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RISIKO MANAGER 06.2015

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4 Ausgabe 06/2015

4 Ausgabe 06/2015 Erhöhtes Überschuldungsrisiko deutscher Verbraucher Gemäß einer aktuellen Studie von Creditreform Boniversum bleibt das Risiko der Deutschen, sich zu überschulden, weiterhin hoch. Zwar hat sich der von dem Unternehmen regelmäßig veröffentlichte Schuldner-Klima-Index im Vergleich zum Herbst 2014 um knapp zwei Punkte verbessert, mit 93,6 Punkten bleibt er aber weiterhin im roten Bereich (Herbst 2014: 92,1 Punkte). Aktuell bewerten wieder rund 25 Prozent (Herbst 2014: 23 Prozent) der Verbraucher ihre wirtschaftliche Lage mit einer guten oder sehr guten Schulnote. Und auch der Blick in die Zukunft hat sich wieder leicht aufgehellt. Rund 27 Prozent der Deutschen gehen davon aus, dass ihre wirtschaftliche Lage in den nächsten Monaten gut oder sehr gut sein wird. Im Herbst 2014 waren 25 Prozent von einer positiven zukünftigen Lage ausgegangen. Die Sparneigung hat sich im Winter ebenfalls nur leicht verbessert und befindet sich immer noch auf einem niedrigen Stand. Aktuell geben 28 Prozent (+ 2 Prozent) der Verbraucher an, regelmäßig zu sparen. Im Winter 2014/15 beabsichtigt mehr als jeder dritte deutsche Verbraucher (34 Prozent), in den nächsten Monaten Anschaffungen mit Krediten zu finanzieren. In puncto Schuldenstress haben rund 14 Prozent (Winter 2014: 15 Prozent) der Deutschen häufiger das Gefühl, dass ihnen ihre finanziellen Verbindlichkeiten über den Kopf wachsen könnten. Andererseits geben über 56 Prozent (+ 2 Prozent) der Verbraucher an, Personen aus ihrem persönlichen Umfeld zu kennen, die in finanziellen Schwierigkeiten stecken. Der Anteil der Frauen, die an „subjektivem Schuldenstress“ leiden, hat sich in diesem Quartal verringert – der Anteil der Männer hat sich nochmals erhöht. Der weiterhin hohe gemessene Schuldenstress korrespondiert auch im Winter 2014/15 mit der Haltung der Deutschen zum Schuldenmachen – mehr Verbraucher (26 Prozent) als noch im Herbst geben an, Schulden grundsätzlich abzulehnen. Weitere Informationen sowie der vollständige Bericht sind auf der Boniversum Website (www.boniversum.de) in der Rubrik / Studien & Presse /Pressemitteilungen verfügbar. Auf dem Weg zu einer Kapitalmarktunion Unternehmen sehen sich derzeit mit schwierigen Rahmenbedingungen konfrontiert, da sie weiterhin stark von den Banken und zu einem weitaus geringeren Teil von den Kapitalmärkten abhängig sind. Vor diesem Hintergrund hat die Europäische Kommission am 18. Februar 2015 ihr Grünbuch für eine Kapitalmarktunion vorgelegt. Die Kapitalmarktunion soll Hemmnisse beseitigen, die grenzüberschreitenden Investitionen in der EU und dem Zugang von Unternehmen zu Finanzmitteln im Weg stehen. Die Kommission verfolgt insofern das Ziel, einen echten Kapitalbinnenmarkt zu schaffen, durch den das Wirtschaftswachstum in den EU-Mitgliedstaaten gefördert wird. Mit der Kapitalmarktunion möchte die Kommission darüber hinaus Hürden zwischen Unternehmen oder Projekten mit Finanzierungsbedarf und Anlegern beseitigen und die Investitionskette zur Kanalisierung der Mittel möglichst effizient gestalten. Das zur Konsultation veröffentlichte Grünbuch enthält Grundsätze, auf denen eine Kapitalmarktunion nach Meinung der Europäischen Kommission aufbauen sollte. Die Ergebnisse der am 13. Mai 2015 endenden Konsultation sollen dann in einen Aktionsplan einfließen, der einen Fahrplan mit zeitlichen Vorgaben enthalten wird, um bis zum Jahr 2019 die Grundsteine für die Kapitalmarktunion zu legen. Das Grünbuch soll insofern eine EU-weite Diskussion über mögliche Maßnahmen anstoßen, die zur Schaffung eines echten Kapitalbinnenmarkts erforderlich sind. Vor diesem Hintergrund wurden mit dem Grünbuch auch zwei weitere Konsultationen gestartet: über hochwertige Verbriefungen einerseits sowie zur Überarbeitung der Prospektrichtlinie andererseits. Ziel der Initiative für hochwertige Verbriefungen ist es, durch ein höheres Maß an Produktstandardisierung für hohe Verfahrensstandards, Rechtssicherheit und Vergleichbarkeit über alle Verbriefungsinstrumente hinweg zu sorgen. Dies würde auch im Hinblick auf KMU-Darlehen mehr Transparenz und Kohärenz und eine bessere Verfügbarkeit der wichtigsten Informationen für Anleger bewirken und eine höhere Liquidität fördern. Mit der Überarbeitung der Prospektrichtlinie möchte die Kommission Unternehmen die EUweite Kapitalbeschaffung erleichtern und gleichzeitig einen wirksamen Anlegerschutz gewährleisten. Im Rahmen der Konsultation sollen unter anderem Möglichkeiten für eine Vereinfachung der im Prospekt enthaltenen Informationen ausgelotet werden. Zu der Veröffentlichung des Grünbuchs zur Kapitalmarkt union durch die Europäische Kommission erklärte Jürgen Fitschen, Präsident des Bankenverbands und Co-Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Bank: „Ein einheitlicher europäischer Kapitalmarkt kann Wachstum fördern. Die privaten Banken unterstützen die Pläne der Europäischen Kommission für eine europäische Kapitalmarktunion. Damit wir der Wirtschaft neue Finanzierungsmöglichkeiten erschließen können, ist ein solider Regulierungsrahmen notwendig, der die grenzüberschreitende Integration der Kapitalmärkte mit einheitlichen Finanzprodukten und -dienstleistungen ermöglicht. Für kleine und mittlere Unternehmen wird auch in Zukunft der Bankkredit das wichtigste Finanzierungsinstrument bleiben. Kapitalmarktunion und Bankenunion schaffen somit gemeinsam einen integrierten und effizienten Finanzmarkt in Europa. Der Erfolg der Kapitalmarktunion wird am Ende nicht alleine von der Regulierung bestimmt. Ohne Wachstumsperspektive werden Unternehmen auch in einer Kapitalmarktunion notwendige Investitionen scheuen. Für den Bankkredit und die Kapitalmarktfinanzierung gilt in gleichem Maße, dass nur wettbewerbsfähige Unternehmen die Mittel für ihre Investitionen erhalten können. Nur mit einem wettbewerbsfähigen Europa kann die Kapitalmarktunion erfolgreich sein.“ Weitere Informationen sind auf der Website der Europäischen Kommission (www.europa.eu) in der Rubrik /Nachrichten /Pressreleases sowie auf der Website des Bankenverbands (www.bankenverband.de) in der Rubrik /Newsroom /Presseinformationen verfügbar.

5 Fachkräftemangel bedroht deutsche Unternehmen Gemäß des aktuellen Mittelstandsbarometers der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ernst & Young (EY) ist der Mangel an geeigneten Fachkräften für den deutschen Mittelstand Risiko Nummer eins. Mehr als die Hälfte (52 Prozent) der Unternehmen sieht die Entwicklung des eigenen Betriebs bedroht, weil zu wenig qualifizierte Arbeitskräfte zur Verfügung stehen. Damit rangiert der Fachkräftemangel weit vor anderen Risiken wie dem volatilen Ölpreis oder der Ukrainekrise. Die vergebliche Suche nach Mitarbeitern hat enorme finanzielle Auswirkungen auf das Geschäft: Jeder zweite Mittelständler (51 Prozent) hat deswegen nach eigenen Angaben Umsatzeinbußen zu verzeichnen. Für 14 Prozent ergeben sich sogar erhebliche Einbußen. Insgesamt summieren sich die Umsatzeinbußen aufgrund des Fachkräftemangels somit auf 36,5 Mrd. ¤ jährlich. Eine „sehr große“ Gefahr für die Entwicklung des eigenen Unternehmens ist der Fachkräftemangel für 18 Prozent der deutschen Mittelständler. Jeder Dritte (34 Prozent) rechnet immerhin mit einer „eher großen“ Gefahr. Mit deutlichem Abstand folgt die Inlandskonjunktur, die für elf Prozent der Befragten eine „sehr große“ und für 34 Prozent eine „eher große“ Gefahr darstellt. Hohe Rohstoffpreise nennen 31 Prozent (eher große Gefahr) beziehungsweise 12 Prozent (sehr große Gefahr) als Risiko. Damit ist der Fachkräftemangel in Deutschland ein deutlich dringlicheres Problem als im Rest Europas. Mittelständler im übrigen Europa treiben eher die hohen Rohstoffpreise oder die Inlandskonjunktur um. Der Fachkräftemangel folgt erst auf Rang vier. Auch die Einbußen sind bei Weitem nicht so gravierend wie in Deutschland. Europaweit beklagen 31 Prozent der mittelständischen Unternehmen Umsatzeinbußen, 8 Prozent gehen von erheblichen Einbußen aus. Unter den Branchen in Deutschland sucht vor allem der Bau- und Energiesektor händeringend nach Personal. Fast drei von vier Unternehmen fällt die Suche „eher schwer“ oder „sehr schwer“. Deutliche Probleme hat auch die deutsche Industrie. Hier liegt der Anteil bei 69 Prozent. Dahinter folgen die Dienstleister (66 Prozent) und der Handel (58 Prozent). Innerhalb Deutschlands hängt der Erfolg der Fachkräftesuche auch noch von der Lage ab. Während in den neuen Bundesländern 70 Prozent der Unternehmer über Probleme klagen, sind es im Westen 66 Prozent. Europaweit ist die Verteilung etwas anders. Hier beklagen 44 Prozent der Unternehmen in der Bau- und Energiebranche Schwierigkeiten bei der Fachkräftegewinnung. Dann folgt der Handel (41 Prozent) und erst auf dem dritten Platz die Industrie (40 Prozent). Weitere Informationen sowie die vollständige Studie sind auf der Website von Ernst & Young (www.ey.com) in der Rubrik / Presse /Pressemeldung verfügbar. Neue Leitlinie für die Geldpolitik Die Europäische Zentralbank (EZB) hat eine neue Leitlinie (EZB/2014/60) über die Durchführung der Geldpolitik des Eurosystems veröffentlicht. Diese Leitlinie wird die Leitlinie EZB/2011/142, d. h. den derzeitigen Rahmen der geldpolitischen Instrumente und Verfahren des Eurosystems, ab dem 1. Mai 2015 ersetzen. Die neue Leitlinie soll den bestehenden allgemeinen geldpolitischen Handlungsrahmen des Eurosystems konsolidieren, vereinfachen und ihm mehr Klarheit verleihen. Daher enthält die neue Leitlinie in ihrer konsolidierten Fassung mehrere Änderungen, die seit 2011 am geldpolitischen Rahmen des Eurosystems vorgenommen wurden, sowie aktualisierte Querverweise zu mehreren Rechtsakten wie etwa zur Verordnung (EU) Nr. 575/2013 (CRR), Richtlinie 2013/36/EU (CRD IV) und zum Europäischen System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (ESVG). Zudem wurden alle in Anhang I und II der Leitlinie EZB/2011/14 aufgeführten Bestimmungen (insbesondere Anhang I, allgemein bekannt als „Allgemeine Regelungen“) in den verfügenden Teil der neuen Leitlinie aufgenommen. Unter anderem wurden durch die neue Leitlinie folgende Änderungen am geldpolitischen Handlungsrahmen eingeführt: (1) Die Bestimmungen zu den Offenmarktgeschäften wurden überarbeitet, um diese stärker an die jüngst genutzten Verfahren und die Flexibilität des Eurosystems bei der Durchführung von Offenmarktgeschäften anzugleichen. Darüber hinaus wurde der Zeitrahmen für die Durchführung von Standard- und Schnelltendern angepasst, um der Veröffentlichung der Mitteilungen zu Tenderankündigung und -zuteilung mehr Zeit einzuräumen. (2) Die frühere Klassifizierung „internationale oder supranationale Organisationen“ wurde durch den Begriff „multilaterale Entwicklungsbanken und internationale Organisationen“ ersetzt, um eine Übereinstimmung mit den Definitionen in anderen aufsichtsrechtlichen Regelwerken herzustellen. (3) Mit dem Ziel der Verbesserung der Sicherheit und Transparenz der vom Eurosystem akzeptierten Schuldtitel wurden mehrere Änderungen an den Zulassungskriterien für Asset-Backed Securities vorgenommen, die auch zur Verbesserung der Funktionsweise des ABS-Markts beitragen sollen. (4) Die Bestimmungen zur Eigennutzung von nach dem 1. Mai 2015 begebenen spanischen Multi-cédulas (bestimmte Art gedeckter Schuldverschreibungen) wurden geändert – zusammen mit der Klarstellung, dass das Eurosystem die Beziehungen zwischen den einzelnen Emittenten der zugrunde liegenden Cédulas und den jeweiligen Geschäftspartnern zur Feststellung des Bestehens enger Verbindungen betrachten wird. (5) Die Bestimmungen zur Beschränkung der Eigennutzung staatlich garantierter unbesicherter Schuldtitel wurden klarer formuliert. Die Leitlinie EZB/2014/60 wird zu Informationszwecken auf die Website der EZB eingestellt und soll im Laufe des Monats April 2015 im Amtsblatt der Europäischen Union in 23 EU-Amtssprachen veröffentlicht werden. Weitere Informationen sind auf der Website der Europäischen Zentralbank (www.ecb.europa.eu) in der Rubrik /Press /Press Releases verfügbar. Eine deutsche Übersetzung des Dokuments ist auf der Website der Deutschen Bundesbank (www.bundesbank. de) in der Rubrik /Presse /Pressenotizen verfügbar.

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