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RISIKO MANAGER 06.2018

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RISIKO MANAGER ist das führende Medium für alle Experten des Financial Risk Managements in Banken, Sparkassen und Versicherungen. Mit Themen aus den Bereichen Kreditrisiko, Marktrisiko, OpRisk, ERM und Regulierung vermittelt RISIKO MANAGER seinen Lesern hochkarätige Einschätzungen und umfassendes Wissen für fortschrittliches Risikomanagement.

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22 RISIKO MANAGER 06|2018 Model Governance Framework einen wertvollen Impuls für das Risikomanagement. Auch Risiko- und Bewertungsmodelle auf Basis von AI, ML etc. müssen der Model Governance unterliegen im Hinblick auf Validität und Akzeptanz. Interessante Perspektiven zu dem Thema boten Vertreter von Aufsichtsbehörden und der Wissenschaft beim letztjährigen EBA Research Workshop „The future role of quantitative models in financial regulation“. In seinem Vortrag formulierte Andreas Dombret, ehemals für Bankenaufsicht zuständiges Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank, die Probleme und Befürchtungen der Aufseher im Zusammenhang mit internen Modellen. Er hielt aber auch ein deutliches Plädoyer, trotz aller mit der Nutzung von internen Modellen verbundenen Unsicherheiten diese nicht gänzlich aus der Finanzmarktregulierung zu verbannen. Im Zweifelsfall bilden diese Modelle Risiken immer noch adäquater ab als es Standardverfahren tun. Allerdings betonte er auch die Notwendigkeit, diese Modelle durch standardisierte Verfahren und Floors für die Eigenkapitalunterlegung zu flankieren. Dass auch Aufseher sich mit neuen Technologien und Methoden beschäftigen, zeigten Vertreter der griechischen Zentralbank. Diese stellten ein Modell zur Prognose von Bankinsolvenzen vor, in dem verschiedene Methoden des Machine Learning (beispielsweise Support Vector Machines, neuronale Netze) verwendet wurden [vgl. European Banking Authority 2017]. Insgesamt ist zu erwarten, dass es in den nächsten Jahren zu einem wiederkehrenden Ausbalancieren von Modellinnovationen seitens der Finanzmarktakteure auf der einen Seite und Regulierung von Modellen auf der anderen Seite kommen wird. Das Risikomanagement von Banken wird sich aber generell verändern in den nächsten Jahren. Bei aller Individualität der Geschäftsmodelle sehen die Autoren hier durchaus eine Tendenz zur Vereinfachung von (Risiko-)Modellen und der Vereinheitlichung der korrespondierenden IT-Architekturen. Dies ist zum einen eine Reaktion auf regulatorische Initiativen zur Minimierung von Modellrisiken, aber auch auf einen zunehmenden Kostendruck zurückzuführen. Interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Risk, Finance und zunehmend auch immer mehr dem Treasury/ALM wird die Norm sein, um das Bedürfnis von Regulatoren und anderen Stakeholdern nach holistischen Informationen und Steuerung erfüllen zu können. Dazu gehört auch eine einheitliche Sicht auf Daten. Technische Plattformen, die neben harmonisierten Datenmodellen auch die Möglichkeit zur Automatisierung von Workflows bieten, werden einen Beitrag zu Konsistenz, Überleitbarkeit und Reduzierung der Total Cost of Ownership (TCO) leisten. Insgesamt wird die Digitalisierung und Technologisierung des Risikomanagements voranschreiten. Quant Developer und Data Manager/Scientists sind die Risikomanager der Zukunft. An ihnen wird es liegen, robuste Modelle mit hoher Prognosegüte zu entwickeln. Quellenverzeichnis sowie weiterführende Literaturhinweise: Bitcom [2018]: Drei von vier Internetnutzern erledigen Bankgeschäfte online, Pressemitteilung vom 07. Mai 2018, Internet: https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/ Drei-von-vier-Internetnutzern-erledigen-Bankgeschaefte-online.html. Cano, A. [2018]: A survey on graphic processing unit computing for large-scale data mining, WIREs Data Mining Knowl Discov, Wiley, New York 2018. Economist Intelligence Unit [2014]: Retail banks and big data. Big data as the key to better risk management; http://www.eiuperspectives.economist.com/financial-services/retail-banks-and-big-data/white-paper/retail-banksand-big-data-big-data-key-better-risk-management. European Banking Authority [2017]: The future role of quantitative modelling in financial regulation, EBA Workshop, London, https://www.eba.europa.eu/about-us/ eba-research-workshops. Europäische Zentralbank [2018]: Leitfaden der EZB für den internen Prozess zur Beurteilung der Angemessenheit der Liquidität (Internal Liquidity Adequacy Assessment Process – ILAAP), Frankfurt am Main 2018. Europäische Zentralbank [2018]: Leitfaden der EZB für den internen Prozess zur Beurteilung der Angemessenheit des Kapitals (Internal Capital Adequacy Assessment Process – ICAAP), Frankfurt am Main 2018. Eicher, A./Romeike, F. [2016]: Predictive Analytics – Looking into the future, in: FIRM Jahrbuch 2016, Frankfurt/ Main 2016, S. 168-171. Mandelbrot, B. B./Hudson, R. L. [2005]: Fraktale und Finanzen, Märkte zwischen Risiko, Rendite und Ruin, Piper Verlag, München 2005. McMillan, J. [2014]: The End of Banking: Money, Credit, and the Digital Revolution, Zero/One Economics, Zurich 2014. McMillan, J. [2018]: Das Ende der Banken: Warum wir sie nicht brauchen, campus Verlag, Frankfurt am Main 2018. Mittnik, S. [2011]: Solvency II calibrations: Where curiosity meets spuriosity. Technical report, Center for Quantitative Risk Analysis, München 2011. Oliver Wyman [2018]: Bankenreport Deutschland 2030, unter: http://www.oliverwyman.de/our-expertise/insights/2018/feb/Bankenreport-Deutschland-2030.html (abgerufen am 2. Februar 2018). RiskNET/BearingPoint Software Solutions [2018]: Experten-Studie: Standardmodelle im Spannungsfeld von Risk Analytics und Big Data, München 2018. Scherer, M./Stahl, G. [2017]: Die Standardformel: Mythos und Wirklichkeit, September 2017 [unveröffentlichtes Manuskript]. Taleb, N. N. [2007]: The Black Swan – The Impact of the Highly Improbable, Random House, New York 2007. Autoren Frank Romeike, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter RiskNET GmbH – The Risk Management Network. Stefan Trummer, Head of Risk Solutions, BearingPoint Software Solutions.

Liebe FIRM-Leser, die Globalisierung ist tot. Es lebe die Globalisierung. So oder ähnlich könnte der Slogan bei einem Blick auf die aktuelle wirtschaftliche und politische Weltlage aussehen. Einerseits fordern Populisten mehr Eigensinn und bilaterale Verträge – Donald Trump und die Brexit-Befürworter machen es vor. Andererseits ist das Thema Wachstum im globalen Maßstab nicht vom Tisch. Im Klartext heißt das: Wachstum braucht offene Märkte, und das wissen auch Populisten. In diesem Sinne machte Rosa María Lastra von der Queen Mary University of London bei einer SAFE Policy Lecture klar, dass Populisten Zentralbanken als Teil des „politischen Establishments“ sehen. Gleichzeitig fordern sie protektionistische Maßnahmen, wie zum Beispiel eine Begrenzung der Einwanderung. Überhaupt ist in vielen Bereichen ein globales Vorgehen zwingend notwendig, wie die Europäische Zentralbank mit ihrem Anfang Mai 2018 veröffentlichten europäischen Rahmenwerk für ethisches Hacking auf Basis von Threat Intelligence verdeutlichte. Ob diese Spielwiese gegen Hackerangriffe etwas bringt, steht indes auf einem anderen Papier. Überhaupt tun sich Regierungen und Organisationen im Kampf gegen Hacker und Finanzkriminelle oft schwer. Zwei Beispiele: Eine aktuelle Studie kommt zu dem Schluss, dass E-Mail-Betrug ein Top-Sicherheitsrisiko ist. Und Transparency International sieht die Bemühungen der G20-Staaten zur Bekämpfung von Schattenfinanzplätzen und Geldwäsche nur teilweise umgesetzt. Das erste Beispiel ist kein neues Phänomen und doch ein stets aktuelles sowie organisationsinternes Risikomanagementthema. Beim zweiten Thema mangelt es wohl an internationaler Abstimmung – sprich viele Regierungen, viele Meinungen, viele Wege. Da passt es ins Bild, wenn eine aktuelle Studie unter Federführung des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zu dem Schluss kommt, dass ein europäischer Minister für Wirtschaft und Finanzen kein Weg sei. Denn dieser könne zentrale Probleme der fiskalischen Koordination in Europa nicht lösen. Einigung verspricht dagegen FIRM. Denn seit dem 1. Mai ist Professor Udo Steffens neuer Vorstandsvorsitzender der Frankfurter Gesellschaft für Risikomanagement und Regulierung. Viel Glück für die neue Herausforderung an dieser Stelle. Apropos Glück – das brauchen auch jene Unternehmen, die sich bis dato noch nicht mit der ab 25. Mai in Kraft getretenen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) gebührend auseinandergesetzt haben. Und da wäre sie dann wieder die Globalisierung, zumindest im europäischen Maßstab. Im diesem Kontext fordert in dem nachfolgenden Gastbeitrag Wolfgang Hartmann, Gründer und Ehrenvorsitzender des Frankfurter Instituts für Risikomanagement und Regulierung e.V. (FIRM), eine Stärkung der Corporate Governance in einer Welt neuer und alter Risiken. Haben Sie viel Spaß mit der neuen FIRM-Publikation. Es grüßt INHALT 23 EDITORIAL 24 GASTBEITRAG 27 WISSENSCHAFT 28 REGULIERUNGSTRENDS 29 FIRM-NEWS UND TERMINE HERAUSGEBER Gesellschaft für Risikomanagement und Regulierung e.V. Walther-von-Cronberg-Platz 16 D 60594 Frankfurt am Main Telefon: +49 69 87 40 20 00 Telefax: +49 69 87 40 20 09 Internet: www.firm.fm E-Mail: info@firm.fm Redaktion: Frank Romeike (V.i.S.d.P.), Andreas Eicher E-Mail: redaktion@firm.fm Erscheinungsweise: 10 x im Jahr als Einhefter in der Zeitschrift RISIKO MANAGER Frank Romeike, verantwortlicher Chefredakteur und Mitglied des FIRM-Vorstands

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