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RISIKO MANAGER 05.2018

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RISIKO MANAGER ist das führende Medium für alle Experten des Financial Risk Managements in Banken, Sparkassen und Versicherungen. Mit Themen aus den Bereichen Kreditrisiko, Marktrisiko, OpRisk, ERM und Regulierung vermittelt RISIKO MANAGER seinen Lesern hochkarätige Einschätzungen und umfassendes Wissen für fortschrittliches Risikomanagement.

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16 RISIKO MANAGER 05|2018 aufgefordert, zu problematischen Sachverhalten Stellung zu nehmen und ihre Planung zur Beseitigung von Mängeln, zur Umsetzung von Auflagen und zur Geschäftspolitik darzulegen. Aufsichtsgespräche haben schon deswegen eine hohe Bedeutung, weil Mindestkapitalquoten im SREP auch anhand qualitativer Kriterien bestimmt werden. Die Aufsichtsgespräche bei weniger bedeutenden Instituten sind Teil eines standardisierten Ablaufs. Das Institut erhält zunächst ein zwei- bis dreiseitiges Anschreiben, in dem die Bundesbank Unterlagen zu Strategie, Ertragslage, Kapitalplanung und Risikosituation anfordert. Das Institut bekommt etwa zwei bis drei Wochen Zeit, um die erforderlichen Unterlagen bereitzustellen. Während die meisten Unterlagen Standard sind, wurden in 2017 erstmals auch Unterlagen zu Themen wie IT-Standards (BAIT) und Fusionen angefordert, deren kurzfristige Bereitstellung herausfordernd sein kann. Im Zuge der Übermittlung von Unterlagen an die Bundesbank muss das Institut die Anzahl der Teilnehmer am Aufsichtsgespräch nennen. Es kann sowohl über die Anzahl als auch über die Zusammensetzung der Teilnehmer selbst entscheiden. Typisch ist, dass der gesamte Vorstand und ausgewählte Experten teilnehmen. Seitens der Bundesbank ist mit mindestens zwei Teilnehmern zu rechnen. Ein typisches Aufsichtsgespräch dauert etwa zwei bis drei Stunden. Im Gespräch wird zunächst auf Situation und Entwicklung des Instituts eingegangen. Anschließend erläutern die Bundesbank-Prüfer die Ergebnisse ihrer Untersuchungen und teilen die SREP-Noten mit. Bemerkenswert ist dabei, dass die Prüfer normalerweise eine detaillierte Unterlage vorliegen haben, diese aber dem Institut auch auf Nachfrage nicht zur Verfügung stellen. Stattdessen bekommen die Teilnehmer im Aufsichtsgespräch einen leeren SREP-Bewertungsbogen und die Noten werden nur mündlich mitgeteilt. Abschließend werden offene Punkte und Fragen zu aktuellen Themen erörtert. Diese Fragen dienen oft der sachlichen Klärung, haben aber im Vergleich zu Vorjahren zunehmend auch den Charakter von Prüfungsfragen. Sie dienen offenbar auch zur Beurteilung der fachlichen und persönlichen Kompetenz der Geschäftsführer („fit and proper“). In Aufsichtsgesprächen, die die EZB mit bedeutenden Instituten führt, ist dies längst eine gelebte Praxis [vgl. Leitfaden zur Beurteilung der fachlichen Qualifikation und persönlichen Zuverlässigkeit, EZB 2017]. Nach dem Aufsichtsgespräch müssen eventuell Unterlagen und Informationen an die Bundesbank nachgeliefert werden. Es ist wichtig, dass das Institut die mündlich mitgeteilten Einschätzungen und Auflagen für eigene Zwecke dokumentiert und in seine Planung integriert. Ebenso müssen natürlich die SREP-Noten in die Bestimmung der Mindestanforderungen einfließen, nämlich insbesondere in die Kapitalplanung. Peer-Vergleiche werden in Gesamtbewertung einbezogen Die SREP-Gesamtbewertung eines Instituts wird aus seinen vier Teilnoten abgeleitet. Hierfür gibt es keine deterministischen Regeln, und es soll unter anderem ein Peer-Vergleich mit ähnlichen Instituten herangezogen werden [vgl. SREP-Broschüre, EZB 2017]. Die subjektive Komponente dieses Vorgehens ist ein Kritikpunkt. Bei Spezialinstituten stellt sich die Frage, ob und wie eine geeignete „Peer Group“ überhaupt bestimmt werden kann. Über diese Frage haben viele Institute auch im Rahmen ihres abschließenden Aufsichtsgesprächs keine Klarheit erhalten. Gegen SREP-Bescheide kann rechtlich kaum vorgegangen werden SREP-Bescheide werden von der Aufsicht als Informationsschreiben bezeichnet. Darin werden den Instituten ihre aufsichtlichen Eigenmittelzielkennziffern mitgeteilt. Diese Schreiben erfüllen die Kriterien eines Verwaltungsakts nach § 35 Verwaltungsverfahrensgesetz (VwVfG). Institute und ihre Verbände kritisieren, dass einem betroffenen Institut dennoch formal keine Möglichkeit zur Verfügung steht, um gegen die Folgen eines solchen Verwaltungsakts vorzugehen, selbst wenn dieser unangemessen oder fehlerhaft sein sollte. Die Bescheide enthalten keine Rechtsbehelfsbelehrung. Fazit SREP-Prüfungen sind mittlerweile flächendeckend in der Praxis angekommen. Auch im vierten SREP-Zyklus in diesem Jahr ist mit dynamischen Entwicklungen sowie Überraschungen zu rechnen. Trotz dieser Dynamik bleiben etliche methodische Kritikpunkte seit Jahren ungeklärt oder haben sich sogar verschärft. Für weniger bedeutende Institute ist die Stärkung der Proportionalität ein wichtiges Anliegen. Quellenverzeichnis sowie weiterführende Literaturhinweise EZB (2017): Broschüre zur SREP-Methodik des SSM, Ausgabe 2017, https://www.bankingsupervision.europa.eu/ ecb/pub/pdf/ssm.srep_methodology_booklet_2017.de. pdf. EBA (2017): Leitlinienentwurf zum SREP, (EBA/ CP/2017/18). FAZ (2016): http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wolfgang-schaeuble-will-kleine-banken-weniger-regulieren-14178842.html. Deutsche Bundesbank (2016): Monatsbericht Januar 2016. https://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/ Veroeffentlichungen/Monatsberichtsaufsaetze/2016/ 2016_01_aufsicht.pdf?__blob=publicationFile. EZB (2017): Leitfaden zur Beurteilung der fachlichen Qualifikation und persönlichen Zuverlässigkeit, Mai 2017. https://www.bankingsupervision.europa.eu/ecb/pub/pdf/ ssm.fap_guide_201705.de.pdf. Autoren Tobias Sander, Senior Manager, Berg Lund & Company. Dr. Ingo Garczorz, Senior Partner, Berg Lund & Company

Liebe FIRM-Leser, die Digitalisierung greift immer mehr um sich, mit weitreichenden Folgen für die Wirtschaft. Davon kann sich auch die Finanzbranche nicht freisprechen. Ganz im Gegenteil herrscht in vielen Bereichen massiver Nachholbedarf bei digitalen Prozessen. Und wie immer bei neuen Wegen treffen sich irgendwo an der Weggabelung die Befürworter und Kritiker. Bestes Beispiel: Die Schufa und die Universität Tübingen werden künftig bei der Erforschung der Künstlichen Intelligenz zusammenarbeiten. Gleichzeitig sieht beispielsweise Agustín Carstens, ehemaliger Gouverneur der mexikanischen Zentralbank, Gefahren durch Kryptowährungen und fordert politische Eingriffe. Das Financial Stability Board (FSB) warnt in einer Studie zum Thema Artificial Intelligence (AI) im Finanzbereich davor, automatisiertes Lernen in der AI nicht mit der notwendigen Übersicht, Weisheit und Kenntnis einzusetzen. Nach FSB-Ansicht braucht es eine hochkompetente IT-Mannschaft und ein fachlich auf höchstem Niveau agierendes Business-Team. Das Dilemma: Ein zu viel, aber auch ein zu wenig im Digitalisierungsumfeld kann Banken schaden. Daher ist es für die Finanzbranche und ihr Führungspersonal wichtig zu erkennen, dass man nicht mit vielen Produkten, sondern mit vielen Kunden Geld verdient. Zu dieser Erkenntnis kommt Wolfgang Schiller, Experte im Bereich „Brand Risk Management“, in unserem Interview. Sein Credo: Markenführung ist Chefsache, sonst droht ein Vertrauensverlust. Den erreicht gerade die USA zum wiederholten Male. Ihr oberster Chef, Donald Trump, bläst zum Protektionismus. Die Folge sind Zölle auf Aluminium und Stahl. Ein Thema, um das die EU noch herumkommt, während andere Länder, wie China, bereits betroffen sind. Wohin das führt? China übt bereits Vergeltung und hat seinerseits Zölle auf US-amerikanische Waren ausgesprochen. Ein Ende scheint nicht in Sicht. Da wünscht man sich als Leser doch gerne wieder ruhigere Zeiten. So wie im Buch „QualityLand“ beschrieben. In einer nicht allzu fernen Zukunft läuft scheinbar alles rund. Arbeit, Freizeit und Beziehungen sind von Algorithmen optimiert. In seinem Buch hat Autor Marc-Uwe Kling die Verheißungen und das Unbehagen der digitalen Gegenwart zu einer verblüffenden Zukunftssatire verdichtet. Bleiben wir noch einen Moment beim Hier und Jetzt: Das ist wie immer geprägt von Hackerangriffen und Korruptionsfällen, wie unsere Rubrik „Risikomanagement in Zahlen“ einmal mehr verdeutlicht. Also bleibt alles beim Alten? Nicht ganz. Denn wir suchen stets nach neuen Geschichten in der Risikomanagementwelt. Von daher: Viel Spaß mit dem Neuen – unserer aktuellen FIRM-Ausgabe. Bleiben Sie uns gewogen. Es grüßt INHALT 17 EDITORIAL 18 INTERVIEW 20 WISSENSCHAFT 22 REGULIERUNGSTRENDS 23 FIRM-NEWS UND TERMINE HERAUSGEBER Gesellschaft für Risikomanagement und Regulierung e.V. Walther-von-Cronberg-Platz 16 D 60594 Frankfurt am Main Telefon: +49 69 94 41 80 97 Telefax: +49 69 94 41 80 19 Internet: www.firm.fm E-Mail: info@firm.fm Redaktion: Frank Romeike (V.i.S.d.P.), Frank Westhoff, Andreas Eicher E-Mail: redaktion@firm.fm Erscheinungsweise: 10 x im Jahr als Einhefter in der Zeitschrift RISIKO MANAGER Frank Romeike, verantwortlicher Chefredakteur und Mitglied des FIRM-Vorstands

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