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RISIKO MANAGER 02.2018

RISIKO MANAGER ist das führende Medium für alle Experten des Financial Risk Managements in Banken, Sparkassen und Versicherungen. Mit Themen aus den Bereichen Kreditrisiko, Marktrisiko, OpRisk, ERM und Regulierung vermittelt RISIKO MANAGER seinen Lesern hochkarätige Einschätzungen und umfassendes Wissen für fortschrittliches Risikomanagement.

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28 RISIKO MANAGER 02|2018 12. Risikomanagement-Konferenz von Union Investment Risikokontrolliertes Chancenmanagement „Crisis? What Crisis?“ – Während Krisenmeldungen seit Jahren die Schlagzeilen bestimmen, geht der Konjunkturzyklus weltweit wohl in die Verlängerung. Die Folge: Auch an den Kapitalmärkten dürfte die Party für risikobehaftete Assets weitergehen. „Es gibt keinen Grund, bearish zu sein.“ Mit dieser Botschaft ermunterte Jens Wilhelm, im Vorstand von Union Investment für das Portfoliomanagement zuständig, die Teilnehmer der 12. Risikomanagement-Konferenz seines Hauses in Mainz, auch 2018 verstärkt die Chancen an den Märkten zu nutzen. Insgesamt rund 350 Vertreter von Pensionskassen, Versicherungen, Banken und Großunternehmen hatten sich am 7. November in der Rheingoldhalle versammelt, um gemeinsam einen Blick auf das künftige Anlageumfeld, seine Chancen und Risiken zu werfen. Die Einschätzungen der Konferenzteilnehmer hierzu waren gemischt. Eine knappe Mehrheit von 51,5 Prozent erwartete für 2018 mehr Chancen als Risiken an den Märkten. 48,5 Prozent waren der gegenteiligen Meinung, so das Ergebnis einer Ted-Abstimmung vor Ort. 350 Teilnehmer besuchten die 12. Risikomanagement-Konferenz von Union Investment.

Fotonachlese 29 Jens Wilhelm, Mitglied des Vorstands von Union Investment: „Es gibt keinen Grund, bearish zu sein.“ Volatilität. „In einem solchen Umfeld sollte sich Risiko auszahlen“, so Wilhelm. Vor allem Aktien seien in spätzyklischen Phasen wichtige Renditequellen, betonte das Vorstandsmitglied. „Die Party an den Aktienmärkten dürfte weitergehen, weil die Rahmenbedingungen sowohl von den Notenbanken, von den Zinsen als auch vom globalen gesamtökonomischen Umfeld dafür sprechen.“ Investoren sollten dabei vor allem auf die Eurozone setzen. Dort habe die Wirtschaft mehr Fahrt aufgenommen als erwartet und dafür gesorgt, dass die Konjunkturprognosen zuletzt immer wieder angehoben worden seien. Selbst mit Blick auf Katalonien, die Italien-Wahl und den Brexit vermochte Wilhelm aktuell keine ernsten Gefahren zu erkennen. Die Gefahr von Überbewertungen wies er als übertrieben zurück. Die Bewertungssituation in der Eurozone sei deutlich besser als in den USA. Solange die Gewinnerwartun- Seinen Optimismus begründete Wilhelm vor allem mit der robusten Entwicklung der globalen Wirtschaft. „Das weltweit synchrone Wachstum sollte die Kapitalmärkte 2018 weiterhin stützen.“ Auch die geldpolitische Haltung der Notenbanken in den USA und der Eurozone dürfte weiterhin für Rückenwind sorgen. Wilhelms Blick auf die unterschiedlichen Wirtschaftsregionen: Der sich bereits im neunten Jahr befindliche Konjunkturzyklus in den USA ist reif, aber robust. Für 2018 kann mit einem Wachstum von 2,4 Prozent gerechnet werden. Die Schwellenländer sind auf Kurs. Das Wachstum dort gewinnt an Breite. Die Sorgenkinder Russland und Brasilien haben die Rezession überwunden. In der Eurozone vollzieht sich eine wirtschaftliche Renaissance. Das Momentum ist hoch, und die Zuversicht von Verbrauchern und Industrie kehrt zurück. Auch Japan befindet sich nach einem verlorenen Jahrzehnt wieder im Aufwind. Klares Plädoyer für die Aktie Und wie sieht es an den Anlagemärkten aus? Dort kommen die Verhältnisse einem „Goldilocks-Szenario“ gleich: robustes Wachstum, mäßige Inflation und geringe Der US-amerikanische Politikwissenschaftler Yoshihiro Francis Fukuyama.

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