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RISIKO MANAGER 05.2017

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RISIKO MANAGER ist das führende Medium für alle Experten des Financial Risk Managements in Banken, Sparkassen und Versicherungen. Mit Themen aus den Bereichen Kreditrisiko, Marktrisiko, OpRisk, ERM und Regulierung vermittelt RISIKO MANAGER seinen Lesern hochkarätige Einschätzungen und umfassendes Wissen für fortschrittliches Risikomanagement.

28 firm Frankfurter

28 firm Frankfurter Institut für Risikomanagement und Regulierung FIRM-Redaktion: Bei Deinem Vortrag auf dem RiskNET Summit hast Du darauf hingewiesen, dass die „Kunst des Weglassens“, Komplexitätsreduktion und Leichtigkeit wesentliche Erfolgsfaktoren sind. Was kannst Du uns hier als Unternehmen und als Sportler mit auf den Weg geben? Benedikt Böhm: Schnell sein, heißt leicht und effizient sein. Und das ist die größte Herausforderung eines jeden Bergsteigers und Unternehmers. Das Weglassen ist viel schwieriger als draufpacken. Ich muss mich auch als Unternehmer täglich entscheiden, was ich mache – aber noch wichtiger, was ich nicht mache, um konzentrierter (und schneller) bei dem zu sein, was ich mache. Wir starten mit 12kg Gesamtgewicht zu unseren 8.000er Speed-Besteigungen. Eine unglaublich reduzierte Zahl und jedes Gramm ist optimiert. FIRM-Redaktion: Dynafit konnte seinen Umsatz über die Jahre kontinuierlich stark steigern. Mit 15 Niederlassungen weltweit wurde die Marke zum Marktführer für den Skitourensport ausgebaut. Als Du 2003 zu Dynafit gestoßen bist, war das Unternehmen insolvent. Was war dein Erfolgsrezept? Benedikt Böhm: Ein sehr gutes Team und Vertrauen vom Südtiroler Inhaber Heiner Oberrauch in uns und das Zulassen einer positiven Fehlerkultur. Zudem die Komponenten, die sich durch das Interview gezogen haben. Rückblickend haben wir den Mut gehabt, den einst etwas verstaubten und konservativen Skitourensport völlig neu zu interpretieren und voranzugehen. Sexy, jung und schnell. Dazu kamen tolle Innovationen, polarisierende Designs und damit verbunden die Durchsetzung wesentlich höherer – ja fast unvorstellbarer Preispunkte. Auf einmal wurde Skitourengehen attraktiv und cool. Wir haben eine Kernkompetenz nach der anderen ausgebaut. Erst Skitourenbindungen, dann Skier, dann Skitourenschuhe und dann Bekleidung und Zubehör, wie beispielsweise Rucksäcke. Immer mit dem Anspruch, Anwenderprobleme zu lösen, beziehungsweise einen deutlichen Mehrwert zu schaffen, um schneller und leichter zu werden. FIRM-Redaktion: Wie sollte man sich in Ausnahme- und Krisensituationen – als Extremsportler beziehungsweise als Unternehmen/Unternehmer – verhalten? Benedikt Böhm: Ich weiß nicht, ob ich da Patentrezepte geben kann, aber ich denke oft an Ausnahmesituationen zurück, die ich erlebt habe. Es hilft nicht, in Panik oder Hektik zu verfallen. Ein kühler Kopf ist in solchen Situationen für die Betroffenen selbst der beste Weg. Das ist allerdings leichter gesagt als getan, aber man kann auch für Krisensituationen Mechanismen und Automatismen entwickeln, um diese besser zu überstehen. FIRM-Redaktion: In welcher Form hat sich Dein Risikoappetit geändert, als Du im Jahr 2014 zwei wichtige Bergpartner und Freunde, Sebastian Haag und Andrea Zambaldi, während eines Lawinenunglücks verloren hast? Benedikt Böhm: Appetit auf Risiko hatte ich bereits nach meiner ersten Expedition im Jahr 2004 nach Peru nicht mehr. Ich habe nie den Adrenalinkick oder die Todesangst gesucht. Mir ging es immer um sportliche Herausforderungen in der wilden Natur am Berg, und da ist ein mehr oder weniger großes Risiko mit dabei. Dennoch hat mich dieses Unglück verändert, da auch ein Teil in mir gestorben ist. Andrea war eine gute Kollegin und Basti ein langjähriger Freund, Inspirationsquelle, Vertrauter, Seil- und Sparringspartner und vieles mehr. Ohne ihn wäre ich niemals 2006 auf meinem ersten 8.000er gestanden, und die gemeinsamen Erlebnisse sind einzigartig. Seit 2014 hat es mich an keinen 8.000er mehr gezogen, und ich kann noch nicht sagen ob das wieder kommt. Die Begeisterung für den Sport und die Berge ist zum Glück auch nach dem Unfall ungebrochen geblieben. FIRM-Redaktion: Mit steigendem Alter und Familiengründung sinkt die unreflektierte Risikobereitschaft rapide. Wie lässt sich das Leben eines Familienvaters und Ehemanns mit dem eines „Extrem“-Sportlers vereinbaren? Benedikt Böhm: Ich denke es ist ähnlich wie Partner von einem Polizisten, Soldaten, Stuntman oder Rennfahrer zu sein. Wie gesagt, gibt es ein mehr oder weniger großes Risiko. Bei dem Großteil meiner Touren bewege ich mich ohne jegliches Risiko. Ansonsten geht es hier auch um Vertrauen. Meine Frau vertraut mir, dass ich weiß, was ich mache und was ich nicht mache, da ich mir des Risikos, aber auch meiner Verantwortung der Familie gegenüber bewusst bin. Ich bin davon überzeugt, dass sie niemals Angst um mich hatte. Und das ist ein wesentlicher Faktor, warum es funktioniert. Die Fragen stellte Frank Romeike, verantwortlicher Chefredakteur RISIKO MANAGER sowie Mitglied des FIRM-Vorstands. Bildquelle: Benedikt Böhm. Benedikt Böhm ist internationaler Geschäftsführer von Dynafit sowie Extremskibergsteiger und -skifahrer. Im Jahr 2006 gelang ihm der Geschwindigkeitsrekord am Gasherbrum II mit vollständiger Skiabfahrt. Fast sein ganzes Leben lang dreht sich bei Benedikt Böhm, Jahrgang 1977, alles um Geschwindigkeit, begann er seine Winter-Leistungssportkarriere doch bereits im Alter von elf Jahren. Der Münchner wurde als fünftes von sechs Kindern geboren. Nach seinem Wehrdienst bei den Gebirgsjägern in Mittenwald studierte er International Management an der Oxford Brookes University (UK) und Massachusetts (USA). In den Jahren 2003 bis 2006 war Benedikt Böhm Teil der Deutschen Nationalmannschaft Skibergsteigen. In der Disziplin geht es darum, Berge in Rekordzeit mit Skiern zu besteigen und wieder abzufahren. Seit seinem Eintritt bei Dynafit im Jahr 2003 hat sich das Unternehmen zum Weltmarktführer im Bereich Skitourenausrüstungen mit 15 weltweiten Niederlassungen mit rund 300 Mitarbeitern entwickelt.

29 Ausgabe 05/2017 Wissenschaft SAFE mit dem Projekt ATLANTIS erfolgreich Ein internationales Forscherteam unter Beteiligung von Loriana Pelizzon, SAFE Professorin für Law and Finance, war in der 4. Runde der „Trans-Atlantic Platform Digging Into Data Challenge“ erfolgreich. SAFE hat an der Ausschreibung mit einem internationalen Forscherteam aus fünf Ländern teilgenommen. Inhaltlich geht es um das Projekt ATLANTIS – „Digging into High Frequency Data: Present and Future Risks and Opportunities“. Hintergrund des Forschungsprojekts ist, dass sich die internationalen Aktienmärkte im vergangenen Jahrzehnt fundamental verändert haben. Damit einher geht eine rasant wachsende Beschleunigung des Handels und die daraus folgende Fragmentierung der Marktaktivitäten. Die damit verbundenen Entwicklungen haben dramatischen Einfluss auf das Funktionieren und die Stabilität der Finanzmärkte und führen zu intensiven Diskussionen und Untersuchungen von Investoren, Market Makers, Börsen und Regulatoren. Erste Zielsetzung dieses Projektes ist es, die Vielzahl existierender Datensätze zu strukturieren, verifizieren und vereinheitlichen sowie eine transatlantische Datenbank zu Wertpapiermärkten zu entwickeln, die für Forschung in Europa und den USA nutzbar ist. Ein zweites Ziel ist die Analyse, Berechnung und Entwicklung von Modellen, die auf Hochfrequenzdaten basieren, um unser Verständnis darüber zu verbessern, wie elektronische Märkte funktionieren. Ein drittes Ziel besteht darin, ein Netzwerk von Finanzökonomen und Informatikern in Europa und den USA aufzubauen, die diese Daten für Forschungs- und Politikberatungszwecke untersuchen und analysieren. Das Projekt soll dazu beitragen, die Daten zu interpretieren, die globale Vernetzung zwischen Wertpapieren und Institutionen im Finanzbereich zu verstehen und neue Erkenntnisse zu generieren für das Verständnis von Finanzkrisen und die Entwicklung effektiver Finanzregulierung. Das Projekt startet im August 2017 mit einer Laufzeit von drei Jahren. Weitere Informationen unter: www.safe-frankfurt.de Studie zeigt: Risikomanagement mit Nachholbedarf Eine jüngst veröffentlichte internationale Studie von DNV GL und dem Marktforschungsinstitut GFK Eurisko zeigt, dass die Hälfte der Unternehmen keine klare Risikomanagementstrategie vorweisen können. Lediglich 43 Prozent der über 1.500 befragten Experten setzen in ihrem Unternehmen Kennzahlen zur Kontrolle des Risikomanagements ein. Treiber bei der Implementierung einer Risikomanagementstrategie sind vor allem die Bereiche Compliance (71 Prozent), Unternehmenspolitik (64 Prozent) und Kundenforderungen (63 Prozent). Die Hälfte der Unternehmen gibt finanzielle Vorteile als Motivation an. Ein weiteres Ergebnis: Im Tagesgeschäft wird Risikomanagement von 37 Prozent der Vorstandmitglieder, 46 Prozent des Top-Managements und 40 Prozent des mittleren Managements ausgeübt. Ein positives Signal zeigt sich darin, dass für mehr als die Hälfte der Unternehmen das Risikomanagement zukünftig eine entscheidende Rolle in der Gesamtgeschäftsstrategie spielen wird. 45 Prozent der befragten Unternehmen planen, ihre Investitionen in das Risikomanagement in den nächsten drei Jahren zu erhöhen. Weitere Informationen unter: www.dnvgl.de Carsten Kengeter sieht die Finanzwelt vor einem großen Transformationsprozess. Bildquelle: Deutsche Börse AG. Deutsche Börse startet Nachhaltigkeitsinitiative Die Deutsche Börse startet die Nachhaltigkeitsinitiative „Sustainable Finance“ am Finanzplatz Frankfurt. Ziel ist es, gemeinsam mit rund 100 hochrangigen Akteuren des Finanzplatzes neue fachübergreifende Strukturen für nachhaltiges Unternehmertum zu etablieren und neue Geschäftsfelder auszuloten. Die Teilnehmer setzen sich zusammen aus Banken und Finanzinstituten, Rating- und Rankingagenturen, Investoren, Versicherungen, Datenprovidern sowie aus Vertretern des öffentlichen Sektors, der Wissenschaft, NGOs und der Kirchen. „Die gesamte Finanzwelt steht vor einem großen Transformationsprozess. Als internationaler Infrastrukturanbieter mit Sitz in Frankfurt verstehen wir es auch als unsere Verantwortung, hierzu alle relevanten Akteure zusammenzubringen. Zudem möchten wir mit dieser Initiative dazu beitragen, nachhaltigen Fortschritt und Innovation voranzutreiben“, so Carsten Kengeter, CEO der Deutschen Börse. Weitere Informationen unter: www.deutsche-boerse.com Kurz notiert: EU-Abgeordneter Giegold neues Mitglied im SAFE Policy Council Sven Giegold, Abgeordneter im Europäischen Parlament, ist neues Mitglied im SAFE Policy Council. Das Policy Council berät das SAFE Policy Center in seinen Bemühungen, ein Netzwerk von Politikern und politischen Institutionen innerhalb und außerhalb Europas aufzubauen und zu erweitern. Es trägt zur Schärfung des Programms des Policy Centers bei, indem es relevante Themen identifiziert und die Projekte des Policy Centers sowie ihre Umsetzung kritisch begleitet.

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