Aufrufe
vor 8 Monaten

RISIKO MANAGER 05.2019

RISIKO MANAGER ist das führende Medium für alle Experten des Financial Risk Managements in Banken, Sparkassen und Versicherungen. Mit Themen aus den Bereichen Kreditrisiko, Marktrisiko, OpRisk, ERM und Regulierung vermittelt RISIKO MANAGER seinen Lesern hochkarätige Einschätzungen und umfassendes Wissen für fortschrittliches Risikomanagement.

14

14 RISIKO MANAGER 05|2019 Corporate Treasury Treasury 4.0 – die Umsetzung der Digitalisierung Die Welle der Digitalisierung hat bereits weite Bereiche der Wirtschaft erreicht. Das übergeordnete Ziel: Industrie 4.0. In der Fertigungsindustrie spricht man dabei von einer intelligenten Fabrik, in der Maschinen, Werkstücke, Vertriebs- und Einkaufsplattformen durch den Datenaustausch in Echtzeit miteinander vernetzt sind. In Anlehnung daran hat KPMG bereits 2015 den Begriff Treasury 4.0 kreiert, um auf die Notwendigkeit und die Möglichkeit der Digitalisierung auch im Corporate Treasury hinzuweisen. Der vorliegende Artikel gibt einen Überblick über die bestehenden digitalen Ansätze bzw. über die, die sich noch in der Entwicklung befinden. Darüber hinaus werden die damit verbundenen Möglichkeiten zur Steigerung von Effizienz, Effektivität und Sicherheit der Prozesse aufgezeigt. Die Digitalisierung ist ein omnipräsentes Thema – ob auf Tagungen, Kundenveranstaltungen oder in Fachpublikationen. Analysten fragen Unternehmen nach den möglichen Auswirkungen und welche Maßnahmen ergriffen werden, um bei der technologischen Entwicklung nicht ins Hintertreffen zu geraten. Treasurer müssen beantworten, ob Schuldscheindarlehen oder Derivate per Blockchain gehandelt werden sollten, welche Einsparungen durch den Einsatz von Bots möglich sind oder wie die riesigen Datenmengen zur Entscheidungsfindung besser genutzt werden können. Auch der Einsatz von Künstlicher Intelligenz wird thematisiert. Grundsätze der Digitalisierung Digitalisierung im Treasury bezeichnet sowohl die grundlegende Veränderung von Prozessen und Methoden durch neue Technologien, als auch eine umfassende Datennutzung durch Algorithmen. Diese unterstützen im Idealfall die Entscheidungs-

ERM 15 findung und Kontrolle. Grundvoraussetzung dafür ist ein digitales Format der Daten und Informationen. Viele Ideen der Digitalisierung im Treasury sind oftmals nicht neu. Systemarchitekturen, wozu unter anderem Marktdatenschnittstellen, Handels- und Confirmation- Plattformen sowie Bankkommunikation zählen, gehören bereits vielfach zum Standard. Sie stellen demnach keine wesentliche technologische Weiterentwicklung dar. Allerdings erlauben erst der jetzige Stand der Technik und die damit verbundenen vertretbaren Kosten für Speicher- und Verarbeitungsleistung die Umsetzung innerhalb laufender Prozesse. Darüber hinaus ist die gewachsene Akzeptanz, aber auch der Wettbewerbs- und Kostendruck in den Corporate Treasuries sowie bei deren Geschäftspartnern (insb. den Banken) ein wesentlicher Treiber der Veränderung. Es lassen sich vier grundsätzliche Zielsetzungen bzw. Auswirkungen der Anwendung digitaler Methoden und Systeme im Treasury unterscheiden: Automatisierung » Echtes „Straight Through Processing“ für alle Standard-Transaktionen » Erhöhung der „No Touch Rate“, d. h. weitgehende Vermeidung manueller Eingriffe » „Management by Exception“ als Steuerungsprinzip, d. h. Beschäftigung nur mit außerhalb einer definierten Norm liegenden Daten bzw. Ergebnissen » Autonome und selbstlernende Systeme » Analytics » Echtzeit-Vernetzung aller relevanten Informationen » Systemgestützte Entscheidungsfindung » Erhöhung von Transparenz über alle Risiken » Massendatenanalyse und intelligentes Forecasting für Exposures und Liquidität Performance » Schaffung von Transparenz bzgl. Kosten und Nutzen » KPIs in Echtzeit zum Wertbeitrag und zur Prozessqualität » Prozesseffizienz durch innovative Arbeitsmethoden und Vermeidung manueller Tätigkeiten » Flexibilität durch schnellere Analyse der Auswirkungen von Veränderungen Compliance » „Embedded Compliance“ durch laufende Analyse verdächtiger Daten und Transaktionen » Vollautomatisiertes Compliance-Reporting » Resilienz gegenüber Cybercrime durch innovative Verfahren (z. B. Blockchain) » Sich selbst in Echtzeit überwachende Systeme Die Digitalisierung setzt eine sinnvolle, zielgerichtete Vorgehensweise und Grundsätze der Unternehmensführung natürlich nicht außer Kraft. Daher gilt für die Beurteilung neuer Anwendungen: » Digitalisierung im Treasury ist keine Revolution. Es geht um stetige Veränderung und Optimierung bei gleichzeitiger Gewährleistung von Zahlungsfähigkeit und Compliance, nicht um Disruption. » Es gilt der kaufmännische Grundsatz, dass Technologie kein Selbstzweck ist. Business Cases müssen sich mit hinreichender Sicherheit rechnen. » Investitionen in neue Technologien sind nur dann sinnvoll, wenn die bereits bestehenden Potenziale der IT-Systeme im Treasury ausgereizt sind. In der Regel ist eine stabile und leistungsfähige Systemlandschaft Voraussetzung für die erforderliche Datenverfügbarkeit und Umsetzbarkeit der Ergebnisse der digitalen Anwendungen in den operativen Prozessen. » Zudem müssen häufig Methoden und Prozesse angepasst werden, um vom Nutzen der neuen Technologien überhaupt zu profitieren. Die Automatisierung eines inhaltlich falschen Reportings mittels BI-Tools (Business Intelligence) führt beispielsweise weiterhin zu einem falschen Reporting. Die Automatisierung der Kontendisposition oder des KYC-Prozesses (Know Your Customer) hilft wenig, wenn die Bankenschnittstelle nicht mitmacht. Automatisierung Bereits existierende Anwendungsfälle der Automatisierung, die über die bisherigen Softwareanwendungen hinausgehen, betreffen in der Regel die Umsetzung manueller Prozesse durch den „Kollegen Computer“. Treasury Reporting Die Darstellung eines bisher papierbasierten statischen Reports im PDF-Format auf einem Smartphone oder Tablet ist keine Digitalisierung – allenfalls eine Digitisierung. Die Reports bleiben statisch und bieten keine neue und intelligentere Nutzung der Daten. Ein digitales Treasury Reporting zeichnet sich demgegenüber typischerweise durch Folgendes aus: » Automatisierter Zugriff auf Daten aus den Systemen, die den Reports zugrunde liegen – idealerweise in Echtzeit » Aggregation und Aufbereitung mittels Transformationsregeln und multidimensionalen Datenbanken » Darstellung auf dem Computerbildschirm, Tablet oder Smartphone in Form

RISIKO MANAGER

RISIKO MANAGER 01.2019
RISIKO MANAGER 02.2019
RISIKO MANAGER 03.2019
RISIKOMANAGER_04.2019
RISIKO MANAGER 05.2019
RISIKO MANAGER 06.2019
RISIKO MANAGER_07.2019
RISIKO MANAGER 08.2019
RISIKO MANAGER 09.2019
RISIKO MANAGER 10.2019
RISIKO MANAGER 01.2018
RISIKO MANAGER 02.2018
RISIKO MANAGER 03.2018
RISIKO MANAGER 04.2018
RISIKO MANAGER 05.2018
RISIKO MANAGER 06.2018
RISIKO MANAGER 07.2018
RISIKO MANAGER 08.2018
RISIKO MANAGER 09.2018
RISIKO MANAGER 10.2018
RISIKO MANAGER 01.2017
RISIKO MANAGER 02.2017
RISIKO MANAGER 03.2017
RISIKO MANAGER 04.2017
RISIKO MANAGER 05.2017
RISIKO MANAGER 06.2017
RISIKO MANAGER 07.2017
RISIKO MANAGER 08.2017
RISIKO MANAGER 09.2017
RISIKO MANAGER 10.2017
RISIKO MANAGER 01.2016
RISIKO MANAGER 02.2016
RISIKO MANAGER 03.2016
RISIKO MANAGER 04.2016
RISIKO MANAGER 05.2016
RISIKO MANAGER 06.2016
RISIKO MANAGER 07.2016
RISIKO MANAGER 08.2016
RISIKO MANAGER 09.2016
RISIKO MANAGER 10.2016
RISIKO MANAGER 01.2015
RISIKO MANAGER 02.2015
RISIKO MANAGER 03.2015
RISIKO MANAGER 04.2015
RISIKO MANAGER 05.2015
RISIKO MANAGER 06.2015
RISIKO MANAGER 07.2015
RISIKO MANAGER 08.2015
RISIKO MANAGER 09.2015
RISIKO MANAGER 10.2015
RISIKO MANAGER 11.2015
RISIKO MANAGER 12.2015
RISIKO MANAGER 13.2015
RISIKO MANAGER 15-16.2015
RISIKO MANAGER 17.2015
RISIKO MANAGER 18.2015
RISIKO MANAGER 19.2015
RISIKO MANAGER 20.2015
RISIKO MANAGER 21.2015
RISIKO MANAGER 22.2015
RISIKO MANAGER 23.2015
RISIKO MANAGER 24.2015
RISIKO MANAGER 25-26.2015
 

Copyright Risiko Manager © 2004-2017. All Rights Reserved.