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RISIKO MANAGER 01.2016

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RISIKO MANAGER ist das führende Medium für alle Experten des Financial Risk Managements in Banken, Sparkassen und Versicherungen. Mit Themen aus den Bereichen Kreditrisiko, Marktrisiko, OpRisk, ERM und Regulierung vermittelt RISIKO MANAGER seinen Lesern hochkarätige Einschätzungen und umfassendes Wissen für fortschrittliches Risikomanagement.

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12 RISIKO MANAGER 01|2016 Spagat zwischen Renditeanforderungen und Risikovorgaben Risikobudgets in der Asset Allocation In Zeiten niedriger Zinsen leisten institutionelle Investoren den Spagat zwischen Renditeanforderungen und Risikovorgaben. Insbesondere im Fall garantierter Renditen wie etwa bei vielen Lebensversicherungen und Pensionseinrichtungen kann das eine kräftezehrende Übung sein. Eine mögliche Antwort auf das Dilemma ist eine veränderte Asset Allocation, ermöglicht durch flexible Risikobudgets. Anhand der Anlageentscheidungen der institutionellen Anleger auf unserer Plattform, die wir im persönlichen Gespräch ebenso wie anhand unserer statistischen Auswertungen entwickeln, können wir nachverfolgen, dass die meisten genau diesen Weg wählen – wenn auch mit deutlichen Unterschieden zwischen den einzelnen Investorengruppen. Universal-Investment hat vor knapp vier Jahren, im Januar 2012, damit begonnen, alle Kundendaten, die das Investitionsverhalten betreffen, in der Summe auszuwerten. Wir analysieren das bei uns in Spezialfonds angelegte Vermögen nach Anlegergruppen und Asset-Klassen sowie nach Wertentwicklung. Die Ergebnisse werden monatlich aggregiert und aktualisiert. Auch wenn die Daten den Fokus auf die indirekten Anlagen institutioneller Anleger legen, erlaubt unsere Stellung als größte unabhängige Plattform für institutionelle Anlagen einen guten Überblick über die Trends bei Anlageentscheidungen institutioneller Investoren in Deutschland. Dabei können wir einen neutralen Blick auf die Entwicklungen sicherstellen, weil wir selbst an den aktiven Anlageentscheidungen keinen Anteil haben. Die strategische Asset Allocation treffen unsere Kunden selbst. Mit der taktischen Asset Allocation in den einzelnen Master- und Spezialfonds beauftragen die Investoren wiederum Asset Manager. Investoren wenden sich Aktien zu Die auffälligste Erkenntnis im Rückblick ist die Verschiebung des Kräfteverhältnisses

Kreditrisiko 13 zwischen Aktien und Renten ( Abb. 01). Der Aktienanteil der Fondsanlagen hat sich seit 2012 deutlich erhöht, von 22 Prozent im Januar 2012 auf 30 Prozent im Oktober 2015. Dabei läuft die Quote in den letzten Monaten seitwärts, analog zur Marktentwicklung. Vor einem Jahr, im September 2014, lag der Anteil bei etwa 27 Prozent, stieg dann bis zum Mai 2015 auf den bisherigen Höchstwert von knapp 31 Prozent und schwankt seither zwischen 29 und 30 Prozent. Die nächsten Monate werden zeigen, ob wir es hier mit einem Ende des Trends zur Aktie zu tun haben, oder ob Investoren nur eine vorsichtige Verschnaufpause in einem längeren Umschichtungsprozess einlegen. In knapp vier Jahren stieg der Aktienanteil damit um fast acht Prozentpunkte. Haben Investoren also Mittel aktiv in Aktien umgeschichtet? In der breiten Masse scheint uns das nicht der Fall zu sein. Vielmehr dürften bei den meisten Investoren die deutlich gestiegenen Aktienkurse für den Zuwachs verantwortlich sein – was dann trotzdem eine aktive Anlageentscheidung aufseiten des jeweiligen Investors voraussetzt. Viele professionelle Anleger wenden dabei eine an die jeweilige Risikotragfähigkeit angepasste strategische Asset Allocation an, die den Anteil etwa von Aktien oder Renten über feste Quoten steuert. Entwickeln sich einzelne Asset-Klassen anders als der Durchschnitt, wird in regelmäßigen Abständen das angestrebte Verhältnis aktiv wieder hergestellt („Rebalancing“). In den vergangenen Jahren haben viele Anleger auf diese Anpassung verzichtet, obwohl Aktien sich überdurchschnittlich entwickelten. Dabei haben sie sich für das stärkere Gewicht des Aktienanteils entschieden, anstatt vorzeitig Gewinne zu realisieren. Genau entgegengesetzt verlief die Entwicklung im Rentenbereich. Hier ist der Anteil in institutionellen Portfolios von 56 Prozent im Januar 2012 auf 50 Prozent im Oktober 2015 gefallen. Der Rückgang hat in den letzten zwölf Monaten erst richtig Fahrt aufgenommen: Im Oktober 2014 lag der Anteil noch bei 54 Prozent. Auch hier war zuletzt eine leichte Seitwärtsbewegung des Trends zu verzeichnen, nachdem der Rentenanteil im Juli 2015 mit 49 Prozent auf seinem tiefsten Stand angelangt war. Allokation innerhalb der Asset- Klassen Aktienanlagen machen auf der Universal-Investment-Plattform gut 50 Milliarden Euro aus. Den größten Anteil an diesem Volumen haben Finanzwerte mit 19 Prozent. Die folgenden Plätze werden mit einem Gewicht von jeweils zwischen sieben und zehn Prozent belegt von Industriewerten, langlebigen Konsumgütern sowie der Gruppe Verbrauchsgüter, Informationstechnologie und Gesundheitswesen. Neben traditionellen Aktienanlagen zeichnet sich deutlich ein neuer Trend ab, nämlich die Bewegung hin zu Sachwerten oder Real Assets. So ergab eine TED-Umfrage unter rund 90 institutionellen Anlegern beim diesjährigen Universal-Investment-Zukunftsforum, dass fast die Hälfte der Anwesenden vorhaben, in den nächsten 24 Monaten in Infrastruktur zu investieren. In Immobilien wollen im selben Zeitraum sogar 55 Prozent der Anwesenden investieren. Abb. 01 Asset Allocation Januar 2012 – Oktober 2015 100 % 90 % 80 % 70 % 60 % 50 % 40 % 30 % 20 % 10 % 0 31.12.2011 7,8 % 0,7 % 13,4 % 56,2 % 22,3 % 31.03.2012 30.06.2012 30.09.2012 Kasse Zertifikate Fondsanteile (ex. Aktien und Renten) Der Umfrage zufolge hat etwa die Hälfte der Teilnehmer drei Prozent oder mehr ihres Investitionsvolumens in Alternative Assets wie Private Equity, Infrastruktur oder Loans angelegt. Bei immerhin knapp 30 Prozent liegt diese Quote sogar bei sechs Prozent oder mehr. In den kommenden beiden Jahren wollen mehr als 50 Prozent der befragten Investoren die Quote auf mindestens sechs Prozent steigern – 22 Prozent der Anwesenden sogar auf mindestens neun Prozent. In dieselbe Richtung weisen auch die Ergebnisse zur Immobilienquote in institutionellen Portfolios: Fast 80 Prozent der Teilnehmer gaben diese Quote mit mindestens drei Prozent an und 32 Prozent mit mindestens 13 Prozent. Trotz dieses hohen Niveaus planen 70 Prozent, die Immobilienquote in den kommenden zwölf Monaten weiter zu erhöhen. Die realen Anlagedaten zeigen zudem eine Verschiebung in den vergangenen Jahren auch innerhalb des Rentensektors. Hier sind es die Unternehmensanleihen, die inzwischen mit Staatsanleihen beinahe 31.03.2013 30.06.2013 30.09.2013 31.12.2013 31.03.2014 30.06.2014 30.09.2014 10,2 % 0,2% 9,9 % 50,2 % 30 % 31.12.2014 31.03.2015 30.06.2015 30.09.2015 Renten (inkl. Rentenfondsanteile) Aktien (inkl. Aktienfondsanteile)

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