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RISIKO MANAGER 05.2019

RISIKO MANAGER ist das führende Medium für alle Experten des Financial Risk Managements in Banken, Sparkassen und Versicherungen. Mit Themen aus den Bereichen Kreditrisiko, Marktrisiko, OpRisk, ERM und Regulierung vermittelt RISIKO MANAGER seinen Lesern hochkarätige Einschätzungen und umfassendes Wissen für fortschrittliches Risikomanagement.

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30 RISIKO MANAGER 05|2019 re wiederum eine Fehlerkultur, bejahte er uneingeschränkt eine Frage von Moderator Werner Schlierike. Business is Fightclub „Zwischen Filterblase und Information Overload“ war Thema des Panels mit Mark Schieritz (Die Zeit), Gregor Wolf (BDEx), Carsten Knop (FAZ), Thorsten Winternheimer (Wolf-Gruppe) und Dietmar Dahmen (v. l. n. r.). Networking im Ausstellerbereich. „Wirtschaft, Unternehmen: Das ist permanenter Kampf“, sagt Dietmar Dahmen. Der Chief Innovation Officer der ecx international GmbH sensibilisierte und motivierte als Keynote Speaker beim Kongress Länderrisiken die Zuhörer dafür, den Blick nach draußen zu richten. Denn von da komme der Angriff, der Unternehmen in Atemnot bringen oder ausknocken könne. „Und wenn nur ein Teil hart genug getroffen wird, fliegt vielleicht das ganze Unternehmen auseinander.“ Dietmar Dahmen nahm die Automobilindustrie als aktuelles Beispiel und formulierte die aus den „Angriffen“ resultierenden Zukunftsfragen. Derzeit werde der (Diesel-) Motor angegriffen. „Was passiert mit den Leuten, die Motoren bauen, ihrer Expertise?“ Der nächste Angriff gehe auf den Fahrer. „Aber wer will im 911er autonom fahren oder hinten sitzen?“ Wer tanke ein autonom fahrendes Auto? „Und was bedeutet das für die Tankstellen, wenn keine Menschen mehr kommen?“ Der nächste Angriff sei eventuell der auf den Besitz. „Hat dann noch jeder ein eigenes Auto oder gibt es nur noch Nutzer?“ Um von solchen Entwicklungsschritten, die in vielen Bereichen erfolgten oder sich abzeichneten, nicht abgehängt oder überrollt zu werden, gibt es für Dietmar Dahmen nur eine Richtung: Umdenken, neu denken, neue Geschäftsmodelle und Businesssysteme finden. „Immer in Bewegung bleiben“, fordert Dietmar Dahmen und rennt über die Bühne: Fortschritt, nicht Stillstand. „Um beim Fortschritt mitzukommen, müssen Sie aktiv werden und erst mal einen Fuß heben und dann rennen.“ Vom Produkt zum Service denken In einem Workshop gab Jochen Böhm (links), Regional Underwriting Director bei Coface, Einblicke in die Kreditprüfungspraxis. Coface-Ecnomist Christiane von Berg stellte den makroökonomischen Bezug her. Rechts: Coface-Pressesprecher und Moderator Erich Hieronimus. Wichtig, sagt Dietmar Dahmen, sei dabei die Einstellung. „Der Eine sagt, beide Beine vom Boden ist gefährlich. Der Andere sagt, rennen ist wie fliegen.“ Und so sei es mit Wandel und Innovation. Mit der Digitalisierung und der daraus resultierenden Vernetzung vieler Arbeits- und Lebensbereiche

Fotonachlese 31 gen auf, wachsam bleiben, geistig in Bewegung bleiben, flexibel sein. „Wie bei Rotkäppchen“, zeichnet Dietmar Dahmen eines seiner vielen eingängigen Bilder in den Saal: „Rotkäppchen hatte, wie ein Unternehmer, eine Mission: der Oma Wein bringen. Das ist der Job. Aber der Rest ist ungewiss im dunklen Wald.“ Filterblase oder Information Overload? „Risikomanagement bedingt Fehlerkultur“ war eine Message aus dem Nachmittagspanel mit Frank Romeike (Kompetenzportal RiskNET, li.), Ursula Kretzschmar (Profine GmbH, mi.), Sascha Hellermann (Cocus GmbH, re.). böten sich viele Möglichkeiten für Mehroder Zusatzgeschäfte. „Es geht um Extraservice, Subscription-Modelle, die Kunden binden, wir müssen das Denken vom Produkt in den Service erweitern.“ Wandel und Disruption sei nichts Neues, begleite die Menschheit seit jeher. „Die Technologie macht die Disruption, aber der Kunde macht den Erfolg. Wenn der das neue Produkt nicht will, bringt die Technik nichts.“ Das sieht Dietmar Dahmen auch für die „Datenrevolution“ so: „Wozu, wenn ich vorher und nachher dasselbe mache?“ Digitalisierung und Connectivity: nötig und sinnvoll. Und ertragreich, wenn ein eher tradierter Wert hinzukommt: Vertrauen. „Vertrauen in die Beziehung ist das Wichtigste“, sagt Dietmar Dahmen. Es werde gefährlich, wenn nicht nur die Technik, sondern das Vertrauen angegriffen werde. Hier könne die Blockchain-Technologie ein wertvolles Tool sein. Mit ihr könne die Echtheit von Produkten und Transaktionen über die Produktions- und Distributionskette nachverfolgt werden. Vertrauen spiele auch bei der Künstlichen Intelligenz eine grundlegende Rolle. „Künstliche Intelligenz ist fleißig und in einem sauberen Umfeld wunderbar. Aber das richtige Leben ist dreckig. Deshalb geht es ohne die menschliche Intelligenz nicht.“ Also gelte auch hier: Au- Täglich, stündlich, minütlich? Nein, alle paar Sekunden prasselt Information auf uns ein. Woher und wie damit umgehen? Dieser Frage ging eine Talkrunde beim Kongress Länderrisiken im Anschluss an die Keynote von Dietmar Dahmen nach. Schnell kommt Information, direkt und immer öfter auch wuchtig. Eine Herausforderung für Empfänger: Privatleute, Unternehmer und Manager, Politiker und für die klassischen Medien, die sich in einem neuen Wettbewerb und Wettlauf befinden und ihre methodische und ökonomische Position überdenken müssen. Carsten Knop, ehemals Leitender Wirtschaftsredakteur und jetzt Chefredakteur der digitalen Produkte bei der FAZ, steckt mitten drin in diesem gewaltigen Wandel, Künstliche Intelligenz ist fleißig – das richtige Leben ist dreckig Angeregte Diskussion über Kreditmanagement: Professor Bernd Weiß (BVCM, rechts) und Steffen Giebler (Coface).

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