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RISIKO MANAGER 09.2016

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20 RISIKO MANAGER 09|2016 Abb. 05 Wird Credit-Spread-Risiko im Anlagebuch Ihr Geschäft beeinflussen? 44 % Es gibt eine große Unsicherheit, ob und wie sich Credit-Spread-Risiken im Anlagebuch sich auf das Geschäft auswirken werden. 9 % 0 % 14 % 33 % die im SSM direkt durch die EZB beaufsichtigten Institute erfolgen bereits über die Additional Own Funds Requirements (AOFR) (auch Säule 1+ genannt) für IRRBB regulatorische Kapitalzuschläge (vgl. hierzu Title 7 von [vgl. EBA, 2014]). In Deutschland verhängt die BaFin im SREP bereits für weniger signifikante Institute Kapitalzuschläge für Zinsänderungsrisiken gemäß §10 Abs. 3 Nr. 1 Kreditwesengesetz und verpflichtet die von ihr beaufsichtigten Institute über eine Allgemeinverfügung, Zinsänderungsrisiken in ihrer Eigenkapitalausstattung abzudecken [vgl. Fachgremium IRRBB, 2016] (über eine Allgemeinverfügung verpflichtet die BaFin die Institute, denen sie ihre TSCR noch nicht mitgeteilt hat, ihre Kapitalausstattung auf mindestens 50 Prozent des maximalen Basel Zinsschocks zu erhöhen. Aktuell weist nach BaFin-Angaben [vgl. Röseler, 2016] mehr als die Hälfte der deutschen Banken ein erhöhtes Zinsänderungsrisiko auf). Da die Total SREP Capital Requirements (TSCR) als die Summe aus den regulatorischen Kapitalanforderungen nach CRR und den AOFR definiert sind, wirken sich die Kapitalanforderungen für Zinsrisiken im Anlagebuch auch direkt auf die TSCR aus. Das genaue Vorgehen zur Bestimmung der AOFR hinsichtlich Zinsrisiken im Anlagebuch wurde seitens der EBA bzw. der EZB nicht offengelegt. In die Bestimmung des Beitrags für IRRBB gehen nach Tz. 325 ff. Ja Eher Ja Eher Nein Nein Können wir noch nicht abschätzen [vgl. EBA, 2014] sowohl das ökonomische Kapitel für Zinsänderungsrisiken in Säule 2 als auch die Ergebnisse der Zinsschocks im Anlagebuch ein. Im SREP für weniger bedeutende Institute in Deutschland hat die Bundesbank etwas konkreter kommuniziert [vgl. Wieck, 2016], dass als Untergrenze für den IRRBB-Beitrag zur TSCR 50 Prozent des Basel Zinsschocks und das Säule 2-Kapitalmaß für das ökonomische Kapital verwendet werden. Ökonomischer Kapitalbedarf und Stresstestergebnisse für IRRBB im Allgemeinen werden sich also auch im regulatorischen Kapitalbedarf nach Säule 1 niederschlagen. Integration von IRRBB in Risikotragfähigkeitskonzepte (RTF) Basler IRRBB-Standard, EBA IRRBB-Leitlinie und auch die EBA SREP-Leitlinie [vgl. EBA, 2014] stellen klar, dass IRRBB eine eigene Risikoart und nicht lediglich eine spezielle Form des Marktpreisrisikos darstellt. Die EBA SREP-Leitlinie verbietet sogar, bei der Bestimmung der AOFR Diversifikationseffekte zwischen Marktpreisrisiken und IRRBB zu berücksichtigen, womit bei der Bestimmung der AOFR Hedge-Wirkungen zwischen Zinsrisiken im Handelsbuch und Zinsrisiken im Bankbuch ausgeschlossen werden. IRRBB ist als eine eigene Risikoart in Risikotragfähigkeitskonzepten zu berücksichtigen und im ökonomischen Kapital abzubilden. Insbesondere ist ein Risikoappetit für Zinsänderungsrisiken im Bankbuch, sowohl in barwertiger Sicht als auch in Zinsertragsperspektive, zu formulieren. Damit ist es auch notwendig, geeignete Limitierungsund Steuerungsprozesse für die barwertigen Risiken und für die Zinsertragsrisiken im Bankbuch zu etablieren – auf die damit einhergehenden Steuerungskonzepte gehen wir später weiter ein. Eine Unterlegung der ökonomischen Risiken aus IRRBB mit internem Kapital wird seitens des Basler Ausschusses und der EBA für die barwertigen Zinsrisiken aus IRRBB verlangt. Für Zinsertragsrisiken stellt die EBA nur dann die Anforderung, diese mit internem Kapital zu unterlegen, wenn der Zinsertrag für das Haus eine hohe Bedeutung hat (vgl. Tz. 75 [vgl. EBA, 2015]). Abhängig von der Ausgestaltung des Risikotragfähigkeitskonzepts kann eine Abdeckung der Zinsertragsrisiken über Stresspuffer erfolgen. Integration von CSRBB in die Risikotragfähigkeit In Deutschland in der Gone-Concern-Perspektive der RTF schon länger seitens der nationalen Aufsicht erwartet [vgl. BaFin, 2011b], rückt mit den expliziten Anforderungen des Basler IRRBB-Standards die Unterlegung von Credit-Spread-Risiken im Anlagebuch mit ökonomischem Kapital nun auch international stärker in den Fokus. Unsere Umfrage ( Abb. 05) zeigt, dass hinsichtlich der Auswirkungen von CSRBB noch eine große Unsicherheit besteht. Wie oben angesprochen, sehen wir hier noch Klärungsbedarf, insbesondere auch bezüglich der aufsichtlichen Erwartungen [vgl. BaFin, 2011b] in Deutschland, welche die Anforderungen von EBA und Basler Ausschuss erheblich übersteigen. Dieser Klärungsbedarf könnte auch der Grund für die Unsicherheit der Umfrageteilnehmer sein. Neue Definition des Bankbuchs Auswirkungen auf die Bankbuchsteuerung ergeben sich auch durch die neuen Basler Standards „Minimum Capital Requirements for Market Risk“ (früher Fundamental Review of the Trading Book) [vgl. Basel, 2016]. Dort wurde die Abgrenzung von Handels- und Bankbuch überarbeitet.

Marktrisiko 21 Grundsätzlich ist zwar, wie bisher, für die Zuordnung zum Handelsbuch die Handelsabsicht entscheidend. Allerdings wird für einige Geschäftsarten (wie z. B. bestimmte Konsortialführerschaften) eine Zuordnung zum Handelsbuch unumstößlich gefordert. Für diverse weitere Geschäfte (z.B. für alle zum Fair Value through P&L bilanzierten Positionen) wird im Basler Marktrisiko-Standard eine Handelsabsicht unterstellt. Diese führt solange zur zwingenden Zuordnung der Position zum Handelsbuch, bis in einem Antrag gegenüber der Aufsicht die Handelsabsicht widerlegt wurde und die Aufsicht die Zuordnung zum Bankbuch genehmigt hat. Die neue Abgrenzung beider Bücher kann in vielen Häusern zu Verschiebungen von Bankbuchpositionen in das Handelsbuch führen. Abhängig davon, wie diese Regeln in europäisches Recht umgesetzt werden (die Basler Standards zu Marktrisiko richten sich zunächst nur an große, international tätige Banken. Dennoch wurden sie in europäischem und deutschem Recht in der Vergangenheit stets auf alle Banken angewendet, zum Teil aber in abgewandelter Form und mit Ausnahmeregelungen für kleinere Institute. Nach unseren Beobachtungen überwiegt bei deutschen Banken derzeit die Überzeugung, dass die Regelungen zur Abgrenzung von Handels- und Bankbuch bei der Übernahme in europäisches Recht mit Augenmaß vorgenommen und auch an die Bedürfnisse kleiner Häuser angepasst werden), wird sich jedes Haus damit auseinandersetzen müssen, auch wenn es bisher kein Handelsbuch hatte. Die neuen Basler Standards für Marktrisiken [vgl. Basel, 2016] können zudem organisatorische Auswirkungen haben (organisatorische Auswirkungen resultieren durch verschärfte Anforderungen an die risikomindernde Anrechenbarkeit von Risikotransfers und Hedges auf den regulatorischen Kapitalbedarf im Handelsbuch. So können interne Sicherungsgeschäfte zwischen Handels- und Anlagebuch gemäß [vgl. Basel, 2016] nur dann risikomindernd bzgl. Zinsrisiken im Handelsbuch in Säule 1 angerechnet werden, wenn sie über einen noch einzurichtenden Handelstisch für interne Risikotransfers laufen). Abbildung von Pensionsverpflichtungen Nur indirekt mit den aktuellen regulatorischen Papieren hängen Auswirkungen auf die Kapitalanforderungen für IRRBB durch die Miteinbeziehung von Pensionsverpflichtungen zusammen. Die BaFin hatte bereits vor einer Weile auf diese Anforderung hingewiesen [vgl. BaFin, 2011c], und nach unseren Erfahrungen wird in jüngerer Zeit verstärkt in Prüfungen darauf Wert gelegt. Die Einbeziehung der Pensionsverpflichtungen kann dazu führen, dass das Zinsprofil eines Hauses umkippt und dann einer langen, durch die Pensionsverpflichtungen dominierten, Passivseite, eine im Vergleich kurze Aktivseite gegenübersteht. Daraus können erhebliche Auswirkungen auf den internen Kapitalbedarf und die Ergebnisse der Basler Standard-Zinsschocks resultieren, insbesondere auch aufgrund der aktuellen Niedrigzinslage. Ob sich insgesamt eine Erhöhung ergibt oder ob im aktuellen Basler Zinsschock aufgrund der Parallelverschiebung sogar Hedge-Effekte auftreten, ist hausabhängig. Die Ergänzungen der Basler Zinsschocks um Kippungen haben diesbezüglich ein hohes Auswirkungspotenzial, das allerdings dadurch gemildert wird, dass die Kippungen nur im Bereich von Laufzeiten bis zehn Jahre liegen. Höhere Kapitalanforderungen sind zu erwarten Die obige Diskussion zeigt, dass die regulatorischen Anforderungen zum Zinsrisiko im Anlagebuch erhebliche Auswirkungen Abb. 06 auf den ökonomischen wie regulatorischen Kapitalbedarf eines Hauses haben können: Die gestiegenen Anforderungen der EBA-Leitlinie an die Modellierung von Bankbuchprodukten, die Einschränkungen bei der Bestimmung der Basler Zinsschocks und die neuen Zinsschocks aus dem Basler Standard in Verbindung mit dem EBA SREP können zu signifikant steigenden Kapitalanforderungen führen. Es empfiehlt sich daher, frühzeitig mit Abschätzungen der Auswirkungen zu beginnen. Zum Zeitpunkt unserer Umfrage verfügte allerdings nur etwa die Hälfte der Häuser über quantitative Abschätzungen zu den zu erwartenden Änderungen ( Abb. 06). Umsetzungsstand IRRBB der Banken und Hauptherausforderungen Zinsrisiko ist eines der ursprünglichsten Risiken von Banken. Entsprechend wird es in mehreren Bereichen aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet, beispielsweise in Gesamtbanksteuerung, Finanzen, Treasury und Risikocontrolling. Im Vergleich zum Zinsrisiko des Handelsbuches wird die Modellierung des Zinsrisikos im Anlagebuch in der Risikomessung und -steuerung vieler Häuser noch immer stiefmütterlich behandelt. Häufig wurde die Zinsrisikomessung als Teil der Marktrisikomessung zunächst im Handelsbuch eingeführt und später in das Anlagebuch auf Basis zugelieferter, aggregierter Cashflows integriert. Dabei wurde der speziellen Charakteristik des Anlagebuchs oft Knapp die Hälfte der Befragten verfügt über erste Auswirkungsabschätzungen. Bei dieser Frage war eine Mehrfachauswahl möglich. Sie wurde nur in Deutschland gestellt. Verfügen Sie bereits über quantitative Abschätzungen über die zu erwartenden Änderungen an regulatorischem Kapitalbedarf für IRRBB? Ja, aus internen Berechnungen Ja, aus der Teilnahme an der Basler QIS zu IRRBB Nein, noch nicht 7 10 16

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