zu Romeike/Hager ähnliche Ausrichtung mit jeweils unterschiedlichen Gewichtungen. Eine den Lehrbüchern entsprechende Varietät ist auch im Praxishandbuch zu finden. Viele Beiträge weisen eine branchenspezifische Ausrichtung auf, wie beispielsweise in Kapitel 4 der Artikel „Steuerliches Risikomanagement“ von Egner/ Henselmann oder in Kapitel 7 der Beitrag „Besonderheiten des Risikomanagements im Konzern“ von Kajüter. Andere Autoren beziehen sich ausschließlich auf bestimmte Phasen des Risikomanagementprozesses, hier sind beispielsweise Gleißner/ Wolfrum mit „Risiko- und Performancemaße“ in Kapitel 3 zu nennen. Ebenso wird den rechtlichen Rahmenbedingungen in Kapitel 2 besondere Beachtung geschenkt. Somit erhalten allgemeine, aber auch spezifische Aspekte des Risikomanagements Einzug in das Buch und geben einen guten Gesamtüberblick. Inhaltsvergleich Quantitative Untersuchung Zunächst wird ein quantitativer Vergleich der Schwerpunkte der einzelnen Werke vorgenommen. Hierzu wird der jeweilige prozentuale Anteil der behandelten Themen gemessen am Gesamtumfang ermittelt und ausgewertet. Dabei muss zuerst eine Systematisierung der Themen vorgenommen werden. Tab. 02 Prozentualer Anteil der Inhalte Lehr-/Handbuch Identifikation Bewertung Steuerung Überwachung Bei der quantitativen Begutachtung werden die einzelnen Phasen des Risikomanagementprozesses gemäß des BaFin- Rundschreibens 10/2012 AT 4.3.2 Tz. 1 in Identifizierung, Beurteilung, Steuerung und Überwachung/Kommunikation der Risiken unterteilt und ihr prozentualer Anteil am Buch nach den folgenden Kategorien bestimmt: Identifikation dient der Erkennung und Dokumentation von möglich auftretenden Risiken. Unter Bewertung werden alle relevanten Werkzeuge verstanden, die zur Bemessung und Beurteilung der vorher identifizierten Risiken beitragen, um die Risikolage des Unternehmens transparent darzustellen [Gleißner/Romeike 2015, S. 808], sowie mathematische Anhänge und Ähnliches. Steuerung beinhaltet die Methoden zur Risikobewältigung, also entweder Reduktion, Begrenzung oder Absicherung. Diese Schritte müssen vom sogenannten „Risk Owner“ überwacht werden, was zumeist durch Risikoreports geschieht und rechtliche Normen Albrecht/Maurer 0,0% 58,1% 41,9% 0,0% 0,0% Brauweiler 12,5% 18,8% 18,8% 6,3% 43,8% Broll/Wahl 0,0% 11,6% 84,4% 0,0% 4,0% Cottin/Döhler 0,0% 75,7% 22,7% 0,0% 1,7% Ehrmann 19,3% 27,5% 27,9% 4,9% 20,5% Eller/Heinrich/Perrot/Reif 10,6% 5,4% 22,2% 2,7% 59,1% Gleißner 12,2% 54,0% 9,7% 19,3% 4,8% Möbius/Pallenberg 0,0% 9,7% 83,6% 0,0% 6,7% Romeike/Hager 16,8% 55,7% 18,6% 0,0% 8,9% Sartor/Bouranel 9,8% 66,7% 14,7% 2,0% 6,9% Wengert/Schittenhelm 10,1% 42,2% 22,9% 7,3% 17,4% Wolke 0,8% 62,5% 29,0% 0,8% 6,9% Gleißner/Romeike 8,7% 47,2% 17,1% 8,8% 11,5% hier unter Überwachung zusammengefasst wird [Gleißner/Romeike 2015, S. 537 f.]. Neben den vier Abschnitten der Aufteilung des Risikomanagementprozesses werden als letzter Punkt rechtliche Normen, beispielsweise das KonTraG oder die ISO 31000, bei der Untersuchung berücksichtigt. Die Untersuchung liefert die in Tab. 02 zusammengefassten Ergebnisse. Wie in Tab. 02 erkennbar ist, wird bei den meisten Autoren die Bewertung, also die Risikoanalyse und Risikoaggregation, sehr stark gewichtet und macht bis zu zwei Drittel des Gesamtumfangs aus. Auch auf die Steuerung wird ein großes Augenmerk gelegt, in der Regel mit einem Umfang um die zwanzig Prozent. Bei Broll/Wahl wird diesem Bereich mit über achtzig Prozent sogar eine deutlich höhere Bedeutung beigemessen. Hingegen findet die Identifikation nur geringe bis hin zu gar keiner Beachtung. Und auch die Überwachung wird nur wenig berücksichtigt und bei fünf Autoren sogar komplett vernachlässigt.

ERM 13 Im Praxishandbuch ist eine Zuordnung wegen der eigenständigen Beiträge innerhalb der Gliederungspunkte nur mit größerer Unschärfe vorzunehmen. Vorbehaltlich dessen lässt sich eine ähnliche prozentuale Aufteilung erkennen wie in den Lehrbüchern, jedoch spielt hier im Gegensatz zu den Lehrbüchern die Überwachung eine wesentliche Rolle mit knapp neun Prozent. Bei allen Autoren wird erwähnt und teilweise sogar sehr ausführlich beschrieben, vgl. Eller/Heinrich/Perrot oder Brauweiler, welche rechtlichen Normen und Regelungen diesem Prozess zugrunde liegen. Tab. 03 Schwerpunktidentifikation bei binärer Klassifizierung Operationelle Risiken Finanzrisiken Brauweiler Albrecht/Maurer Ehrmann Broll/Wahl Gleißner Cottin/Döhler Romeike/Hager Eller/Heinrich/Perrot/Reif Sartor/Bouranel Möbius/Pallenberg Wengert/Schittenhelm Wolke Qualitative Untersuchung Risikoschwerpunkte Für eine qualitative Untersuchung bietet sich als Ausgangspunkt an, welche Schwerpunkte die einzelnen Bücher haben, und dafür ist zunächst zu klären, auf welche Weise die verschiedenen Autoren Risiken kategorisieren. Die meisten von ihnen verwenden eine Einteilung in „Finanzrisiken“ und „operationelle“ oder (seltener) „operative“ Risiken. Teilweise werden operationelle Risiken noch nach strategischen und operativen Risiken getrennt, wie beispielsweise von Romeike/Hager (S. 91). Es sind aber auch andere Unterteilungen üblich. Beispielsweise gibt es bei Sartor/Bouranel zusätzlich die Kategorie der Geschäftsrisiken, die sich aus leistungswirtschaftlichen und interaktionsbezogenen Risiken zusammensetzt (S. 11). Eine wesentlich feingliedrigere Segmentierung in strategische, finanzwirtschaftliche, politische, rechtliche und gesellschaftliche Risiken, Leistungsrisiken, Marktrisiken sowie Risiken aus Corporate Governance nehmen Gleißner (S. 124 f.) und Ehrmann (S. 26) vor. Daneben existieren auch die von der BaFin herausgegebenen Standards: Adressenausfallrisiken, Marktpreisrisiken, Liquiditätsrisiken und operationelle Risiken, wobei sich gerade an dem gegenüber dem in den Lehrbüchern ansonsten gezeigten Verständnis von „operationell“ zeigt, welche Problematik dieser Begriff in sich trägt. Ansonsten werden noch speziellere Risiken wie Reputationsrisiken oder versicherungstechnische Risiken als eigene Risikoklassifikation beschrieben. Trotz aller beschriebenen Probleme einschließlich der sehr unterschiedlichen Interpretation von „operationell“ wurde in Tab. 03 eine Identifikation des Risikoschwerpunkts für die betrachteten Lehrbücher anhand der zumeist verwendeten Zweiteilung vorgenommen. Ein vergleichbar heterogenes Bild ergibt sich für das Handbuch Risikomanagement. Je nach Beitrag ist eine stärkere Zuordnung zu einer der beiden Hauptkategorien zu beobachten. Außerdem kommt es auch hier immer wieder zu alternativen Definitionen, die dem Zweck des jeweiligen Beitrags folgen. Aufbau Neben dem gewählten Schwerpunkt ist vor allem die formale Gliederung der Bücher interessant. Im Folgenden soll die Struktur aufgezeigt und die Bücher anhand ihres Aufbaus klassifiziert werden. Zunächst wird die Gruppe derjenigen Bücher betrachtet, deren Aufbau im Wesentlichen der von der BaFin vorgegebenen Struktur des Risikomanagementprozesses folgt. Zunächst fällt auf, dass die Gliederung der Vorauflage von Gleißner beinahe identisch von Ehrmann übernommen wurde, jedoch um ein Kapitel der risikobezogenen gesetzlichen Richtlinien erweitert, wobei den Richtlinien des Baseler Ausschusses besonders viel Relevanz trotz bankspezifischer Inhalte zugesprochen wird. Außerdem wurde die Risikosteuerung in die Teilabschnitte „Bildung der Maßnahmen“ und den Vorgang der eigentlichen „Risikohandhabung“ unterteilt. Im Rahmen der Risikoanalyse zeigt sich, dass zum einen Risikofelder jeweils anderen Kapiteln zugeordnet werden, zum anderen Gleißner erhöhten Wert auf die Methoden der Risikoaggregation legt (diese methodische Betonung wird in der aktuellen Auflage noch verstärkt und bei der Quantifizierung von Risiken den in der Praxis allgegenwärtigen „Datenproblemen“ sowie der Notwendigkeit der Verwendung subjektiver Einschätzungen von Risiken besondere Beachtung geschenkt). Sartor/ Bouranel wiederum unterscheiden wie Gleißner bei der Risikoaggregation zwischen Brutto- und Nettorisiken, wobei die Aggregation ersterer vor dem Prozess der Risikosteuerung steht, die der letzteren danach. Bei der Ermittlung des Gesamtrisikos müssen die nach einer getroffenen Steuerungsstrategie verbleibenden Restrisiken mit analogen Mitteln erneut aggregiert werden. Ein Vergleich der Brutto- und Nettowerte liefert Aufschluss über den Erfolg der eingeleiteten Maßnahmen (S. 88). Wengert/Schittenhelm trennen strategisches und operatives Risikomanagement, welches dem Risikomanagementprozess im Sinne der BaFin entspricht. Ersteres deckt sich in seiner Herangehensweise mit dem sechsten Kapitel bei Gleißner. Ähnlich wie Ehrmann widmen die Autoren den Aufsichtssystemen der Finanzwelt ein gesondertes Kapitel. Einen ähnlichen Aufbau weist das Buch von Cottin/Döhler auf, allerdings wird hier vollständig auf die Iden-

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